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Wittenberge Ausstellung über die Kulturhäuser im Osten eröffnet
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11:27 08.10.2019
Rainer Dyk berichtete von seinen Recherchen über das Wittenberger Kulturhaus. Neben ihm steht Waltraud Neumann. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Rund 1200 Kulturhäuser gab es zur Wende Ende der 1980er Jahre”, sagte Waldtraut Neumann, stellvertretende Bürgermeisterin von Wittenberge, am Montag bei der Ausstellungseröffnung der Wanderausstellung „Das Kulturwunder” im Wittenberger Rathaus. Die Exposition informiert über die Kulturhäuser im Osten Deutschlands, die zentrale Orte des kulturellen und sozialen Lebens bildeten.

Die Wanderausstellung, die mit Unterstützung des Kulturreferats der Stadt München und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg entstanden ist, beleuchtet die Bedeutung von kultureller Bildung und soziokulturellen Zentren für die Gesellschaft. Zwei der 18 ausgestellten Schautafeln widmen sich dem Wittenberger Kultur- und Festspielhaus.

Rainer Dyk arbeitete sich durch zwei dicke Ordner

„Als uns die Ausstellung das erste Mal vor die Nase kam, vermissten wir das Wittenberger Kulturhaus”, sagte Rainer Dyk, Mitinitiator der Wanderausstellung. „So war es mir eine besondere Freude, da ein bisschen genauer zu gucken. Im Stadtarchiv habe ich zwei dicke Ordner durchwühlt, worin die ganze Vorgeschichte des Kulturhauses dargestellt ist”, sagte er.

Viele der großen Säle, die Wittenberge hatte, waren nach dem Krieg zerbombt. Wittenberge hatte nichts mehr. Versammlungen fanden im Gemeindehaus statt. Es war das einzige Gebäude mit einem größeren Saal, das nicht zerstört war. Auch fand Rainer Dyk in den Ordnern Briefe vom Zentralkomitee und dem Kulturminister der DDR, den Bau des Kulturhauses betreffend.

Das Haus erhielt den Namen Johannes Robert Becher

Das Haus erhielt bei seiner Einweihung am 7. Oktober 1959 den Namen des Dichters und SED-Politikers Johannes Robert Becher. Dessen Witwe hatte der Namensgebung zugestimmt, obwohl er dies eigentlich nicht wollte. Becher mochte keinen Personenkult. Der Name wurde abgelegt, als die Sanierung des Gebäudes im Jahr 1999 fertig war, berichtete Dyk.

„Es sollten Häuser für das ganze Volk sein. Jeder sollte sich Theater leisten können. Es gab Schülerkonzerte und sogar ein Theateranrecht”, berichtete Dyk vom Ansinnen der DDR-Führung, Kulturhäuser zu errichten.

Pierre Wilhelm zeigt einige Hefte, die die DDR hervorbrachte. Quelle: Jens Wegner

„Ich bin 1975 geboren und habe selbst erlebt, wie man Konflikte mit Musik löst. Man macht Musik zusammen und versteht sich”, sagte Pierre Wilhelm, Kurator der Wanderausstellung „Das Kulturwunder”. Die Fehler, die andere Kommunen gemacht hätten, habe Wittenberge zum Glück nicht gemacht und ins Kulturhaus investiert. Andernorts wurden die Kulturhäuser nach der Wende dem Verfall preisgegeben oder umgenutzt.

Die Idee der Kulturhäuser war das solidarische Mitwirken aller. Sie sind in den 1950er Jahren erbaut worden. Der Arbeiter ist ein besonderer Arbeiter, wenn er sich kulturell betätigt, hieß es damals.

Die Ausstellung war sogar in den USA zu sehen

Im Jahr 2016 wurde die Wanderausstellung in Potsdam das erste Mal in Deutschland gezeigt. In ihrer englischsprachigen Version erlebte sie ihre Premiere im Jahr 2014 in Austin (USA). Die Amerikaner zeigten sich begeistert von der Idee. „Wieder erleben wir, dass sich Menschen zurückziehen oder sich zurückgesetzt fühlen. Extreme Spalten unsere Gesellschaft. Man kann nur hoffen, dass es auch anderswo so schöne Häuser gibt wie in Wittenberge”, sagte Pierre Wilhelm.

Bis zum 7. November kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

Von Jens Wegner

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