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Prignitz Waldbrandgefahr: Noch keine Entwarnung für den Herbst
Lokales Prignitz Waldbrandgefahr: Noch keine Entwarnung für den Herbst
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08:52 14.09.2019
Am 23. April stand der Dreetzer Wald erneut in Flammen, wie diese Luftaufnahme zeigt. Quelle: privat
Perleberg

Das zweite Jahr in Folge blieb Regen fast eine Randerscheinung im Wettergeschehen. Langanhaltende Dürre und zum Teil hohe Temperaturen lassen den Wald und die Felder immer weiter austrocknen.

Obwohl der Sommer sich langsam dem Ende zuneigt, ist das Thema Waldbrand noch immer nicht vom Tisch. „Dieser kann auch im Herbst oder Winter ausbrechen“, erzählte Marcus Bethmann, der für den Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Prignitz zuständig ist.

Vier Waldbrände im Jahr 2019

Auch wenn die Lage angespannt bleibt, kann zum jetzigen Stand eine kleine Entwarnung gegeben werden. „Wir hatten vier kleinere Waldbrände in diesem Jahr“, sagte Marcus Bethmann. Die Zahl der Feuerwehreinsätze im Zusammenhang mit der Ernte ist laut seiner Aussage auch eher gering im Vergleich zum Vorjahr.

Waldbrandeinsätze sind eine besondere Herausforderung. Quelle: Julian Stähle

„Es sind keine ungewöhnlich hohen Zahlen“, so der Fachmann. Er ist der Meinung, dass sich gerade die Landwirte auf den Wassermangel eingestellt haben. Somit sind auch weniger Feuer zu verzeichnen.

Ostprignitz-Ruppin musste öfter löschen

Im Nachbarkreis Ostprignitz-Ruppin sehen die Werte anders aus. Hier brannte es schon 31 Mal in diesem Jahr. „Die Zahl ist überdurchschnittlich groß “ erklärte Anett Engelmann, Leiterin der Oberförsterei in Neuruppin. Schon sehr lange sind die Waldböden ausgetrocknet und ein Feuer kann sich schnell ausbreiten. „Es ist in diesem Jahr schlimmer geworden“, erzählte sie der MAZ.

„Wir gehen davon aus, dass die große Anzahl an Bränden auf einen Brandstifter zurückzuführen ist“, erklärte die Oberförsterin. Für sie ist das einer der Gründe, warum die Landkreise, die so eng beieinander liegen, einen solchen Unterschied aufweisen. „In der Ostprignitz gibt es auch mehr Waldflächen“, fügte sie hinzu. Trotz 31 gemeldeter Brände kann die Fachfrau sagen: „Wir hatten Glück“.

Munitionsbelastete Gebiete auch in Ostprignitz und Prignitz

Großes Sorgenkind in der Ostprignitz ist aus der Sicht der Fachfrau die Kyritz-Ruppiner Heide. „Wenn die Heide brennen sollte, dann haben wir ein Problem“, sagte sie. Das mit Munition belastete Gebiet könne selbst im Ernstfall nicht betreten werden, was das Löschen somit erschwere.

6000 Quadratmeter Waldboden standen vor einem Jahr bei Grube in Flammen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Auch im Landkreis Prignitz sind solche Areale vorhanden. Beispiele wären zwischen Perleberg und Weisen oder bei Jännersdorf. Sollte an diesen Orten ein Brand ausbrechen, haben die Brandschützer erschwerte Bedingungen bei der Brandbekämpfung.

Situation bleibt weiter angespannt

Aus der Sicht von Marcus Bethmann ist 2019 ein eher unauffälliges Jahr. Jedoch warnt er: „Es kann trotzdem überall und zu jeder Zeit passieren, wenn das Wetter so bleibt“, sagte er. Er weist auf den Vorfall in Jüterbog hin. Beim bislang größten Waldbrand in Brandenburg überhaupt standen zeitweise 744 Hektar in Brand.

Auch Feuerwehrleute aus dem Kreis Prignitz halfen bei den Löscharbeiten. „2018 waren auch Helfer in Treuenbrietzen“, erzählte Bethmann. Für den Ernstfall werden die freiwilligen Helfer nun besser vorbereitet. „Wir haben die Ausbildung auf das Thema Waldbrand ausgerichtet“, erklärte der Brandschutzbeauftragte.

Sieben Feuerwehren aus der Gemeinde Groß Pankow trainierten im März den Ernstfall. Sie bauten alles dafür auf, um einem Waldbrand bestmöglich bekämpfen zu können. Dafür brauchte es Kraft und Ausdauer. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

In regelmäßigen Abständen werden Feuerwehrleute geschult. Sie können sich in offenen Gesprächsrunden mit Landwirten, Forstmitarbeitern und anderen Organisationen über das heikle Thema austauschen, sich vorbereiten und für den Ernstfall wichtige Tipps und Ratschläge erhalten.

Im Notfall wird nachgefordert

„Für den Fall eines Brandes gibt es eine spezielle Alarm-und Ausrückeordnung“, erklärte Marcus Bethmann. Diese beschließt der Träger des Brandschutzes. Der Leitstelle in Potsdam liegt diese vor und je nach Sachlage rückt die Feuerwehr mit entsprechenden Fahrzeugen aus, die in dieser Ordnung festgelegt worden sind.

„Ein Feuer beginnt immer klein“, erklärte Bethmann – sollte es andere Dimensionen annehmen, werden Helfer sofort nachgefordert. „Dann fahren wir hoch, fordern mehr Kräfte an und in schlimmeren Fällen wird sich auch der Kreisbrandmeister einschalten“, sagte er.

Notruf ist immer erreichbar

Auch wenn das Thema weiter Sorgen macht, sind alle bestens vorbereitet. „Brände sollten schnell gemeldet werden“, sagte Engelmann und jeder Bürger sollte wissen: Die 112 ist immer erreichbar und kostenlos. Handyempfang wird ebenfalls nicht benötigt, weil bei einem Notruf automatisch das Netz eines anderen Anbieters greift.

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Von Julia Redepenning

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