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Wittenberge Co-Working-Projekt in Wittenberge geht in die Verlängerung
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12:08 07.02.2020
Büro mit Ausblick auf die Elbe: Der so genannte Co-Working-Space in der alten Ölmühle in Wittenberge. Quelle: Stephanie Fedders
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Wittenberge

Nein, es ist nicht der Blick auf die Elbe, weshalb eine Schar junger Leute Wittenberge als Arbeitsplatz entdeckt hat. Die tolle Sicht aus einem der oberen Stockwerke der alten Ölmühle ist eher als Zugabe zu verstehen für die Mutigen und Neugierigen, die sich für eine Weile losgesagt haben von der Großstadt und ihrem Beruf auf dem Land nachgehen.

Im Juli 2019 startete der „Sommer der Pioniere“

Mobiles Arbeiten in einem gemeinsam genutzten Büro – dem Co-Working-Space – ist ein Modell, das im Juli 2019 in der Prignitz etabliert wurde. Partner wie die Stadt Wittenberge, die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt (WGW) oder das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) unterstützten Initiator Frederik Fischer bei der Umsetzung und riefen den „Sommer der Pioniere“ aus.

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Hingucker: Die Glasfront der ehemaligen Ölmühle, hinter der sich unter anderem das mobile Büro befindet. Quelle: Stephanie Fedders

20 Teilnehmer wurden im Rahmen eines Wettbewerbs gesucht und gefunden. Neben dem Arbeitsplatz mit Aussicht, W-Lan, Beamer, Drucker und Kaffeemaschine vermittelte die WGW Wohnungen oder Zimmer gegen einen Pauschalpreis. Obendrein gab es die Räume des Safari-Ladens am Bismarckplatz, der für Veranstaltungen genutzt werden konnte.

Kaum angefangen und eingelebt, hatten alle Beteiligten bereits das Ende des Projektes vor Augen. Die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums in Höhe von knapp 37 000 Euro war nur auf ein halbes Jahr ausgelegt, am 31. Dezember sollte schon wieder Schluss sein.

Dank Förderung bleibt der Co-Working-Space bis Sommer 2020 erhalten

Damit konnte sich keiner anfreunden. Hinter den Kulissen begannen die Gespräche, um eine Verlängerung um weitere sechs Monate möglich zu machen. In Wittenberge waren sich alle einig und warteten auf ein Signal aus Potsdam. Das kam Ende des Jahres – das Wirtschaftsministerium sicherte die finanzielle Unterstützung für ein weiteres halbes Jahr zu.

Die zweite Halbzeit begann am 15. Januar. Mit alten und neuen Pionieren und dem bewährten Team im Hintergrund, das gespannt ist, auf das, was da noch kommt.

Der Blick zurück auf die vergangenen sechs Monate hat gezeigt, dass das Interesse an dem Projekt zu einer großen Medienresonanz geführt hat, die bundesweit Aufmerksamkeit garantierte. Obwohl zuletzt im Dezember auf Spiegel online von der Prignitz als „Niemandsland zwischen Hamburg und Berlin“ zu lesen war, spricht Martin Hahn von einer „positiven Berichterstattung“.

Zehn Pioniere gehen in die Verlängerung

Für das Image der Stadt und der Region „hätten wir das mit einer anderen Kampagne nicht hinbekommen“, sagt der Leiter des Wittenberger Bauamtes. Christian Fenske, TGZ-Geschäftsführer, nennt den „qualitativen Zugang“ als ein großes Plus der Aktion.

Unter den Teilnehmern seien Architekten, Stadtplaner, Journalisten oder PR-Berater – allesamt gut ausgebildete Fachkräfte, die „Kompetenzen im Bereich Digitalisierung mitbringen“, erklärt Siw Foge vom TGZ. Das Potenzial gelte es zu nutzen – jetzt und über den Sommer 2020 hinaus.

Seit Januar arbeiten zehn neue Pioniere im gemeinsamen Büro neben den zehn, die 2019 angefangen haben. Zu den Dagebliebenen gehört Christian Soult, der als freier PR-Berater tätig ist und die Öffentlichkeitsarbeit übernommen hat.

Ruhe und Natur in der Prignitz statt Großstadthektik

Natürlich ist der Blick auf die Elbe ein Highlight des Arbeitsplatzes. Der überzeugt die Teilnehmer aber auch mit dem Konzept. Am großen Tisch können sich alle versammeln. Wer in Ruhe telefonieren muss, geht in den Konferenzraum. Und zum ausruhen lädt die gemütliche Sitzecke ein. Es sei eben nicht die Ausstattung wie in einem klassischen Büro, freut sich Christian Soult.

Spielwiese: Der Safari-Laden am Bismarckplatz hat sich dank vieler Veranstaltungen zum Treffpunkt entwickelt. Quelle: Stephanie Fedders

„Mittlerweile habe ich den Ort, das Büro und die anderen Pioniere sehr lieb gewonnen“, sagt Soult, der bei Bedarf mit dem Zug in gut einer Stunde in der Hauptstadt ist. Was ihn an der Prignitz fasziniert, sind Ruhe und Natur. „Die Jahreszeiten lassen sich hier viel deutlicher erleben als in Berlin“, hat er festgestellt.

Und dann ist da ja noch die Herausforderung mit dem Safari-Laden, den die Pioniere für sich und ihre Veranstaltungen nutzen können. Das gehört zum Projekt dazu.

Safari-Laden am Bismarkplatz wird zum Treffpunkt

In den Räumen am Bismarckplatz brennt mittlerweile regelmäßig Licht. Tauschaktionen, Reparatur-Café oder der Erzählsalon wecken bei immer mehr Wittenbergern das Interesse. Die Aktionen haben sich herumgesprochen, der Laden wird mehr und mehr zum Treffpunkt und zur Kontaktbörse für Alteingesessene und die Neuen.

Geht es nach den Partnern vor Ort, kann das nach dem 30. Juni gerne so weiter gehen. Danach fließen zwar keine Fördermittel mehr, aber Wittenberge soll auf jeden Fall als Standort für mobiles Arbeiten etabliert werden. Mit oder ohne direkten Blick auf die Elbe...

Von Stephanie Fedders

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