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Tour de Prignitz Die Elbe ist wieder reicher an Fisch
Lokales Prignitz Tour de Prignitz Die Elbe ist wieder reicher an Fisch
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00:20 08.05.2019
Nicht nur Angler wissen den Fischreichtum der Elbe zwischen der Garbe und Lütkenwisch zu schätzen. Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

Seit Jahren ist im Naturschutzsektor von „Lebendigen Auen für die Elbe“ die Rede. In den vergangenen Jahren sind dafür auch verschiedene Projekte umgesetzt worden – zum Beispiel die beispielgebende Deichrückverlegung am Bösen Ort bei Wustrow. Momentan läuft ein ähnliches Projekt in Höhe der Altmärkischen Hohen Garbe.

Wie Untersuchungen im vergangenen Jahr gezeigt haben, hat sich damit auch die Zusammensetzung der Fischarten und die Größe ihrer Populationen verändert. Damit wird aber nicht nur dem Naturschutz Rechnung getragen – auch Angler und Fischer können von dieser Entwicklung profitieren, wie aus zwei auf der Burg Lenzen gehaltenen Vorträgen, die auf diese Themen eingingen, sichtbar wurde.

Steffen Bader zeigte auch auf, wie die Elbe im Bereich Rühstadt seit 150 Jahren verändert wurde. Quelle: Kerstin Beck

Steffen Bader vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin hatte im vergangenen Jahr an 21 verschiedenen Auengewässern im Bereich der Hohen Garbe bis nahezu hin zum Elbe-Überflutungsgebiet die Fischarten untersucht und dabei rund 53 000 Fische – die im Anschluss an die Untersuchung auch wieder freigelassen wurden – dokumentiert.

Dabei dokumentierte der Wissenschaftler eingangs, wie menschliche Eingriffe am Fluss wie Abflussregulierung und Ausbau zur Wasserstraße diesen maßgeblich verändert haben. Die Folgen: ein kanalartiges Gewässer mit einem homogenen Bett und stark verringerten Nebengerinnen und Inseln, doch zugenommenen isolierten Auengewässern mit seltenem Kontakt zum Hauptstrom.

Mehr Fische in der Elbe

Nachdem am Garbe-Gebiet Revitalisierungsmaßnahmen erfolgten, haben sich diese auf den Fischreichtum ausgewirkt, „und man kann davon ausgehen, dass diese Fischarten auch im Prignitzer Elbegebiet anzutreffen sind“, so Bader.

Bei den Befischungen sind insgesamt elf Arten nachgewiesen worden, und pro Befischung gingen dem Gewässerökologen immerhin acht Arten ins Netz.

Am häufigsten erschien der Bitterling, gefolgt von Barsch und Schleie. In zahlenmäßig absteigender Reihenfolge wurden Steinbeißer, Hecht, Plötze, Rotfeder und Blei gefunden; das Schlusslicht bildeten Ukelei, Giebel und Gründling.

Positive Auswirkung auf Fischarten und Wachstum der Jungfische

„Selten angebundene Gewässer weisen weniger Arten auf, und Gewässer mit Stillgewässercharakter und hoher Anbindungshäufigkeit zeigen die höchste Biomasse“, erklärte der Wissenschaftler.

Er konstatierte: „Häufig an den Hauptstrom angebundene Gewässer haben eine positive Auswirkung auf die Artenvielfalt wie z. B. auf Fischarten, die auf seltene Habitate angewiesen sind, wie auch auf das Wachstum der Jungfische. Das heißt: Nur Strukturvielfalt bei den Gewässern schafft auch eine Artenvielfalt bei den Fischen.“

Marin Rayanov von der Technischen Universität Berlin dagegen untersuchte die Haltung von Anglern zu Entwicklungsmaßnahmen in Flussauen und deren Umfeld. Die Studie sollte helfen, die Belange von Angelnden bei der Bewertung bereits stattfindender Veränderungen sowie bei weiteren Planungen stärker zu berücksichtigen.

Prignitzer sorgen sich, ob die Enkel überhaupt noch angeln dürfen

Dazu gab es Online-Umfragen und Gruppendiskussionen. Letztere wurden im Raum Perleberg, Wittenberge und Lenzen sowie länderübergreifend in Schnackenburg und Dömitz ausgeführt.

„Dabei wurde eine höhere Vegetation am Angelplatz positiv bewertet, und als begehrteste Angelfische wurden Quappe und Zander bevorzugt sowie die Erwartungshaltung auf einen kapitalen Fang“, führte der Landschaftsökonom aus.

Als von den Anglern bevorzugter Auengewässertyp kristallisierte sich die Elbe selbst heraus, nur wenige der Freizeitgäste gaben an, ein Altwasser oder eine angeschlossene Rinne beangeln zu wollen.

Das Angeln als eine letzte Freiheit

Doch in den Diskussionsrunden der verschiedenen Angelvereine wurde noch etwas anderes deutlich. „Da ging es darum, dass die Vereinsmitglieder kritisch die vielen Einschränkungen und Verbote sehen und sich fragen, ob – wenn es so weitergeht – ihre Enkel überhaupt noch an der Elbe angeln dürften, da es immer mehr Betretungs- und Angelverbote gibt.

Für die Menschen ist das Angeln an der Elbe noch „die letzte Freiheit“, wo man Entspannung und Erholung finden sowie die Natur genießen kann.“

Von Kerstin Beck

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