Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Stadt will sich als Tourismusziel profilieren
Lokales Prignitz Stadt will sich als Tourismusziel profilieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 19.01.2017
Die Tuchfabrik mit dem geplanten Aussichtsturm gehört zu den touristischen Attraktionen Pritzwalks, Quelle: Andreas König
Anzeige
Pritzwalk

„Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“, lautet nicht nur der Titel eines populär-philosophischen Bestsellers, sondern etwas abgewandelt auch die Frage, welche die Bürger der Stadt Pritzwalk, die Verwaltung und alle anderen Akteure beantworten sollen.

Bürger sollen mitreden können

Wie jede Stadt in Brandenburg, die sich bei sinkenden Fördermöglichkeiten noch ein Stück vom kleiner werdenden Kuchen sichern möchte, benötigt auch Pritzwalk ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Insek). Ein solches Dokument existiert zwar bereits, doch muss es in regelmäßigen Abständen den aktuellen Zielen und Möglichkeiten angepasst werden. „Fortschreibung“ heißt das auf Behördendeutsch. Damit die Ziele des Insek von möglichst vielen Bürgern mitgetragen werden können, sollen sie bei seiner Ausgestaltung ein gewichtiges Wort mitreden können.

Anzeige

Klimaschutz und Energieeinsparung als Themen formuliert

„Erstmals wollen wir in der Diskussion um ein Insek ein Leitbild für Pritzwalk erarbeiten“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Ronald Thiel. Darin soll formuliert werden, wie sich die Stadt Pritzwalk definieren möchte und welche Entwicklungsziele erreicht werden müssen, um diese Vorstellungen zu erreichen. Das Integriert Stadtentwicklungskonzept baut dann auf diesem Leitbild auf. „Wir haben bereits einige Themenfelder formuliert, die unserer Ansicht nach sowohl ins Leitbild als auch in das Insek hineingehören“, erklärt der Vizebürgermeister. Dazu gehören traditionelle Themen wie Stadtstruktur und Stärkung der Innenstadt ebenso wie Wohnen, Wirtschaft und Beschäftigung, Soziales, Kultur und Bildung, aber auch Klimaschutz und Energieeinsparung als neu formuliertes Themenfeld.

Konzept zur Selbstfindung und -bindung

Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept setzt die Landesregierung Brandenburg bei Städten voraus, die sich um Fördermittel bewerben wollen. Es betrachtet in der Regel einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren und wird etwa alle fünf Jahre aktualisiert“.

Nahezu alle Lebensbereiche werden damit abgedeckt: Arbeiten und Wohnen, Kultur und Soziales, Wirtschaft und Tourismus.

Das Leitbild als Teil des Insek soll das Selbstverständnis einer Stadt formulieren.

Bürger sollen beteiligt werden

Das von der Stadtverwaltung erarbeitete Konzept dient jedoch nur als Arbeitsgrundlage für mindestens eine öffentliche Veranstaltung, zu der interessierte Bürger der Stadt noch für das erste Quartal dieses Jahres eingeladen werden sollen. „Wir müssen schließlich wissen, ob sich die Bürger mit den Zielen identifizieren können“, begründet Ronald Thiel.

Stadt will starker Partner in der Region sein

Fünf Entwicklungsziele hat der Vizebürgermeister als Diskussionsgrundlage formuliert. Demnach versteht sich Pritzwalk als starker Partner in der regionalen Verantwortungsgemeinschaft. Damit ist vor allem die Kooperation mit Wittstock, Meyenburg und Heiligengrabe gemeint, möglicherweise demnächst um Groß Pankow und Putlitz-Berge ergänzt. In die gleiche Richtung geht das Ziel, Lebenswertes und attraktives Mittelzentrum im ländlichen Raum“ sein zu wollen. Von Pritzwalk als „nachhaltiger und klimagerechter Wohn- und Geschäftsstadt“ hat man allerdings bisher noch nichts gehört. Eher schon von den Ambitionen der Dömnitzstadt, sich als Zentrum für Bildung und Wirtschaft in der Region zu profilieren. Klar, das dabei die Bildungsgesellschaft und die Schulen eine wichtige Rolle spielen.

Gänzlich neu ist der Anspruch „Touristische Destination (Ziel) im Reiseland Prignitz“ werden zu wollen. „Da haben wir mit der Tuchfabrik und dem Museum gute Voraussetzungen, die aber noch herauszuarbeiten sind“, sagt Ronald Thiel.

Von Andreas König

Anzeige