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Wittenberge Granatenfund: Staatsschutz ermittelt
Lokales Prignitz Wittenberge Granatenfund: Staatsschutz ermittelt
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01:15 31.03.2019
Ein Umkreis von 300 Metern um die Granate (kleines Bild) wurde abgesperrt. Quelle: privat
Wittenberge

Nach dem zweiten Granatenfund innerhalb weniger Tage in Wittenberge hat nun der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Er ermittelt wegen des Verdachts des Verstoßen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Die Ermittler stehen vor der Frage, wer im Stadtgebiet von Wittenberge Granaten deponiert – und das so offensichtlich, dass Passanten buchstäblich darüber stolpern. Die Polizei hofft deshalb auf Hinweise von Zeugen.

Sieben Stunden dauerte der Großeinsatz in der Wittenberger Innenstadt an. Etwa 200 Anwohner mussten evakuiert werden. Spezialisten vom Landeskriminalamt kamen zum Einsatz und gaben schließlich Entwarnung.

Am Mittwoch hatte ein Spaziergänger im Hauseingang eines Mehrfamilienhauses in der Johannes-Runge-Straße eine Granate gefunden und sofort die Polizei alarmiert. Nach MAZ-Informationen handelt es sich um eine Infanteriegranate. Sofort sperrten Einsatzkräfte den Bereich ab im Umkreis von 300 Metern ab. Bewohner in unmittelbarer Nähe wurden aus ihren Häusern evakuiert. Insgesamt waren 16 Straßen betroffen.

200 Menschen evakuiert

200 Menschen mussten aus dem Gefahrenbereich geholt werden. Ein eilends herbeigerufener Trupp aus Feuerwehrleuten, Polizisten und Mitarbeitern der Stadtverwaltung ging von Tür zu Tür und holte die Menschen aus ihren Wohnungen. Sie wurden in einer Notunterkunft in einer Turnhalle untergebracht.

Zusätzlich fuhr ein Lautsprecherwagen durch Wittenberge. „Die Evakuierung hat sehr gut funktioniert“, sagte am Donnerstag der Wittenberger Bürgermeister Oliver Hermann. Es war auch im Gespräch, den gesamten Sperrkreis zu räumen. Davon wären 1700 Anwohner betroffen gewesen. Dazu kam es jedoch nicht.

Bürgermeister ist besorgt

Allerdings betrachtet der Bürgermeister die jüngste Entwicklung mit Unbehagen. „Wir sind besorgt“, sagte Hermann. „Das war ja kein klassischer Munitionsfund. Und wenn so etwas zweimal passiert ist, fragt man sich, wie es weitergeht.“

Das sei so ähnlich wie bei einer Serie von Brandstiftungen. Erst am 16. März war in Wittenberge eine andere Granate gefunden worden, die offenbar absichtlich an einem Bürgersteig abgelegt worden war.

Nach sieben Stunden gab es Entwarnung

Die Evakuierung der Bewohner konnte nach sieben Stunden abgebrochen werden, die Polizei gab Entwarnung. Experten vom Landeskriminalamt hatten sich ein Bild von der Lage gemacht und festgestellt, dass die Granate transportsicher sei und so abtransportiert werden könne.

Nach MAZ-Informationen hatte das LKA die Lage mit einem ferngesteuerten kleinen Traktor erkundet, der mit einer Kamera ausgestattet war.

Mann weigerte sich, den Sperrkreis zu verlassen

Erschwert wurde der Einsatz und die Evakuierung durch einen 36-jährigen Mann, der die Absperrungen überkletterte und sich anschließend weigerte, den Sperrkreis zu verlassen.

Er musste mit einfacher Gewalt aus dem Sperrkreis geschafft werden, wobei er die Beamten noch beleidigte. Gegen ihn laufen jetzt zwei Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beamtenbeleidigung.

Von Kathrin Gottwald und Marcus J. Pfeiffer

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