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Wittenberge Rainer Trunk bestärkt in Wittenberge Kinder beim Malen
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13:51 29.05.2019
In dem geschlossenen Raum erklärte Rainer Trunk den Gästen die Spielregeln und Rituale des Malorts. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Großer Bahnhof herrschte Anfang der Woche im Wittenberger Horning 59. Viele Gäste kamen zur Eröffnung des Malorts und der neuen Galerie, die zur gegenüber liegenden Montessori-Schule gehören.

Der Kunstpädagoge Rainer Trunk arbeitet seit zwei Jahren an dieser Schule. Im vergangenen Sommer absolvierte er die Ausbildung zum Maldienenden bei Arno Stern in Paris und wird das von Stern erfundene Malspiel nun mit den Schülern praktizieren. Eigens dafür hat die Firma Ibis als Träger der Schule den ehemaligen Friseurladen ausgebaut.

Rohrbruch verzögerte die Eröffnung

Ibis-Geschäftsführer Tom Buchholz war zunächst skeptisch, war für die Durchführung dieses Projekts doch eine gewisse Investition nötig. „Dass es gut für die Kinder ist, hat mich dann doch überzeugt”, sagte er. Wenige Tage vor der geplanten Eröffnung Anfang des Jahres platzte ein altes Rohr und flutete den Raum.

Klara Laskewitz sorgte mit ihrem Gitarrenspiel für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung. Quelle: Jebs Wegner

Die Renovierungsarbeiten begannen von vorn. „Nach langer Zeit des Leides für Rainer Trunk ist es aber nun geschafft”, freute sich Buchholz. Dennoch sei dieser Ort dem Untergang geweiht, denn bis 2030 soll der alte Plattenbau mit dem dazugehörenden Anbau abgerissen werden.

Ein einmaliger Raum weit und breit

„Ich war von Anfang an von dem Malort begeistert, weil er hervorragend zum Konzept unserer Schule passt”, sagte Schulleiter Peter Awe. „Ich würde mich freuen, wenn dieses Gebäude erhalten bleibt.” Rainer Trunk würdigte in seiner Rede die Bereitschaft und das Engagement der Geschäftsleitung der Firma IBIS und der Schulleitung, dieses Projekt zu ermöglichen.

„Dieser Ort, dieser Raum ist im schulischen Kontext weit und breit einmalig und innovativ, ja in Brandenburg einzigartig”, begann er das Projekt zu erläutern. Montessori habe eine deutlich naturwissenschaftliche und mathematische Orientierung, aber keinen wesentlichen Platz für das Künstlerische. Diese Lücke könne der Malort füllen.

Wände mit Packpapier bespannt

Beim Vergleich der Biografien Maria Montessoris und der Arno Sterns fand er Gemeinsamkeiten. „Beide wurden vor die Aufgabe gestellt, mit einer bestimmten Menschengruppe zu arbeiten. Bei Montessori waren es Kinder mit geistiger Behinderung, bei Stern eine große Gruppe von Kriegswaisen.”

Den Kindern wurden Bedingungen für eine würdevolle Entwicklung und ein individuelles Wachen geschaffen. Ein Raum ohne Fenster, dessen Wände mit Packpapier bespannt sind, sowie ein Palettentisch mit 18 Farben, beschrieb er den Malort. Dazu gäbe es gewisse Spielregeln und Rituale.

Das Bild wird nicht beurteilt

„Wichtig dabei ist es, die Kinder malen zu lassen und nicht einzugreifen durch Fragen, Hinweise oder Korrekturen”, erklärte Trunk den Gästen, die den Malort in Augenschein nahmen. Er, der Maldienende, befestigt dem Kind ein Blatt Papier an der Wand. Das Kind nimmt sich einen Pinsel mit einer Farbe und malt.

Danach legt es den Pinsel wieder zurück und malt, wenn es möchte, mit einer anderen Farbe weiter. „Das Bild wird nicht beurteilt. Es verbleibt am Malort. Das Malen hat somit keinen Adressaten wie Mama, Oma oder Opa. Das Kind malt nur für sich”, betonte Rainer Trunk.

Galerie für zeitgenössische Kunst

„Die Galerie ist das glatte Gegenstück zu den Intentionen des Malorts. Hier geht es bewusst ums Präsentieren.” In Zukunft sollen dort Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und auch Schüler gezeigt sowie Veranstaltungen angeboten werden, die von pädagogischer und künstlerischer Relevanz sind.

Rainer Trunk eröffnete die Galerie mit einer Rede. Quelle: Jens Wegner

Die Galerie wurde mit einer Vernissage mit Arbeiten der Künstler Bernd Streiter, Jens Wegner, Thomas Richter, Jost Löber, Katja Martin und Rainer Trunk eröffnet. Die elfjährige Klara Laskewitz sorgte mit ihrem Gitarrenspiel für die musikalische Umrahmung.

Von Jens Wegner

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