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Wittenberge Grundstück für stationäres Hospiz gefunden
Lokales Prignitz Wittenberge Grundstück für stationäres Hospiz gefunden
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16:06 11.12.2018
An dieser Stelle soll in Wittenberge das neue Hospiz entstehen. Christian Richter (l.) und Stephan Michelis zeigen den Plan für das Gebäude. Quelle: Susanne Liedtke
Wittenberge

Wenn es um das Thema Hospiz geht, dann weiß Christian Richter, wovon er redet. Der Apotheker aus Bad Wilsnack betreut gemeinsam mit einer Ärztin Menschen, die in ihrer letzten Lebensphase sind und eine Palliativversorgung benötigen. Das Wichtigste, was ihm dabei am Herzen liegt, ist, dass diese Menschen sich würdig aus dem Leben verabschieden können.

Darum unterstützt er als Vorstandsmitglied des Vereins Prignitzer Hospiz so sehr die Idee, in Wittenberge jetzt ein stationäres Hospiz zu errichten, um „Sterbenden und ihren Angehörigen gute Tage und Stunden des Abschieds zu schenken – liebevoll umsorgt und intensiv-palliativ betreut“. Die Vision ist, dass „die Atmosphäre im Haus nicht nur geprägt ist von Traurigkeit und Abschied, sondern auch von Rückblick und Ausschau“.

Eröffnung im Jahr 2020 angestrebt

Die Idee beginnt nun langsam Wirklichkeit zu werden. In der Stadt Wittenberge ist dafür nun ein geeignetes städtisches Gelände gefunden worden, das gepachtet werden soll. Zwei Grundstücke in Wittenberge standen für die Vorauswahl an. Eines befindet sich zwischen der Bahnlinie und dem Schwimmbad – eine Lösung, die Richter wegen der Nähe zum Bahnhof gefallen hätte. Die Entscheidung fiel aber für ein anderes Grundstück am Elsternweg. Früher befand sich hier die O6, die Barackenschule.

„Gerade muss sich der Kampfmitteldienst damit beschäftigen“, erzählt Christian Richter. Er hat die Hoffnung, dass es nun im kommenden Frühjahr mit dem ersten Spatenstich losgehen kann. Klappt alles, dann könnte die neue Einrichtung im Frühjahr 2020 ihre Pforten öffnen. Es ist ein sehr ambitioniertes Vorhaben, das nun das Architektenbüro Meineke aus Neuruppin auf den Weg bringen soll. Ambitioniert auch deswegen, weil es auf lange Sicht keine billige Angelegenheit wird. Auch wenn die Krankenkassen 95 Prozent der Kosten übernehmen, sind die fünf Prozent Eigenanteil eine ziemlich Größe: „Wir müssen mit Sicherheit 60 000 Euro pro Jahr an Eigenmitteln aufbringen“, schätzt Richter, „das ist eine große Summe, aber wir sprechen auch ein großes Bedürfnis der Menschen an.“

1,2 Millionen Euro Kosten pro Jahr

Mit „Wir“ ist vor allem der im Februar 2018 gegründete Förderverein Prignitzer Hospiz gemeint (die MAZ berichtete). Vorsitzender ist der Wittenberger Onkologe Torsten Bock. Sein Stellvertreter ist Olaf Glomke, seines Zeichens Krankenhausseelsorger in Perleberg. Stephan Michelis, Oliver Hermann und Christian Richter gehören außerdem dem Vorstand an. Der neue Förderverein unterstützt den Trägerverbund, in dem sich der gemeinnützige Verein Ruppiner Hospiz, der in Neuruppin das seit 2004 bestehende Hospiz „Haus Wegwarte“ betreibt, und ein Verein Prignitzer Palliativärzte zusammengeschlossen haben.

Dass die jährliche Gesamtsumme für die laufenden Kosten des künftigen Hospizes 1,2 Millionen Euro betragen wird, erklärt sich ganz einfach dadurch, dass sich bis zu 25 Vollzeitkräfte um 14 Personen kümmern sollen. Drei bis fünf von ihnen werden Tageshospizplätze haben und dann sechs bis acht Stunden am Tag hier betreut werden. Die anderen werden hier rund um die Uhr betreut. Auch für die Vollzeitarbeitskräfte sei dies kein normaler Beruf, „sie sehen das mehr als Berufung“, so Christian Richters Erfahrung. „Wir haben keinerlei Gewinnerzielungsabsicht, aber die Versorgung ist teuer“, betont Christian Richter. Der Verein finanziert sich vor allem aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Für Einzelpersonen betragen diese 30 Euro im Jahr, Firmen oder öffentliche Personen 120 Euro jährlich. Bislang hat der Verein 22 Mitglieder. Richter hofft, dass sich die Ziel über die vor der Freischaltung stehende Webseite und andere Werbung bald erhöht.

Der Bedarf ist in der ganzen Region unbestritten

Der Bedarf für eine solche Einrichtung ist allerdings ebenso unbestritten. „Wir brauchen eine stationäre Versorgung in der Westprignitz“, sagt Christian Richter. Aber eigentlich geht der Rahmen noch weiter. Die Unterversorgung mit Hospizplätzen reicht bis in den Norden von Sachsen-Anhalt, und es ist nicht ungewöhnlich, dass aus dem ganzen Landkreis Prignitz Menschen nach Neuruppin oder auch ins mecklenburgische Neustrelitz für die letzte Zeit ihres Lebens ins Hospiz gehen. „Vielleicht geht das sogar noch für die Schwerkranken, aber nicht für ihre Angehörigen“, weiß Richter aus seiner eigenen Praxis.

Das Problem: Der auf die Einwohnerzahl bezogene Schlüssel für Hospizplätze in Nordbrandenburg ist gedeckelt durch die Hospize in Oranienburg und Neuruppin. So war Richter dankbar für die Initiative des Professors Dieter Nürnberg, Vorsitzender des Vereins Ruppiner Hospiz, der auf Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann zugegangen ist und den Bau des Hospizes in Wittenberge angeregt hat. Richter hätte sich das Hospiz auch in seiner Heimatstadt Bad Wilsnack vorstellen können. „Aber Wittenberge hat den Vorzug, von allen Seiten gut erreichbar zu sein.“ Ein wichtiger Punkt vor allem für die Angehörigen.

Bislang dominiert in der Prignitz die spezielle ambulante Palliativ-Versorgung, kurz SAPV. „Was wir planen, ist keine Konkurrenz zu der bestehenden Struktur“, versichert Richter. Was in Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen und von ambulanten Pflegediensten geleistet werde, sei großartig.

Von Bernd Atzenroth

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