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Wittenberge Seltene Roggen-Trespe in der Prignitz entdeckt
Lokales Prignitz Wittenberge Seltene Roggen-Trespe in der Prignitz entdeckt
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17:43 20.12.2019
In der Nähe von Wittenberge und Karstädt in der Prignitz wächst die selten gewordene Roggen-Trespe. Quelle: Heinke Kelm
Lenzen

Mehr als ein Drittel der Ackerwildkräuter gelten heute als gefährdet oder sind schon ausgestorben. Der Satz, „Unkraut vergeht nicht“ ist nicht mehr uneingeschränkt gültig.

Um so erfreulicher ist es für Naturschützer, wenn sie hin und wieder verschwunden geglaubte Arten in der Natur entdecken, so wie die Naturwachtmitarbeiterin Marion Korsch. Sie entdeckte an verschiedenen Stellen in der Nähe von Wittenberge und Karstädt (Prignitz) die Roggen-Trespe am Rand des Biosphärenreservates Flusslandschaft – Elbe.

Die Geschichte unserer Kulturpflanzen und Ackerkräuter ist so alt wie die Geschichte des Ackerbaus, die bis in das 7. Jahrtausend vor Christus zurückreicht. Mit der Ackernutzung entstanden neue Pflanzengesellschaften.

Dünger und Pestizide vernichteten viele Arten

Die Intensivierung der Landwirtschaft mit steigendem Dünger- und Pestizideinsatz führten zu einem gravierenden Artenrückgang. Auch die zur Familie der Süßgräser gehörende Roggen-Trespe durchlief einen Wandel vom bekämpften Unkraut zum heute seltenen Ackerwildgras.

Schon in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wurde sie durch vollmechanische Saatgutreinigung stark dezimiert. Dazu kam die intensive Bodenbearbeitung mit größeren Pflugtiefen, die verstärkte Unkrautbekämpfung durch Fruchtfolge und mechanische Maßnahmen wie Eggen, Hacken und Jäten, so dass die Pflanze mittlerweile in vielen Regionen auf der Roten Liste steht und in Brandenburg vom Aussterben bedroht ist.

Das „Unkraut“ diente jahrtausendelang als Nahrungsmittel

Die Trespe ist ein- bis zweijährig, und wächst in Getreidefeldern, an Wegrändern und auf Brachflächen in dichten Büscheln. Nützlich ist die Roggen-Trespe vor allem auf erosionsgefährdeten Böden, und auch als Nahrungsmittel kann sie verwendet werden. Ihre Körner dienten über Jahrtausende als Nahrungsmittel.

Um selten gewordene, gefährdeten Arten zu schützen, haben Naturschützer in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte ins Leben gerufen, um Ackerwildkräuter zu erhalten, zu vermehren und wieder anzusiedeln, denn diese tragen zur Bereicherung des Lebensraumes bei und bieten einer Vielzahl von Insekten Nahrung.

Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft unterstützt regionale Landwirte mit einer bundesweiten Initiative beim Erhalt und der Wiederansiedlung von Ackerwildkräutern.

Von Cornelia Felsch

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