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Wittenberge Gedenken an die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima
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00:21 01.05.2019
Im Wittenberger Clara-Zetkin-Park trafen sich engagierte Bürger, um an die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima zu erinnern. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Etwa 15 engagierte Bürger trafen sich am Sonnabend im Wittenberger Clara-Zetkin-Park, um an die Katastrophen durch die Unfälle in den Atomkraftwerken im russischen Tschernobyl und im japanischen Fukushima zu erinnern. In einer Schweigeminuten gedachten sie der Opfer.

Der Wittenberger Wolfgang Herms hatte dazu eingeladen. 2013 wurden im Clara-Zetkin-Park ein japanischer Kirschbaum sowie später drei Birken gepflanzt, wo nun jährlich an die Katastrophen erinnert wird.

Gefährliche Strahlenwolken über Europa

Die Teilnehmer lasen Passagen einer Anzeige „Energiewende ohne Atom und Kohle – 8 Jahre Fukushima – 33 Jahre Tschernobyl”, die die Organisation „International Physicians for the Prevention of Nuclear War” (IPPNW) am 11. März in der Süddeutschen Zeitung schaltete. Es geht darin um eine Energiewende ohne Atom und Kohle sowie 33 Jahre Tschernobyl und acht Jahre Fukushima.

Am 26. April 1986 explodierte ein Atomreaktor in Tschernobyl. Über Europa zogen gefährliche Strahlenwolken. Hunderttausende Betroffene leiden noch immer an strahlenbedingten Krankheiten.

200 000 Menschen mussten Heimat verlassen

Am 11. März 2011 kam es nach einem Erdbeben und Tsunami zur Atomkatastrophe in Japan mit Kernschmelze in drei Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi. 200 000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. 50 000 von ihnen leben weiterhin in Behelfsunterkünften und weigern sich, in ihre verstrahlten Dörfer und Städte zurückzukehren.

Denn trotz aufwändiger Dekontaminierung sei die Strahlenbelastung in den freigegebenen Gebieten vielerorts noch deutlich zu hoch und gefährde die Gesundheit, besonders für Kinder und Schwangere, wurde bemängelt. Diese Atomkatastrophen hätten in Deutschland zum Atomausstieg geführt.

Energiewende ohne Kohle und Atom

Im Interesse eines konsequenten Umwelt- und Klimaschutzes müssten zudem die Kohlekraftwerke zügig abgeschaltet werden, hieß es. Deshalb forderten die Teilnehmer eine Energiewende ohne Atom und Kohle. Immer wieder gäbe es Versuche, die Atomenergie als umweltfreundlich anzupreisen und den Ausstiegsbeschluss in Frage zu stellen.

Wir brauchten eine kluge Fortsetzung der Energiewende, die klimaneutral, dezentral, bezahlbar, versorgungssicher und ohne Importe von Kohle- und Atomstrom auskommt, so der Tenor.

Eine Generation geht auf die Straße

„Mir fehlt bis jetzt immer noch eine Strategie der Energiewende”, bemängelte Dieter Janke. „Die jungen Leute, die freitags auf die Straße gehen, haben alle Recht. Wir brauchen den schnellen Ausstieg aus der Kohleenergie”, sagte Anja Piel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag Niedersachsen.

Dem stimmte auch Ursula Nonnemacher, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Brandenburger Landtag, zu. „Eine ganze Generation geht jetzt dafür auf die Straße, denn es geht um ihre Zukunft”, sagte sie.

Zukunft ohne Dürren, Stürme und Naturkatastrophen

„Dass wir den Ausstieg aus Kohle- und Atomenergie schaffen können, wissen wir jetzt”, sagte Helge Limburg, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen im Landtag Niedersachsen. Er wünschte sich, dass seine drei Kinder ohne Dürren, Stürme und andere Naturkatastrophen aufwachsen können.

Wilfried Treutler regte an, ähnlich wie die Holocaustleugnung auch die Leugnung des Klimawandels zu kriminalisieren. „Verbote sind nicht der richtige Weg. Das hat die Vergangenheit bewiesen. Wir werden von Wittenberg aus nicht das Weltklima ändern, aber wir können unseren Beitrag dazu leisten”, sagte Ursula Nonnemacher.

Von Jens Wegner

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