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Prignitz Treffpunkt und Aushängeschild für Pritzwalk
Lokales Prignitz Treffpunkt und Aushängeschild für Pritzwalk
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00:18 14.02.2018
Außen wie innen erstrahlt des Gebäude der früheren Tuchfabrik in neuem Glanz. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Die Vorschusslorbeeren und die Lobeshymnen sind jetzt schon groß. Wer sich in der runderneuerten Pritzwalker Tuchfabrik umtut, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Jüngst zum Beispiel der Prignitzer Landrat Torsten Uhe, der sich nach einer Besichtigung begeistert zeigte. Die Museumsfabrik sei ein „Schmuckstück“ geworden, zu der man der Stadt nur gratulieren könne. Und auch wenn man mit Vertretern der Stadt spricht, schwingt ein wenig auf das Erreichte mit. Lars Schladitz zum Beispiel, der als Leiter des Museums auch für die neue Konzeption verantwortlich ist, hält die neue Ausstellungshalle für eine „tolle Sache“ und die hochrangige erste Ausstellung für einen „tollen Auftakt“. Im Vorfeld der Eröffnung sind die Handwerker intensiv dabei, so viel wie möglich fertigzustellen.

„Jetzt geht es darum, die Bauhülle mit Leben zu füllen.“

Wenn am Sonntag die erste Ausstellung in der Pritzwalker Museumsfabrik eröffnet wird, dann feiert die Stadt zunächst die Fertigstellung des Gebäudes. Das betont Ronald Thiel, der neue Pritzwalker Pritzwalker Bürgermeister: „Die Baumaßnahmen sind abgeschlossen. Jetzt geht es darum, die Bauhülle mit Leben zu füllen.“

Die neue Museumsfabrik in Pritzwalk wird mit einer Ausstellung am Sonntag eröffnet. Gezeigt werden Werke des Künstlers Johannes Heisig. Außen wie innen erstrahlt des Gebäude der früheren Tuchfabrik in neuem Glanz. Quelle: Bernd Atzenroth

Denn die jetzige Eröffnung bedeutet nicht, dass schon gleich alles fertig ist. Im Gegenteil: Die Verbindungsbrücke zwischen altem und neuem Museumsteil wird nicht vor Mai oder Juni begehbar sein, auch wenn das Brückengerippe bereits am Durchgang neben dem alten Stadt- und Brauereimuseum steht. Die Arbeiten sind in den Tagen vor dem großen Moment damit beschäftigt, die Handläufe den Boden, und die Überdachung zu errichten. Doch aufgesetzt werden kann die Brücke noch nicht. Und selbst wenn, dann hätte die Zeit nicht für Umfeldarbeiten gereicht. Bürgermeister Ronald Thiel und sein zuständiger Amtsleiter Dietmar Sachs finden das aber nicht schlimm. „Es war sowieso höchst ungewiss, dass das mit der Brücke rechtzeitig klappt“, sagt Sachs. Die Zeit sei nötig, um die Sache richtig zu machen. Der Übergang in den alten Museumsteil soll im übrigen komplett überdacht sein. Insgesamt vervierfacht sich die Museumsfläche. Darüber hinaus wird das neue Museum Anlaufpunkt für Vereine wie den NLD Streckenthin, die Pritzwalker Landfrauen und die Kunstfreunde Pritzwalk, deren Vorsitzender Horst Kontak maßgeblich am Zustandekommen der Heisig-Ausstellung beteiligt war. Auch für Kitas, Schulen und Senioren soll das neue Haus offen sein als Ort der Begegnung.

Johannes Heisig (r.) stellt in Pritzwalk aus. Links Pritzwalks Museumsleiter Lars Schladitz. Quelle: Bernd Atzenroth

Was die geplante ständige Ausstellung angeht, so wird ihre endgültige Fertigstellung noch erheblich länger dauern. Sachs rechnet sogar mit fünf bis sechs Jahren, bis alles vollständig fertig ist. Wenn die Heisig-Ausstellung vorbei sein wird, dann soll zunächst die bisherige Museumsdruckerei aus Streckenthin an der dafür vorgesehenen Stelle installiert werden – etwa dort, wo sich für die erste Ausstellungseröffnung die Garderobe befindet. Die weiteren Maschinen, die den Produktionsprozess zu Zeiten der Industrialisierung dokumentieren sollen, werden dann nach und nach ins Museum gebracht. „Wir arbeiten in Modulen“, erklärt Sachs. Besucher werden zum Beispiel den Turm der Tuchfabrik besteigen können, auch wenn in der Haupthalle noch Arbeiten nicht sichtbar für die Besucher laufen. Die zweite Etage, die künftig ein Handwerksmuseum beherbergen soll, ist bereits fertig. Der durch seine Holzbalkenkonstruktion rustikal anmutenden Raum hat Anschlüsse für einen multimediale Ausstellung auf dem neuesten Stand. Auch der Bereich des Treppenhaus zu zweiter Etage und Turm bietet an den Wänden Ausstellungsfläche. Vom Turm aus können die Besucher eine Aussicht genießen, die weit über Pritzwalk hinausreicht.

Dietmar Sachs (l.) und Ronald Thiel auf dem Turmplateau der Tuchfabrik. Quelle: Bernd Atzenroth

Zeit, das war über viele Jahre ohnehin ein wichtiger Faktor bei den Arbeiten. In drei Schritten wurde aus der arg verfallenen Tuchfabrik das neue Vorzeigeobjekt der Stadt Pritzwalk – was sich bei der ersten Besichtigung der Räume im Jahr 2010 niemand so recht vorstellen wollte. „Wir wussten nicht, ob wir überhaupt fertig werden“, sagt Sachs heute. Im ersten Schritt zog die Pritzwalker Bildungsgesellschaft ein. Dann wurden 30 Wohnungen errichtet. Und schließlich war nun das Museum an der Reihe. Immer wieder mussten starke Widerstände überwunden werden. Für die Einrichtung des Museums hätte es keine Fördermittel gegeben. Er wurde nur dank einer Großspende möglich. Die Gesamtkosten lassen sich noch nicht endgültig beziffern, Sachs schätzt sie auf etwa 9,5 Millionen Euro. Die lange Bauzeit hatte auch einen Vorzug: Einheimische Unternehmen kamen beim Ausbau stärker zum Zuge. Ob Architekten, Planer, Handwerker oder Behördenvertreter – alle Beteiligten sind zur Eröffnung am Sonntag eingeladen.

Hoffnung auf Landesgartenschau

Aufgabe für die nächsten Jahre ist es laut Thiel, das Museum „in den kommenden Jahren in Quantität und Qualität kontinuierlich an den Markt zu bringen“. Dazu gehören überregionale Werbung, etwa durch Beschilderung an der Autobahn und Wochenendöffnungszeiten. Es könne ein „Leuchtturm im Museumsverbund sein, der über die politischen Grenzen hinausstrahlt“. Thiel: „Dann kann das Museum eine zentrale Rolle spielen.“ Hoffnungen setzt er im Rahmen der Kooperation mit Wittstock auch auf die Landesgartenschau im Jahr 2019. „Das Museum könnte ein Grund sein, auf dem Weg dorthin auch in Pritzwalk anzuhalten.“

Blick vom Turm in den Innenhof der Tuchfabrik. Quelle: Bernd Atzenroth

Von Bernd Atzenroth

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