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Prignitz Wenn die Chemie stimmt
Lokales Prignitz Wenn die Chemie stimmt
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19:06 21.01.2018
Experimente in Perleberg. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Pritzwalk/Perleberg

Julius Cäsar empfing die Gäste gleich am Eingang des Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium in Pritzwalk. Beim Tag der offenen Tür gab es am Sonnabend Einblick in modernen Unterricht an einem altehrwürdigen Gymnasium. Geschichte wird in Pritzwalk nicht aus seitenlangen Büchern vermittelt sondern digital über eine großformatige Smartboard Tafel. So zeigte der Sport- und Geschichtslehrer Volker Hoffeins den Besuchern Geschichtsdaten vom 30-jährigen Krieg bis zu den aktuellen Brennpunkten heute. Im Fremdsprachen-Unterrichtsraum warb die Fachlehrerin Christina Frühauf für Englisch, Französisch und Russisch. Im Physikraum durften Zuschauer versuchen, zwei durch ein Vakuum zusammengehaltene Kugelhälften mit Muskelkraft auseinanderzuziehen – was nicht gelingen konnte, wie schon der Physiker Otto von Guericke 1654 in Magdeburg mit einem Versuch bewies: 16 Pferde schafften es damals nicht, die beiden Kugelhälften zu trennen. Florian Hampel aus Putlitz versuchte am langen Hebelarm eine ein halbzentnerschwere Metallkugel anzuheben , was ihm gelang , da der Hebelarm richtig angesetzt war.

Im Pritzwalker Gymnasium hat die Schülerfirma SAG eine Schüler Aktiengesellschaft ihren Sitz. Unter der Leitung von Godert Wuttke gewann sie mit Modellen aus Holzkonstruktionen viele Preise und wies für eine Windkraftanlage mit eigens konstruierter Mechanik der Flügel bessere Wirkungsgrade nach. Perfekt war die Anschauung eines 3D Druckers , der ein Modell einer Autofelge Schicht für Schicht fertigte . Diese zukunftsorientierte Technik und Programmierung wird den Schülern in der 11. und 12. Klasse in Seminaren vermittelt.

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Im Chemieraum experimentierten Weißkittel am Bunsenbrenner mit Chemikalien in Glasröhrchen unter Aufsicht des Chemielehrers Lutz Rath. Die Biologie-Schüler wiesen Stärke aus einer Kartoffel und Glucose aus Traubenzucker nach. Vincent Richter schaute sich eine Zwiebelschale unter einem Mikroskop sehr genau an und stellte viele kleine Risse in der Schale fest. Die Biologielehrerin Viola Rath unterrichtet Biologie und Ernährung. In der Mensa zeigte Ines Dallmann Töpferarbeiten, Kunst das Projekt „ Asha Vihar“: Dort werden selbst getöpferte Waren zum Kauf angeboten, deren Erlös einem Projekt für Waisenkinder in Indien zugute kommt. Die Einnahmen aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf fließen in die Abi-Kasse der 12. Klasse.

Mit einem bunten Programm begann der Tag am Gottfried-Arnold-Gymnasium in Perleberg. Musikalisch, tänzerisch und schauspielerisch zeigten die Gymnasiasten, was sie können. Der Schulchor präsentierte neue Lieder, die Theatergruppe zeigte einen Ausschnitt aus ihrem neuen Stück, dazu traten die Tänzer auf.

„Am ersten Schultag sollen die Schüler keine Überraschungen erleben. Wir wollen uns schon jetzt vorstellen, erste Kontakte knüpfen und Vertrauen zu den neuen Schülern aufbauen“, sagt der Schulleiter Veit Goralczyk-Pehl. Das schaffe eine angenehme Atmosphäre, und die Schüler lernen gleich alle Räume und die verschiedenen Fächer ihrer möglichen neuen Schule kennen. In jedem Unterrichtsraum stellten sich die Fachbereiche mit vielen Mitmach-Aktionen vor.

Gleichzeitig konnten sich die Eltern ein Bild von der Schule und von den Lehrkräften machen und mit ihnen oder anderen Eltern ins Gespräch kommen. „Die Eltern müssten mehr Zutrauen in ihre Kinder haben, das sie die gymnasiale Schule schaffen. Umso mehr Anmeldungen wir erreichen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Dreizügigkeit unserer Schule und damit einer geringeren Klassenstärke“, sagt Veit Goralczyk-Pehl.

Von Marcus J. Pfeiffer und Diethelm Meyer

21.01.2018
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