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Prignitz Bombe in Wittenberge erfolgreich entschärft
Lokales Prignitz Bombe in Wittenberge erfolgreich entschärft
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02:39 22.02.2018
Was für ein Oschi: Der Blindgänger am Haken. Quelle: dpa
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Wittenberge

Eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Donnerstagvormittag in Wittenberge (Prignitz) erfolgreich entschärft worden. Nach MAZ-Informationen hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst bereits beide mechanischen Zünder, einen an der Spitze, einen am Heck, unschädlich gemacht.

Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg versetzte am 24. Juli ganz Wittenberge (Prignitz) in Atem. Aus Sicherheitsgründen hatten 2000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Das Sperrgebiet wirkte wie ausgestorben. Bilder eines ungewöhnlichen Tages.

Die Evakuierung verlief fast ohne Zwischenfälle. Lediglich eine offenbar unter Alkohol stehende Frau hatte sich geweigert, ihre Wohnung zu verlassen. Die Notunterkunft wurde von etwa 40 Personen genutzt. 2000 Menschen hatten ihre Häuser verlassen müssen.

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Der Verkehr rund um Wittenberge ist noch immer stark eingeschränkt. Die Bundesstraßen 189 alt und neu sind voll gesperrt, zudem sind die Bahnlinien Berlin - Hamburg und Wittenberge - Perleberg unterbrochen. Zwischen Berlin und Hamburg wird der Verkehr voraussichtlich bis 13 Uhr über Uelzen und Stendal umgeleitet, die Fahrtzeit verlängert sich um 30 bis 45 Minuten. Auf den Regionalexpresslinien 2 und 6 verkehren Ersatzbusse. Ebenfalls vorübergehend eingestellt sind die Buslinie 924 Perleberg - Wittenberge und zurück sowie die Linie 940 Wittenberge - Cumlosen.

Senioren verlassen das Kupas-Haus und werden in Sicherheit gebracht. Quelle: J. Wegner

Sicherheitsradius von 1000 Metern

Fünf Zentner - 250 Kilogramm - wiegt die Fliegerbombe, die seit mehr als 69 Jahren im Körper des Rehwischdeichs bei Wittenberge liegt. Am Freitag hatten Angehörige des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Polizei und Mitarbeiter einer Spezialbaufirma das todbringende Relikt auf Höhe des Delphinbades entdeckt.

Die Evakuierung ist am Donnerstagmorgen bis 8 Uhr in einem Radius von etwa 10.000 Metern rund die Fundstelle herum erfolgt. Bis 10 Uhr hatten Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei kontrolliert, dass die Personen den Gefahrenbereich verlassen haben.

Notunterkünfte genutzt

Das Evangelische Seniorenzentrum „Willi Kupas” im Stadtpfeiferweg 1 in Wittenberge Nord beherbergte 112 Bewohner. „Ganz ganz viele Bewohner sind schon von ihren Angehörigen abgeholt worden”, freute sich die Leiterin des Hauses, Anke Brauer. „Wir müssen ruhig bleiben. Unsere Bewohner sind schon aufgeregt genug”, sagte sie und lobte die „super Organisation” seitens der Stadtverwaltung. Einige wenige bettlägerige Patienten verblieben im Haus. Etwa 50 Bewohner wurden mit dem Bus abgeholt und ins Evangelische Gemeindehaus in der Perleberger Straße gebracht. 

Wittenberger warten in der Notunterkunft der Grundschule IV im Allende-Viertel. Quelle: J. Wegner

Geöffnet waren auch die Turnhalle der Grundschule IV im Allende-Viertel und die Grundschule selbst. Während nur wenige den Weg in die Turnhalle fanden, gingen um so mehr in die Schule. Dort kümmerten sich Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes und Notfallseelsorger um die etwa 30 Evakuierten. Allgemein zeigten sich alle sehr gelassen. „Was sollen wir hier auch anderes machen als abzuwarten”, meinte die 74-jährige Edit Brenner. Kurz nach 8 Uhr waren alle Zufahrtswege in den Sperrkreis durch die Polizei abgeriegelt.

Verkehrseinschränkungen

  • Ab 10 Uhr ist die B 189 auf Höhe Weisener Kreisel bis Abfahrt Bentwischer Weg gesperrt, informiert die Stadtverwaltung. Der Kreisel ist in und aus Richtung Weisen befahrbar. Von Wittenberge nach Perleberg geht es über Breese. Die Kreuzung Bentwischer Weg ist in Richtung Stadt, Lindenberg und Stendal ebenfalls passierbar. Ebenfalls gesperrt ist die Straßenbrücke der B 189 über die Bahnlinie in Wittenberge Nord. 
  • Die Buslinie 924 PerlebergWittenberge wird am Donnerstag letztmals ab Perleberg um 9.40 Uhr und ab Wittenberge um 8.50 Uhr bedient. Danach wird die Linie gesperrt. Im Stadtgebiet Wittenberge fahren die Busse weiter. Die Haltestellen der Linie 940 (Stadtverkehr) werden im Sperrbereich ab 8 Uhr nicht mehr bedient.
  • Der Bahnverkehr zwischen Perleberg und Wittenberge wird ab 9.40 Uhr ab Perleberg und ab 9.59 Uhr ab Wittenberge eingestellt. Die Bahn richtet einen Schienenersatzverkehr ein. Haltestellen befinden sich auf den jeweiligen Bahnhöfen. Der Fernverkehr nach und von Ludwigslust wird ebenfalls ab 10 Uhr ersatzlos eingestellt. Die ICE-Verbindungen von und nach Hamburg sowie Berlin werden über Stendal und Uelzen umgeleitet. Mit Verspätungen von etwa 30 bis 45 Minuten sei zu rechnen. Der Bahnhof Wittenberge kann während der Sperrung aus Richtung Süden von Bad Wilsnack und Geestgottberg angefahren werden.
  • Die Sperrungen sind zunächst bis 13 Uhr angesetzt. Sollte die Entschärfung länger dauern, müssten sie fortgesetzt werden.

Von Andreas König / Bernd Atzenroth

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