Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittenberge Herr Schröder, der Korrekturensohn
Lokales Prignitz Wittenberge Herr Schröder, der Korrekturensohn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:43 12.01.2020
Johannes Schröder alias Herr Schröder begeisterte das Publikum in Wittenberger Musentempel. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Die Ankündigung, dass ein Pauker mit „Pultstatus” auspackt, lockte am Freitag rund 450 Gäste ins Kultur- und Festspielhaus Wittenberge.

Johannes Schröder, ein vom Staat geprüfter Deutschlehrer und Beamter, ließ in seinem Programm „World of Lehrkraft – ein Trauma geht in Erfüllung” hinter die Fassade der Lehrkräfte blicken.

„Das ist für mich die erste Stunde nach den Winterferien. Wenn ihr schön mitmacht, machen wir fünf Minuten eher Schluss”, versprach er dem Publikum.

Geh nach Hause, Du Opfer

„Guten Morgen liebe 10 a”, probte er mit den Anwesenden die Grußformel zu Beginn des Unterrichts. „Guten Morgen, Herr Schröder”, kam die brave Antwort aus dem Publikum. Der bat um eine eher langweilig langgezogene Antwort als morgendlichen Verbalsuizid. Auch Zwischenrufe wie „Geh nach Hause, du Opfer” fände er passend.

Johannes Schröder alias Herr Schröder Quelle: Jens Wegner

„Eine gut platzierte Beleidigung kann lyrisch sein”, sagte der Deutsch-Lehrer und begann den Kontakt mit einigen Gästen in den vorderen Reihen herzustellen. „Wie heißt du? Manfred. Du bist Lehrer? Nein. Du arbeitest Vollzeit.”

Das Publikum lachte amüsiert. Als Lehrer sei er scheitern gewohnt. Lehrer führten ein Leben am Korrekturrand der Gesellschaft.

Eines Morgens, als er in der Klasse die Tafel aufklappte stand dort „Guten Morgen Herr Schröder, Sie Korrekturensohn”, berichtete er. „Das ist eine verbale Klangfusion. Wer hat das geschrieben?”, wollte er von seinen Schülern wissen.

Justin? Nein, der könne es nicht gewesen sein. „Für Justin ist „Frankfurt Oder” eine rückversichernde Entscheidung. Für ihn ist ein Kreiskrankenhaus ein rundes Gebäude. Auf die Aufgabe, ein Tier unserer Heimat zu nennen, beantwortete er mit: Der Rindenmulch”, beschrieb Herr Schröder die Leistungen seines Schützlings. Doch dann machte Justin, zur Überraschung aller, sein Abitur mit 1,8 … Promille.

Aber nein, er wolle keine Witze mehr über Justin machen. Das Publikum jubelt.

Zwischen den Zeilen steht ... nichts

„Kennt ihr Gedichtinterpretationen? Zwischen den Zeilen lesen. Da steht nichts”, brachte er ein Beispiel aus den Deutschunterricht. Oder Mathe: „Ich hab ne Cosinus(s)-Allergie.”

„Im Bahnhof wollte ich mal einen Kaffee trinken”, berichtete er von einem Erlebnis. Für jedes Heißgetränk, dass er dort trinke, bekäme er einen Stempel. Wenn er zehn Stempel auf seiner Rabattkarte habe, bekomme er das 11. Getränk zum Preis von einem, erklärte ihm die Verkäuferin. – „Der Mathelehrer da hinten rechnet immer noch”, sagte er nach einer kleinen Pause.

Weiter sinnierte er über Schwierigkeiten der deutschen Sprache, etwa warum im Wort „lispeln” ein s vorkomme und im Wort „stottern” gleich dreimal das T.

Mit dem ersten Soloprogramm auf Tour

Johannes Schröder ist studierter Deutschlehrer und Comedian. Nach zwölf Jahren Schuldienst befindet sich der Wahlkölner als „Herr Schröder” mit seinem ersten Comedy-Soloprogramm auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Das Ziel, ein eigenes Comedy- und Bühnenprojekt umzusetzen, zog ihn im Jahr 2014 zunächst nach Toronto, wo er in zahlreichen Comedy-Clubs das Einmaleins der Pointen lernte.

In Berlin gewann er 2015 den Mannheimer Comedy-Cup, 2016 die Quatsch-Comedy-Club-Talentschmiede, 2017 den 1. Preis des NDR-Comedy-Contests und 2018 den Silbernen Stuttgarter Besen sowie den Publikumspreis des Prix Pantheon.

Von Jens Wegner

Das ausverkauftes Queen-Tribute-Konzert im Wittenberger Kulturhaus machte Freddy Mercury wieder lebendig.

12.01.2020

Erst stritten sie sich verbal, dann griff ein 23-Jähriger seine Mutter tätlich an. Wittenberger Polizisten überwältigten den Mann.

09.01.2020

Von Wolfsburg nach Wittenberge haben sich ein Mann und eine Frau mit dem Taxi fahren lassen und dann nicht bezahlt. Die beiden liefen am Ziel angekommen einfach davon.

06.01.2020