Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittenberge Baumann & Clausen im ausverkauften Wittenberger Kulturhaus
Lokales Prignitz Wittenberge Baumann & Clausen im ausverkauften Wittenberger Kulturhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:51 06.01.2020
Die beiden Komiker lösen einen Kriminalfall. Auf einem Bild sah das Publikum Klaus Klöben auf dem Fußboden des Ordnungsamts liegen. Ist er tot? Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Ein Intensivtraining für die Lachmuskeln gab es am Sonntag für die Gäste im ausverkauften Kultur- und Festspielhaus Wittenberge – mit den Komödianten Baumann & Clausen. Die lustigsten Bürokraten Deutschlands, Alfred Clausen und Hans-Werner Baumann alias Jens Lehrich und Frank Bremser, bedienen in ihrem neuen Programm „Tatort Büro” viele Klischees, die man Büroangestellten in staatlichem Dienst nachsagt.

Johannes, der dienstälteste Hausmeister, begrüßte die Gäste aus dem Off. „Ich bin der Einzige, der hier rauchen darf”, stellte er in strengem Ton klar und präsentierte statistische Zahlen über Büroangestellte. „Na, wie isses?”, fragte das Publikum stilsicher, als Baumann und Clausen die Bühne betraten.

Das Büro als beliebter Ort fürs Mobbing

Die beiden starteten gleich mit Witzen über Randgruppen wie Vegetarier. Wie nennt man einen dicken Vegetarier? Bio-Tonne. Er habe beschlossen, auch einen fleischlosen Tag einzulegen, berichtete Clausen. „Was? Ein Tag pro Woche fleischlose Ernährung”, fragte Baumann. „Nein”, beruhigte Clausen, „einen Tag im Jahr. Das mache ich am 15. Juni. Das habe ich schon festgelegt. Und am 16. veranstalte ich ein großes Schlachtefest.”

Baumann und Clausen trugen ein Hörspiel vor.  Quelle: Jens Wegner

Das Büro ist eigentlich kein Tatort, sondern ein Ort, wo man sich erholt, erklärten die beiden Bühnenbürokraten. Die Elternzeit wäre auch eine Möglichkeit, nicht zu arbeiten, habe aber einen Nachteil: Man braucht ein Kind. An keinem anderen Ort werde so viel gemobbt wie im Büro, erklärte Baumann. Ja, bestätigte Clausen. Kürzlich habe ihn jemand „Hurensohn” genannt. „Was? Und was hast du da gemacht?” „Da bin ich gleich zu ihm hingegangen und habe gesagt, dass man das auch freundlicher sagen kann.” „Wie denn?” „Du elendes Produkt einer käuflichen Liebe.”

Ordnungsamtsmitarbeiter liegt wie tot auf dem Boden

Die Gäste im Festspielhaus erlebten auch das Hörspiel zu einem Kriminalfall, wie er sich wirklich zugetragen haben soll. Alfred Clausen trug die Geschichte vor, während Hans-Werner Baumann die Geräusche dazu machte.

Es begann mit einem Bild das Klaus Klöben in seinem Büro liegend auf dem Fußboden des Ordnungsamts zeigte. „Er ist tot”, stellte Clausen fest. „Das ist ein Arbeitsunfall”, so Baumann. „Nein. Der Klöben hat noch die Hände in den Taschen”, entdeckte Clausen. „Chefermittler Clausen betrat das Rathaus”, las Baumann. Die Rathausglocke schlug 12 Uhr. „Ich war früh dran”, kommentierte Clausen das Lachen des Publikums.

„Schweißperlen tropften ihm von der Stirn”, las Baumann, schaute zu seinem Kollegen hoch und sagte: „Das habe ich noch nie bei dir gesehen.” Das Bestechungsgeld in seiner Tasche klapperte, als er sein Handy aus selbiger zog. Schnell hatte Chefermittler Clausen die Lösung: „Der ist gar nicht tot. Er hat erst um 10 Uhr Sprechstunde. Das Bild ist um 9.47 Uhr aufgenommen worden. Der schläft noch.”

Burnout mit Mitte 40, Magengeschwür mit 50

Auch musikalisch konnten Baumann und Clausen punkten und trugen das eine oder andere Liedchen vor, beispielsweise mit „Scheiß Lage, zehn Tage” nach dem italienischen Stück „Nel blu dipinto di blu (Volare)” von Domenico Modugno, in dem sie ihren Urlaub auf Mallorca besangen. Das Publikum jubelte.

Anhand einer Handpupe zeigte Baumann das Beispiel eines Büroangestellten in der freien Wirtschaft. Quelle: Jens Wegner

Schließlich wurden verschiedene Bürotypen vorgestellt, etwa Johann Meier. „Er arbeitet in der freien Wirtschaft. Das erkennt man am grauen Haar”, erklärte Baumann anhand einer Handpuppe. Er arbeitet 13 Stunden am Tag. Mitte 40 käme der erste Burnout, Mitte 50 ein Magengeschwür.

Oder Stefan Meier von der IT. „Haben Sie Windows auf ihrem Computer”, fragte der langhaarige Informatiker einige Gäste im Saal. „Das ist wie bei einem U-Boot”, erklärte er. „Du machst das erste Fenster auf und die Probleme fangen an.” Ein Witz jagte den anderen. Das Publikum grölte und applaudierte begeistert.

Von Jens Wegner

Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Opel und einem Hyundai in Wittenberge sind zwei Frauen verletzt worden. Bei dem Unfall war einer der beiden Wagen auf glatter Straße in den Gegenverkehr geraten.

05.01.2020

Ein Streit zwischen einem 17-Jährigen und seiner 37-jährigen Mutter endete in Wittenberge tätlich. Der junge Mann schlug zu.

05.01.2020

Auftakt für die kulinarischen Hauskonzerte mit Kreiskantorin Susanne Krau (Prignitz), der Cembalistin Mira Lange und dem Cellistin Martin Seemann ist am 18. Januar im Evangelischen Gemeindehaus in Wittenberge. Die Gäste hören „Barocke Genüsse”.

03.01.2020