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Wittenberge Einigkeit im Streit um A 14: bei Wittenberge darf gebaut werden
Lokales Prignitz Wittenberge Einigkeit im Streit um A 14: bei Wittenberge darf gebaut werden
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16:10 28.07.2019
Ministerpräsident Dietmar Woidke (Mitte) verschafft sich ein Bild vom künftigen Verlauf der A 14 bei Wittenberge. Quelle: foto: Jens Wegner
Wittenberge

„Wir haben vereinbart, dass wir uns einig sind”, sagte der Landesgeschäftsführer des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND), Axel Kruschat, am Sonntag bei einem Vororttermin an der künftigen Auffahrt zur Bundesautobahn 14 in Wittenberge in der Lenzener Chaussee. Damit sei der Rechtsstreit des BUND gegen den Bau dieser Autobahn beendet.

„Wir bekommen vom Land rund fünf Millionen Euro für den Naturschutz. Das ist akzeptabel”, sagte er. Im Gegenzug verzichtet der BUND auf eine Weiterführung des Klageverfahrens. Dass sich die Stadt Wittenberge mit Forderungen zum Lärmschutz mit in die Verhandlungen eingebracht habe, sei förderlich für deren Fortschritt gewesen.

Woidke lobt Kompromiss

„Am Dienstag werden wir im Kabinett darüber reden und das Projekt auf den Weg bringen. Es ist ein guter Kompromiss für Anwohner und den Naturschutz. Ich hoffe, dass wir bald Fahrt aufnehmen können und vorankommen”, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

„Der Bau der A 14 ist zweckmäßig und wirtschaftlich”, urteilte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Die Linke). Jeder Tag der vergehe, an dem nicht gebaut werde, erhöhe unnötig die Kosten. Er hoffe, dass der Vergleich Bestand habe, denn auch für das Westhavelland sei die Autobahn wichtig.

Vergleich muss geprüft werden

Der Vergleich wurde zwischen BUND und Landesregierung einvernehmlich abgestimmt, muss nach der Kabinettsbefassung aber noch vom Bundesverwaltungsgericht geprüft und bestätigt werden. Dietmar Woidke dankte dem BUND, besonders dessen Landesvorsitzendem Carsten Preuß, dass es so schnell geschafft worden sei und für die konstruktive Zusammenarbeit.

Christian Görke, Dietmar Woidke, Torsten Uhe, Oliver Hermann und Karsten Korup (v. l.) freuen sich über die Ergebnisse der Verhandlungen. Quelle: Jens Wegner

„Wir haben lange geklagt. Immer noch sind wir der Meinung, dass der Bau der A 14 nicht notwendig ist”, so Kruschat. Das Gericht habe gesagt, dass die A 14 im Bundesverkehrswegeplan stehe und damit wichtig sei.

Der Prignitzer Landrat Torsten Uhe dankte dem Ministerpräsidenten, dass er sich persönlich darum gekümmert habe. „Ich erachte die A 14 als notwendig, nicht nur für diese Region”, sagte er.

Bürgermeister: Durchbruch für Wittenberge

„Dieser Termin ist ein Durchbruch für unsere Stadt”, konstatierte Wittenbergers Bürgermeister Oliver Hermann. Klagen durch den BUND würden nun nicht mehr entstehen.

Die Stadt hatte sich in die Verhandlungen mit Forderungen zum Lärmschutz eingebracht. Im Ergebnis entsteht eine vier Meter hohe und fast 500 Meter lange Lärmschutzwand zum Schutz für den Ortsteil Lindenberg. Außerdem wird in dem Bereich auf etwa 1,1 Kilometern Länge stark lärmmindernder Asphalt aufgebracht.

Die Bepflanzung auf dem Wall vor der Siedlung „Wentdorfer Ring” wird verdichtet, um einen raschen und vollständigen Sichtschutz zu erzielen. „Diese Lärmschutzmaßnahmen sind ein Kompromiss. Für die Stadtentwicklung ist die A 14 wichtig. Dies ist ein wichtiger Tag für Wittenberge”, freute sich das Stadtoberhaupt.

Die zusätzlichen Maßnahmen zum Lärmschutz kosten dem Land rund zwei Millionen Euro.

Von Jens Wegner

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