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Prignitz Eine Storchengeburt im Auto
Lokales Prignitz Eine Storchengeburt im Auto
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00:23 23.05.2019
Geburtshilfe für einen schlüpfenden Jungstorch leistet Uwe Löblich von der Tierauffangstation Struck. Quelle: Privat
Struck

Eine Geburt im Auto – das mag es hin und wieder geben. Aber dass ein Storchenjunges während der Fahrt das Licht der Welt erblickt, erleben auch Angie und Uwe Löblich von der Wildtierauffangstation in Struck (Prignitz) zum ersten Mal.

Uwe musste Geburtshilfe leisten und beim Aufbrechen der Schale

Die Jungstörche in ihrem Nest in Bessin (Mecklenburg-Vorpommern). Sie wurden gerettet, nachdem ein Elterntier verendet war. Quelle: Privat

etwas unterstützen“, sagt Angie Löblich. Sie haben eine ganze Vogel-Kinderstube im Gepäck, als sie am vergangenen Freitag in der Station ankommen. Mit drei Jungen und zwei Eiern waren sie losgefahren, jetzt sind es vier Mini-Störche.

Damit nimmt eine Rettungsaktion für junge Störche erst einmal ein glückliches Ende, auch wenn noch nicht alles in trockenen Tüchern ist. Ob das fünfte Vögelchen – das Ei liegt auf einer Wärmedecke – auch noch schlüpft, ist ebenso fraglich wie das Überleben der kleinen Geschwister. Doch Angie Löblich gibt ihnen gute Chancen.

Die Jungvögel sind nicht verletzt

Immerhin sind die Jungstörche nicht verletzt. Denn sie wurden aus einem Nest in Bessin bei Crivitz (Mecklenburg-Vorpommern) entnommen – notgedrungen. „Einer der beiden Altvögel war verendet, und einer allein schafft es nicht, die Brut durchzubekommen“, sagt Uwe Weltin vom Storchenclub Rühstädt, der von Anwohnern verständigt wurde.

Uwe und Angie Löblich von der Wildtierauffangstation in Struck. Quelle: Björn Wagener

Kurz darauf geht der Notruf bei den Löblichs ein. Die kleinen Störche und die Eier werden auf einem Parkplatz in Pritzwalk übergeben. Dann geht es rasch nach Struck. Die Kinderstube braucht Wärme und Futter.

Insekten und Hähnchenherzen

Die kleinen Störche bekommen Insekten, Hähnchenherzen und zerkleinerte

Eintagsküken. Später werde der Speiseplan mit Fisch angereichert, sagt Angie Löblich. „Sie fressen gut.“ Das Futter aufzunehmen, sei für die Kleinen aber alles andere als eine gezielte Angelegenheit. „Sie stochern mit ihren Schnäbeln in der Umgebung herum, in der Hoffnung, irgendwo auf Futter zu stoßen. Sie fischen sozusagen im Trüben.“ Gefüttert werde zwischen 6 und 22 Uhr. „Wir geben lieber mal eine Portion mehr als zu wenig“, so Angie Löblich.

Eine Premiere in der Station

Jungstörche werden häufig in der Station aufgepäppelt. Im vergangenen Jahr konnten 16 Vögel wieder ausgewildert werden. Aber so junge Störche wie die jetzt aufgenommenen habe es auch in Struck bisher noch nicht gegeben.

Jetzt im Frühjahr hat der tierische Nachwuchs in der Station ohnehin Konjunktur. Rotschwänze, Stockenten, Marder, Feldhasen, Rehkitze – sie alle hatten Glück, dass sie nach irgendwelchen Problemen in der Auffangstation landeten. So stehen die Überlebenschancen gut. Derzeit werde eine neue Anlage für Eulen gebaut, so Angie Löblich.

Problem Bleimunition

Manchmal jedoch ist der Tod nicht in verhindern. Adler mit Bleivergiftungen etwa seien oft verloren. Sie nehmen die Bleipartikel über angeschossene und leicht zu erbeutende Tiere auf. „Ich verstehe nicht, warum Bleimunition noch immer nicht komplett verboten ist“, sagt Angie Löblich.

Sie weist noch auf ein weiteres Problem hin: das Aussetzen exotischer Tiere. So würden vor allem Wasser-, aber auch Landschildkröten einfach in die Natur gesetzt, wenn sie nicht mehr klein und niedlich sind, sondern anfangen, Arbeit zu machen.

Schildkröten mitten in Pritzwalk

„Einmal liefen mitten in Pritzwalk Schildröten herum“, berichtet Angie Löblich. Auch im Straßengraben seien die Tiere schon gefunden worden. Aktuell befänden sich fünf Wasserschildkröten in der Station.

Ein ähnliches Schicksal erlitten mitunter auch Bartagamen, wenn diese australischen Schuppenkriechtiere für deren Besitzer plötzlich uninteressant werden. Die Löblichs wünschten sich mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit exotischen Tieren und eine bessere Beratung beim Verkauf.

Von Björn Wagener

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