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Wittenberge Krätze-Verdachts-Fall sorgte für Aufregung bei besorgten Eltern
Lokales Prignitz Wittenberge Krätze-Verdachts-Fall sorgte für Aufregung bei besorgten Eltern
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17:15 06.02.2019
In der Kita Märchenland in Wittenberge sorgte ein Aushang, dass ein Kind an Krätze erkrankt sei, für Aufsehen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Wittenberge

Ein Krätze-Verdachtsfall in Wittenberge sorgte in den vergangenen Tagen für Aufregung in den sozialen Medien. Die Behörden reagierten aber deutlich gelassener, zumal das betroffene Kind schon längst wieder mit ärztlichem Segen seine Kita besuchen kann.

Zum Hergang: „In der Kita Märchenland in Wittenberge ist Krätze ausgebrochen“, hatten besorgte Eltern auf Facebook geschrieben. In der Einrichtung sorgte ein Aushang für Aufsehen, mit dem die Stadt als Betreiber der Kindertagesstätte auf den Verdachtsfall in ihrer Kita aufmerksam machte.

Einen Grund zur Panik gebe es jedoch nicht, wie Waltraud Neumann, Hauptamtsleiterin bei der Stadt Wittenberge, auf MAZ-Nachfrage informiert.

Meldung erst bei mehr als zwei Betroffenen

„Eine Mutter teilte uns mit, dass bei ihrem Kind der Verdacht auf Krätze besteht“, so Waltraud Neumann. Nach nur wenigen Tagen war das Kind aber auch schon wieder vom Arzt als gesund attestiert worden. Ob es sich tatsächlich um Krätze handelte, ist nicht bestätigt.

Bestätigt ist aber, dass sich der Vorfall außerhalb der Kita ereignete. Eine Gefahr für die Kinder besteht nach ihren Aussagen nicht. Und weitere Erkrankungen sind laut Neumann auch nicht bekannt. „Eine Meldung zum Gesundheitsamt muss erst bei mehr als zwei Betroffenen erfolgen.“

Kitaleitung hat gut reagiert

Das bestätigte auch Dagmar Schönhardt, Amtsärztin in der Prignitzer Kreisverwaltung. Es gebe keine Hinweise auf eine Häufung der Krankheit. Dennoch sei die Vorgehensweise der Kitaleitung gut gewesen. „Das ist eigentlich nur löblich von Seiten der Kita“, sagte Dagmar Schönhardt.

Es sei richtig, mit einem Aushang darauf hinzuweisen, selbst wenn es sich nur um einen Verdacht handele, den ein Elternteil geäußert habe. „Die Kita und die Stadt wären nicht verpflichtet, einen solchen einzelnen Verdachtsfall zu melden“, erklärt sie, „wir bekommen eine Meldung in der Regel, wenn es schon zwei bis drei Fälle gibt.“

Hautkontakt von mindestens zehn Minuten

Eine leichte Panik, wie sie bei den Facebook-Einträgen in einem Wittenberge-Forum zu spüren war, ist deswegen nicht angebracht, denn für eine Ansteckung muss schon viel passieren. Auch wenn die Krätze etwas ist, das relativ hartnäckig ist – „die Milben sind schwierig wieder herauszubekommen“ -, so muss schon ein etwas engerer Hautkontakt, und das wenigstens über zehn Minuten, bestehen, um die Krankheit weiter zu übertragen. Außerhalb des Körpers sind die Milben, die die Krankheit verursachen, schlicht nicht lange lebensfähig.

Wird Krätze mit Tabletten behandelt, ist sie schon nach 24 Stunden überhaupt nicht mehr ansteckend. Bei Behandlung mit Salbe dauert es etwas länger. Welche Behandlungsmethode in Frage kommt, obliegt aber der Entscheidung des behandelnden Arztes.

Erste Aufregung auf Facebook hat sich gelegt

Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann betonte: „Wir haben absolut korrekt gehandelt.“ Waltraud Neumann versprach besorgten Eltern dennoch, den Hygieneplan, der ohnehin schon strikt eingehalten werde, noch mehr ins Bewusstsein zu rücken.

Offenbar hat sich die Aufregung auch schon wieder etwas gelegt: Die besorgten Facebookposts sind mittlerweile wieder gelöscht.

Wer sich über die Krankheit informieren will, dem legt Dagmar Schönhardt die Information dazu nahe, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausgegeben hat. Zu finden ist sie auf www.infektionsschutz.de unter dem Stichwort skabies.

Von Marcus J. Pfeiffer und Bernd Atzenroth

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