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Prignitz Viele Dächer tragen seine Handschrift
Lokales Prignitz Viele Dächer tragen seine Handschrift
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17:27 28.01.2013
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PERLEBERG

. Sein Urgroßvater Albert Ziegler hatte 1911 den Dachdeckerbetrieb gegründet.

Ulrich Thiede lernte den Beruf bei Großvater und Vater. 1973 absolvierte er seine Meisterausbildung in Schwerin (Theorie) und in Karl-Marx-Stadt (Praxis). Sein Meisterstück war eine eingebundene Ziegelkehle. Im Mai 1989 übernahm er den Betrieb vom Vater. Zahlreiche Gebäudedächer in Perleberg künden vom handwerklichen Können des Meisters: Rathaus, Postamt, Evangelisches Pfarrhaus, Berliner Straße 11 und Lindenstraße 7, um nur einige zu nennen. Ulrich Thiede wirkt im Vorstand der Dachdeckerinnung Prignitz und im Vorstand des Landesinnungsverbandes Potsdam. Über zehn Jahre lang war er Prüfungsmeister, aber: „Wir bekommen kaum noch Lehrlinge, überall sind Ausbildungsplätze frei.“

Derzeit werden im Betrieb drei Gesellen und eine Hilfskraft beschäftigt. „Unser Leistungsspektrum reicht vom klassischen Eindecken, Umdecken und Reparieren von Dächern, vom Einbau von Wohnraumfenstern bis zum Gaubenbau, Abdichtungsarbeiten vom Keller bis zum Dach, Schieferarbeiten, Fassadenverkleidungen sowie auch gewerkstypische Holzarbeiten“, sagt Ulrich Thiede. „Für konstruktive Holzarbeiten und bestimmte Maurerarbeiten arbeiten wir mit ausgesuchten Partnerbetrieben zusammen. Wir haben uns auf Denkmal- und Altbausanierung spezialisiert. Individuelle Wünsche und Vorstellungen der Kunden setzen wir auch um.“

Seit der DDR-Zeit hat sich im Gewerbe viel verändert. Ulrich Thiede erzählt: „Wir bekamen die Arbeit vom Rat des Kreises zugeteilt, mussten keine Kostenangebote machen, da alles vorgeschrieben war. Wir haben viel mit Altmaterial gearbeitet. Wenn ein Waggon mit Dachsteinen auf den Perleberger Bahnhof ankam, mussten wir den nachts entladen und uns selbst darum bemühen, dass das Material abgefahren wurde. Kunden, die nicht zahlten, kannten wir gar nicht.“

Ulrich Thiede kann angesichts der Nachfolge, die mit dem Eintritt ins Rentenalter ansteht, beruhigt in die Zukunft blicken: „Mein Sohn Ronald ist inzwischen die 5. Generation in unserem Familienbetrieb. Nachdem er seit 1995 bei mir gelernt hatte, erwarb er 2000 in Lüneburg den Meisterbrief.“ (Von Wolfram Hennies)

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