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Prignitz Wenn Halme wenig Wasser haben
Lokales Prignitz Wenn Halme wenig Wasser haben
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16:57 29.03.2013
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HALENBECK/RAPSHAGEN

. Leider hält sich das Wetter nicht immer daran: Immer häufiger ist es in den Frühjahrsmonaten lange viel zu trocken, mitten im Sommer dagegen zu nass.

Ulrich Kieback ist Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Halenbeck (Amt Meyenburg) und leitet einen der größten Landwirtschaftsbetriebe im Kreis: Er bewirtschaftet 2450 Hektar. Kieback misst seit gut 30 Jahren die Niederschlagsmenge. Aus seiner Sicht hat sich die Gesamtjahresmenge an Regen in dieser Zeit nicht verändert. „Aber die Verteilung übers Jahr ist deutlich anders“, sagt er. „Im Winter haben die Niederschläge um zehn Prozent zugenommen, im Sommer haben sie um zehn Prozent abgenommen.“ Trockenphasen im Frühjahr, viel zu nasse Sommer, wenn das Getreide auf den Halmen eigentlich reifen soll: Das hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

„Extreme Wetterlagen gab es immer, aber sie haben zugenommen“, so Kiebacks Beobachtungen. Um sie auszugleichen, haben die Menschen schon früh melioriert. „Über die Drainage wird zu viel Wasser abgeleitet“, so der Fachmann. Die erste Drainage im Bereich seines Betriebes sei etwa um 1880 angelegt worden.

Auch die Bodenqualität spielt eine Rolle: Ein schwerer, satter Boden kann das Wasser viel besser halten als ein leichter Sandboden. Die Flächen, die der Betrieb bewirtschaftet, haben Bodenwertzahlen zwischen 23 und 60 – ebenfalls ein Extrem. Entsprechend werden die Kulturen angebaut.

Weizen etwa benötigt zur Ertragsbildung 20 Prozent mehr Wasser als Roggen. Gibt es keines, muss der Landwirt reagieren. „Das geht über einen dünneren Halmstand“, erklärt Kieback. Denn wenn viele Halme wenig Wasser haben, werden alle nichts, wenn aber das wenige Wasser weniger Halmen zur Verfügung steht, werden wenigstens die etwas. „Der Dicksäer braucht die Scheune nicht größer zu bauen“, zitiert Kieback eine alte Bauernregel.

Mitte bis Ende der 1980er Jahre wurden die Wasserspeicher Sadenbecker Stausee und Preddöhler Stausee angelegt. Beide fassen rund eine Million Kubikmeter Wasser. Über den Sadenbecker Speicher sollten Felder mit Feldgemüse bewässert werden, dafür wurde ein langes Leitungssystem gebaut. „Das war aber völlig ineffektiv, sie haben die Qualität nicht hinbekommen“, erinnert sich Kieback. Die Bewässerung sei bald eingestellt worden.

Bewässerung ist aber auch heute noch ein Garant für die Ertragssicherheit in der Landwirtschaft, vor allem auf leichten Böden. Das Thema wurde ausführlich in der aktuellen „Bauernzeitung“ behandelt. Aus Sicht von Meteorologen werde demzufolge die Niederschlagsmenge in den Sommermonaten weiter zurückgehen.

Deshalb hat sich Markus Brücker dafür entschieden, auf seinen Flächen ein Beregnungssystem zu installieren: „Damit kann ich die Erträge beim Getreide um bis zu 30 Prozent steigern.“ Brücker ist Pächter des Stiftsgutes Rapshagen (Amt Meyenburg), die rund 1000 Hektar Fläche gehören dem Kloster Stift zum Heiligengrabe. Durch die Beregnung könne der Betrieb etwa 150 Euro pro Hektar zusätzlichen Gewinn machen. Allerdings müssen innerhalb von 20 Jahren auch die etwa 1700 Euro Investitionskosten je Hektar wieder hereinkommen.

Landwirt Brücker kann 250 Hektar seiner Flächen bei Bedarf beregnen. Er hat sich für Kreisregner entschieden. „Die sind günstiger als andere und haben sich bewährt.“ Zudem benötigen sie weniger Wasserdruck, was sich wiederum günstig auf die Energiekosten auswirke. Für die Flächen eigne sich das unendlich erweiterbare System gut, weil sie alle einem Eigentümer gehören. „Der hat auch zugestimmt.“ Das Modell, das auf den Feldern steht, kommt aus den USA und soll gute 20 Jahre halten. „Dort stehen aber welche, die schon älter als 30 Jahre sind“, weiß Brücker, der das Stiftsgut seit 2006 bewirtschaftet.

Ein Beregnungsberater – ein Dienstleister, der laut Brücker an die 30 Betriebe betreut – misst über Bodensonden die Feuchtigkeit, beobachtet die Wetterlage und schätzt die Aussichten ein. Dann gibt er, je nach Entwicklungsstand der Pflanzen, eine Empfehlung ab. „Wir geben zwischen 15 und 25 Millimeter Wasser pro Hektar“, so der Landwirt. Das Wasser kommt aus drei Brunnen mit 80 bis 110 Metern Tiefe, die Brücker hat bohren lassen. (Von Beate Vogel)

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