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Wittenberge Da kann man Leute treffen- Tausch-Safari und Reparatur-Café
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13:44 08.12.2019
Der Verstärker von Alexander Pohl (r.) konnte schnell repariert werden. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Zehn, zwölf Leute drängten sich im Laden, schauten sich nach Sachen um, die ihr Interesse weckten, die sie gebrauchen können. Sie kamen untereinander ins Gespräch. Es herrschte ein reges Treiben an diesem Sonnabend, an dem es die zweite Tausch-Safari im Stadtsalon Safari am Wittenberger Bismarckplatz 6 gab, organisiert von Pionieren des „Summer of Pioneers”, die die Woche über im Coworking Space in der Alten Ölmühle gemeinsam arbeiten.

Ein gutes Angebot muss sich erst rumsprechen. Tausch-Safari und Reparatur-Café war gut besucht.

Vanessa Sadecky, freischaffende Journalistin aus Zürich, hatte die Idee dazu. Sie nahm die Sachen in Empfang, die die Leute brachten – Spielzeug, Kleidung, Bücher, DVDs, Deko-Artikel, Küchengeräte. Getauscht werden kann fast alles. „Kaputt sollte nichts sein, denn es soll ja noch verwendet werden. Kleidung muss gewaschen sein”, nannte Vanessa Sadecky als Bedingung.

Nicht alles muss weggeschmissen werden

Jeder Teilnehmer kann bis zu zehn Artikel mitbringen. Je Artikel gibt es ein Tausch-Coupon. Wertbemessungen werden nicht durchgeführt, egal wie groß oder wertvoll der Artikel ist. „Ein paar Sachen sind noch vom letzten Mal hier. Übriggebliebene Artikel wollen wir einer gemeinnützigen Institution in Wittenberge spenden”, sagte Soult.

Er hatte die Idee, die Tausch-Safari mit einem Repair-Café zu verbinden. „Es wird viel zu viel weggeworfen, weil sich die Reparatur kleinerer Haushaltsgeräte oft nicht lohnt.” Im Reparatur-Café werden Leute gesucht, die die Fähigkeiten und das Werkzeug besitzen, solche Reparaturen durchzuführen und Menschen, die gegen eine kleine Spende ihre defekten Artikel reparieren lassen möchten.

Wenn einer dem anderen hilft

„Das hilft Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen. Nebenbei können die Leute untereinander ins Gespräch kommen, sich mit anderen austauschen. Und einen Kaffee gibt’s immer”, so Soult. So kam Alexander Pohl in den Laden, mit einem defekten Verstärker unter dem Arm und einen neuen Endstufen-IC in der Tasche. Flugs wurde ein Tisch herbeigeschafft und eine Arbeitslampe montiert und das Gerät repariert.

Der Safari-Laden ist der Mittelpunkt fürs Tauschen und Reparieren. Quelle: Jens Wegner

Auch Pia Hemstedt aus Wittenberge konnten die Bastler helfen und einen gebrochenen Serviettenring löten. „Ich habe gesehen, dass man heute hier Sachen tauschen kann. Die Idee finden ich toll”, sagte die junge Frau. Unter anderem brachte sie ein Puzzle, das schnell einen neuen Besitzer fand, einen Pullover mit winterlichen Motiven, der der zierlichen Frau zu groß ist und einen Dekoartikel mit gepressten Naturmaterialien.

Aus der Großstadt nach Wittenberge geholt

„Den Dekoartikel, fand ich mal schön, habe ihn inzwischen aber lange gesehen. Jetzt können sich andere daran erfreuen. Er hat einen schönen Platz in einem anderen Haushalt verdient”, sagte sie. Gefunden und mitgenommen hat sie eine Probe eines Waschmittels, dass die Pioniere selbst gemacht haben und eine rote Flasche als Geschenk für ihren Freund. „Er mag sowas Altes”, freute sie sich.

Marie Sirrenberg aus Bad Wilsnack arbeitet für eine IT-Firma im Homeoffice. „Mindestens einmal pro Woche versuche ich im Coworking Space zu arbeiten, um mal raus zu kommen und mit anderen zu sprechen”, sagte sie. Die Idee der Tausch-Safari und des Reparatur-Cafés findet sie faszinierend. In der Großstadt sei das Gang und Gäbe.

Beim nächsten Mal wird es noch voller

„Ich war neugierig und wollte mal gucken. Wir haben viele Kisten auf dem Dachboden. Die wollte ich eigentlich zum DRK bringen. Hier mit Leuten ins Gespräch zu kommen und zu tauschen finde ich besser”, sagte sie. Überhaupt fehle es an solchen Begegnungsräumen, um ins Gespräch zu kommen. Der Gedanken des Gebens war ihr wichtig.

Groß war die Vielfalt der angebotenen Tauschobjekte im Stadtsalon Safari. Quelle: Jens Wegner

„Ich sehe ein paar Leute mehr als beim letzten Mal. Einige kenne ich vom sehen, einige sind neu. Die Tausch-Safari wird gut angenommen”, freute sich Christian Soult. „Wir haben die Tauschzeiten gegenüber dem letzten Mal gekürzt, weil wir gemerkt haben, dass sich das meiste am Anfang abspielt. Nach 16 Uhr kam kaum noch jemand.

Das Reparatur-Café ist neu und muss sich erst etablieren. Wir machen das alles ehrenamtlich. Wir Pioniere wollen uns einbringen und auch die Leute in der Stadt kennenlernen.” Am Schluss war zu sehen, dass deutlich mehr Sachen gebracht als mitgenommen wurden. Wer gerne bastelt und Lust hat, anderen beim Reparieren zu helfen, kann sich unter safari@wittenberge-pioneers.de anmelden.

Von Jens Wegner

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