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Wittenberge „Rock im Moor“: Prignitzer Festival will Weltkulturerbe werden
Lokales Prignitz Wittenberge „Rock im Moor“: Prignitzer Festival will Weltkulturerbe werden
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20:17 25.09.2019
Die schwedische Band „Black Light White Light" gehört zu den Unterstützern des Vorhabens. Quelle: Agentur
Boberow

Fast war das Vorhaben ein bisschen in Vergessenheit geraten, doch nun wird es wirklich ernst: Die Idee, für das Festival „Rock im Moor“ bei Boberow am Rande des Rambower Moors den Weltkulturerbe-Status zu beantragen, war nicht nur ein Marketing-Gag, sondern ist – nach wie vor – ernst gemeint. Und mittlerweile mit viel Arbeit und guten Argumenten untersetzt: „Wir haben ein Jahr lang an dem Antrag gearbeitet und mussten ein paar Punkte dazu nehmen“, erklärt Christian Ebert, Organisator von „Rock im Moor“ im Gespräch mit der MAZ.

Viele Seiten und zwei fachliche Begleitschreiben

Ergänzend zum umfangreichen Antrag wurden zwei fachliche Begleitschreiben aufgesetzt, die ans Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) adressiert sind.

Das Ministerium wird in den kommenden Wochen und Monaten über die Anträge befinden und (eine positive Entscheidung für „Rock im Moor“ vorausgesetzt ) das Festival 2020 mit einer Fachjury besuchen.

So begann das Rock im Moor 2019: Zum Auftakt gab es einen Umzug durch Boberow. Quelle: Michael J. Pfeiffer

„Das wäre schon mal ein toller Etappensieg auf dem harten Weg zum Kulturerbe und würde den Veranstaltern des Rock im Moor 2020 ganz besonders gut passen“, sagt Christian Ebert, „steht doch am 7. und 8. August des kommenden Jahres die 20. Auflage des Festivals an.“

Um gute Ideen nie verlegen

Um gute Ideen sind Christian Ebert und seine Mitstreiter nie verlegen. Ebert, der mit seiner Frau auch Inhaber der Boberower Moorscheune ist, machte zum Beispiel den Vorschlag, das Rambower Moor bei einer Online-Abstimmung über das schönste Moor Deutschlands ins Rennen zu schicken. Dank guter Werbung gelang es tatsächlich, genügend Menschen zu mobilisieren und diesen Titel in die Prignitz zu holen.

Nun also das Weltkulturerbe: Die Idee, den Antrag zu stellen, hatten die Macher von „Rock im Moor“ erstmals beim 18. Festival im August des vergangenen Jahresöffentlich gemacht. Anfang Oktober 2018 war dann klar, dass man wirklich den Antrag stellen wollte. Denn mit Andi Gaebler ist im „Rock im Moor“-Team jemand dabei, der tatsächlich Berufserfahrung in einem Ministerium hat und die Chancen für eine Bewerbung als „gar nicht so schlecht“ einschätzt.

Es machte allen wieder viel Spaß: Das 19. „Rock im Moor“ an der Moorscheune in Boberow begann am Freitag sehr stimmungsvoll und mit vielen Ideen und so ging es bis zum Sonntag weiter. Hier ein paar Eindrücke von dem Festival, dessen Stimmung friedlich und ausgelassen zugleich ist.

Zwei bis drei Punkte fehlten noch für die Bewerbung

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits „Weltkulturerbe“-T-Shirts in der Mache, die dann Ende Oktober 2018 beim Konzert der schwedischen Band „Black Light White Light“ in der Moorscheune vorgestellt wurden. Damals aber gingen die Macher davon aus, die zwei bis drei fehlenden Punkte für eine Bewerbung bis Anfang 2019 erarbeiten zu können. Nun hat es etwas länger gedauert.

„Ein richtig dickes Pamphlet“

Am kommenden Mittwoch, 2. Oktober, ab 19 Uhr steht die Boberower Moorscheune für alle Fans des Festivals und alle Interessierten offen: Es ist wieder einmal Jam Session angesagt (Eintritt frei). Gegen 20 Uhr wird der fertige Antrag vorgestellt. „Mittlerweile ist das ein richtig dickes Pamphlet“, sagt Ebert. „Wir haben alles in unserer Macht Mögliche getan.“

• Weitere Informationen zum Vorhaben „Weltkulturerbe“ und zum „Rock im Moor“ auf Facebook unter „Rock im Moor“ oder unter Telefonnummer 038781/42 95 99.

Von Bernd Atzenroth

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