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Wittenberge Botanik-Tour am Rehwischdeich bei Wittenberge
Lokales Prignitz Wittenberge Botanik-Tour am Rehwischdeich bei Wittenberge
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00:21 03.07.2019
Vor und hinter dem Deich schauten sich die Naturfreunde um und bestimmten viele Pflanzen. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Zu einer Exkursion in die Welt der Pflanzen und Insekten am Rehwischdeich bei Wittenberge kamen am Sonnabend zwölf Naturliebhaber.

Die Rangerin in der Naturwacht Brandenburg, Marion Korsch, führte die Truppe entlang des sanierten Deichs und erklärte die seltenen Pflanzen die derzeit in voller Blüte stehen. Für die Sanierung des Rehwischdeichs musste Material von der Deichkrone abgetragen werden, weil es sich nicht für den Deichbau eignet.

Hochwasserschutz geht vor

Hochwasserschutz geht natürlich vor”, sagte Marion Korsch. „Aber darauf wurden zum Teil äußerst seltene Pflanzen entdeckt, die es zu sichern galt.” Es wurde ein Ersatzlebensraum neben dem Deich geschaffen, in dem heute diese vielfältige Pflanzenwelt zu finden ist. Bis zur Fertigstellung des Deichs und der Ausgleichsfläche wurden über 5000 Pflanzen nach Jänschwalde (Niederlausitz) gebracht und dort zwischengelagert. Maat wurde aufgenommen und hinterher wieder auf dem Deich verteilt, damit das Saatgut nicht verloren geht und sich daraus neuen Pflanzen entwickeln können.

Steinhaufen wurden als Habitate für Eidechsen angelegt. Die Rangerin zeiget den Gästen Pflanzen mit exotisch klingenden Namen wie die Karthäuser-Nelke, Ähriger Ehrenpreis oder Kleine Wiesenraute. Zwischendurch war der Grünspecht zu hören.

Rangerin Marion Korsch erklärte die besonderen Eigenschaften der Pflanzen. Quelle: Jens Wegner

„Die Ochsenzunge erkennt man an der rauen Ober- und Unterseite der Blätter”, erklärte sie. Die Gewöhnliche Kornrade beispielsweise, sei in Deutschland nach der Roten Liste gefährdeter Arten mit Stufe eins als vom Aussterben bedroht bewertet. „In der Niederlausitz würden sie juchen wegen der Heidenelke. Hier kommt sie wegen der trockenen Böden noch häufig vor. Es wäre schön, wenn man die Wildkräuter blühen ließe, bevor man die Wiese mäht. Dann würden die Insekten wieder mehr Nahrung finden. Davon würden auch die Folgearten profitieren. Außerdem gibt man den Pflanzen damit die Chance, sich vermehren zu können”, erklärte sie.

Wilder Dost am Feldrand

Am Feldrand zeigte sie den Gäste den Wilden Dost. „Der ist zwar nicht so selten, blüht hier aber besonders schön”, sagte sie. Viele Falter, Schmetterlinge und andere Insekten umschwirrten die Blüten.

Trockene neben feuchten Gebieten mit deren Wechselwirkung, wie am Rehwischdeich, kämen in der Natur nicht mehr vor. Der Naturschutz müsse auch umdenken. „Wegen des Klimawandels brauchen wir mehr Wald”, sagte sie.

Thomas Lange zeigte den Gästen einen Moschusbock, den er fand. Quelle: Jens Wegner

Der Hobby-Entomologe Thomas Lange aus Wittenberge fand einen Moschusbock, der zur Art der Bockkäfer gehört, den er den Gästen zeigte. Außerdem erfuhren sie von ihm vieles über bedrohte Insekten.

Von Jens Wegner

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