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Wittenberge So läuft die Ausbildung zum Chemikanten
Lokales Prignitz Wittenberge

Jörg Enseleit berichtet über seine Ausbildung zum Chemikanten

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13:39 23.02.2021
Muss als Chemikant viele Dinge im Blick haben: Sorgfalt gehört im Job von Jörg Enseleit zu den wichtigsten Prinzipien
Muss als Chemikant viele Dinge im Blick haben: Sorgfalt gehört im Job von Jörg Enseleit zu den wichtigsten Prinzipien Quelle: IOI Oleo GmbH
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Wittenberge

In der Ausbildung zum Chemikanten geht es darum, sehr genau und mit großer Übersicht zu agieren, um die empfindlichen und exakt zu handhabenden Substanzen in die gewünschte Komposition zu bringen. „Sicherheit wird großgeschrieben“, sagt der in Fehrbellin aufgewachsene heutige Wittenberger.

Nach rund zweieinhalb Jahren steht Enseleit schon vor dem Abschluss. Der frühere Hochschüler kann wegen seines Studiums und auf Anfrage seines Unternehmens die Prüfung der eigentlich auf dreieinhalb Jahre angelegten Ausbildung früher ablegen. Viele der Realitäten, denen er in der Lehre begegnete, sind ihm aus der Zeit an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) noch vertraut . Das aus persönlichen und finanziellen Gründen abgebrochene Studium der Verfahrenstechnik hat einige Bezugspunkte zur chemischen Industrie.

Verantwortungsbewusstsein gefragt

„Da gibt es schon viele Parallelen“, sagt Enseleit. Neben dem grundlegenden Verständnis der Chemie seien ein ausgeprägter Lernwille, eine große Konzentrationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein gute Grundlagen des Chemikanten-Berufs. Schließlich gehört viel Sorgfalt dazu, die auch in der Lebensmittelindustrie benötigten Stoffe zu erstellen. „Es gibt sehr strenge Vorschriften“, weiß Enseleit. Das zu einem malaysischen Konzern gehörende Unternehmen mit rund 120 Beschäftigten in Wittenberge produziert zudem auch für die pharmazeutische Industrie.

Dennoch sei das „A und O des Chemikanten Proben zu nehmen“. Diese werden aus den im Schichtbetrieb werktags quasi rund um die Uhr laufenden Anlagen ständig in Ampullen ans Labor weitergegeben. Obwohl die Analyse auch zur Ausbildung des Chemikanten gehört, werden sie dort genauer untersucht.

Verfahren effizienter machen

Das führt zu einer weiteren Grundlage des Beruf: „Reinlichkeit ist ungemein wichtig“, sagt Enseleit. Das gilt natürlich nicht nur für die Sauberkeit der Proben, sondern auch für die Reaktoren, Zerkleinerungs- und Mischmaschinerien im Betrieb. Die müssen ständig aus einer Messwarte heraus, aber auch vor Ort überwacht werden. Viele Prozesse innerhalb der Öl- und Fettfertigung sind sehr zeitaufwendig. „Da war ich sehr überrascht, manchmal dauert das mehrere Tage“, sagt Enseleit.

Natürlich gehört Chemie zu den Fächern, die im Falle einer Bewerbung für den Chemikanten-Beruf eine besondere Rolle spielen, aber auch Physik, Mathematik und Technik. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit einem mittleren Schulabschluss ein. Mit einer weiteren Qualifizierung gibt es sowohl die Möglichkeit zum Techniker als auch zum Industriemeister aufzusteigen, der sich mehr mit administrativen Angelegenheiten beschäftigt. Ebenso ein Studium der Chemie ist so möglich.

Auch die Perspektive etwas Neues zu entwickeln, sieht Jörg Enseleit durchaus in seinem Job als Chemikant: „Es geht dabei aber weniger um neue Produkte, als darum, bestehende Verfahren der Fertigung vielleicht effizienter zu machen.“ Neben dem Studium hat der Wittenberger seine Zeit auch genutzt, um ein freiwilliges soziales Jahr zu machen. Einsatzort war ein Sportverein, indem er seine erlangten Fähigkeiten als langjähriger Judoka anwenden konnte und zum Teil als Trainer tätig war.

Mehr Infos in der E-Beilage „MAZubi digital“

Ausbildungsangebote unter maz-job.de/ausbildung

Von Gerald Dietz