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Tour de Prignitz Kistenweise Obst und eine Geistergeschichte
Lokales Prignitz Tour de Prignitz Kistenweise Obst und eine Geistergeschichte
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00:17 05.06.2018
Obst stand für die Radler beim Kulturstopp am Schloss Grube gleich kistenweise als Willkommensgruß parat.
Obst stand für die Radler beim Kulturstopp am Schloss Grube gleich kistenweise als Willkommensgruß parat. Quelle: Matthias Anke
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Grube

Es soll ein Mädchen in blauem Kleid gewesen sein, vermutlich zehn Jahre alt, das da dereinst im Brunnen von Schloss Grube ertrank. Dieser Brunnen ist noch heute vorhanden, obwohl auf diesen alten Sitz derer von Quitzow 1740 bis 1742 ein neues Schloss gebaut wurde. Der Brunnen befindet sich im Keller und wird, wie auch die alten Fundamente, von Glasplatten geschützt.

„Wir haben hier einen Geist. Es ist aber ein guter Geist, eine Frau mit blauem Schleier“, erzählte Martina Christ am Sonnabend den Tour-Radlern beim Kulturstopp in Grube.

Martina Christ erzählte aus der Schlossgeschichte. Quelle: Matthias Anke

Da kauten die allermeisten von ihnen schon Äpfel, Birnen oder Bananen. Schließlich stand das Obst für die Radler gleich kistenweise als Willkommensgruß parat. Grube entpuppte sich damit als wahre „Gold-Grube“ für Obstesser.

Martina Christ berichtete aus der Schlossgeschichte und davon, wie viele Funktionen dieses Gebäude schon hatte. So war es mal das Gemeindehaus. Auch der Dorf-Konsum fand unter seinem Dach Platz und ebenso die Dorfschule.

Für Sanierung des Schlosses mehrfach ausgezeichnet

Der heutige Eigentümer lebe dort zwar nicht, wie Martina Christ als die Schlossverwalterin verriet, aber er kümmere sich mit Herzblut um das Ensemble. Das Schloss wurde 2009 bis 2013 saniert und dafür mehrfach ausgezeichnet. Und so entstand mit Grube laut den entsprechenden Flyern „ein offenes Denkmal für Kunst und Kultur mit Gastronomie und Beherbergung“.

Tatsächlich konnten die Gäste sich in allen Räumen umtun und feststellen: Schloss Grube bietet sich an für größere Familienfeiern, Firmen-Seminare im Grünen, als Restaurant und erst recht für alle, die ein Idyll für ihre Hochzeitsfeier suchen.

Der Kulturstopp am Schloss Grube wurde für ein Gruppenbild der Dauerradler genutzt. Quelle: Matthias Anke
MAZ-Reporter Bernd Atzenroth bei der Einweisung für das Gruppenfoto. Quelle: Matthias Anke

Auch vom Antenne-Brandenburg-Moderator wurde diese Anlage, zu der auch eine uralte Fachwerkkirche mit einer noch viel älteren Kanzel gehört, bestaunt. Er fand die Worte, die im Sinne aller gewesen sein dürften: „Ist das hier schön! Das ist ein Ort, den man nicht so schnell vergisst.“

Impressionen von der dritten Etappe der Tour de Prignitz 2018: hier beim Kulturstopp am Schloss Grube. Im Hintergrund die Fachwerkkirche. Quelle: Matthias Anke

Von Matthias Anke