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Wittenberge Sky du Mont amüsiert sich im Wittenberger Musentempel übers Älterwerden
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00:21 30.01.2019
Sky du Mont und Christine Schütze verstanden es prächtig, das Publikum im Wittenberger Kulturhaus zu unterhalten. Quelle: Jens Wegner
Wittenberge

Mit den Worten „Willkommen in der Residenz Happy End”, begrüßte Christine Schütze am Sonnabend die rund 200 Gäste im Kultur- und Festspielhaus Wittenberge. „Ich bin Kabarettistin, neuerdings mit einer Nebentätigkeit in der Pflege, auch als Pianistin”, stellte sie sich vor und hoffte, dass alle Gäste gut ins neue Jahr gekommen seien.

„Nein, ich bin nicht gut ins neue Jahr gekommen. Mit Klaus ist es aus”, berichtete sie kurz. Nachdem das Publikum mit einem „Ooh” sein Bedauern äußerte, sagte sie: „Das muss Ihnen nicht Leid tun. Sie kannten ihn ja gar nicht.” Ihr Therapeut riet ihr, sich damit auseinanderzusetzen. Also schrieb sie ein Lied darüber, das sie dem Publikum sogleich vortrug. „Er hieß Klaus und sah leider auch so aus.”

Sky ist der Neue im Heim

„Ja, das ist ein sehr kurzes Lied”, bestätigte sie den belustigten Gästen. Auch ihr Therapeut war damit nicht zufrieden. Er riet ihr: „Sie müssen ihren Emotionen freien Lauf lassen.” Daraufhin schrieb sie ein neues Lied: „Für Klaus soll’s rote Rosen regnen. Aber bitte mit Vasen!”

„Wir haben einen neuen Bewohner in der Residenz. Er heißt Sky du Mont”, wechselte sie dann das Thema. Der Neue war wohl vorher Schauspieler und werde abends immer so unruhig. „Aber die Heimleitung mag es, wenn man sich einbringt. Also bitte klatschen Sie, wenn er gleich kommt. Er denkt nämlich, Sie sind seinetwegen hier”, bat sie das amüsierte Publikum.

Überführsorgliche Mutter will nur das Beste

Von kräftigem Applaus begleitet betrat Sky du Mont die Bühne, in einen Morgenrock gehüllt, Schlappen an den Füßen und mit seinem neuen Buch „Jung sterben ist auch keine Lösung” in der Hand, aus dem er las. Er, Klaus, ist 76 Jahre alt, als seine Mutter versucht, ihren Sohn im Altersheim unterbringen. So schickt sie ihn auf eine Besichtigungstour durchs ganze Land.

Seine Mutter ist mit ihren 96 Jahren noch total rüstig und fit, möchte aber ihren Sohn gut untergebracht wissen, „wenn sie mal nicht mehr ist”. So versucht sie auch eine Partnerin für ihren Sohn zu finden. Sie meldetet ihn ohne sein Wissen in Single-Börsen in verschiedenen Zeitungen und Online-Foren an: „Jugendlicher Rentner sucht ….” Das gefällt ihm gar nicht. Schließlich bucht sie ihrem Sohn sogar eine Kreuzfahrt auf einem Schiff, denn die überfürsorgliche Mutter möchte schließlich nur das Beste für ihren Sohn.

Bildnis von jugendlichem Klaus sorgt für Verdruss

Für das Publikum war es ein äußerstes Vergnügen, die Geschichte von und über Klaus zu verfolgen. Zwischendurch, wenn Sky du Mont sich dem Geschehen auf der Bühne und auch dem Publikum zuwendete, versorgte „Schwester” Christine Schütze ihn mit allem, wonach er rief. „Bringen sie mir jetzt bitte meine Pillen? Ich habe Durst. Bringen Sie bitte was zu trinken”, bat er. Ganz „aus Versehen” verschütte er etwas Wasser über seinen Oberkörper und bat die Schwester um Hilfe. Sichtlich genoss er dabei ihre körperliche Nähe, als sie ihn trocken rubbelte. „Ich bin überall ganz nass”, sagte er schelmisch. Entrüstet wich sie zurück und beklagte sich über seine Anzüglichkeiten.

Gleichzeitig mahnte sie ihn, sich trotz seines fortgeschrittenen Alters zu ändern, vernünftiger zu werden: „Veränderungen sind möglich, solange der Körper warm ist.” Dem Publikum zeigte sie, zu seinem Verdruss, das Bild des jugendlichen Klaus, mit dem seine Mama ihn im Altenheim angemeldet hat und dass sie auch für die Single-Börsen verwendete.

Das Bühnenpaar du Mont-Schütze erwies sich als ein wunderbar aufeinander abgestimmtes Duo und unterhielt das Publikum aus Beste. Es war für alle ein Spaß dem jung gebliebenen du Mont beim nicht ganz erst gemeinten Klagen übers Älterwerden zuzuhören.

Von Jens Wegner

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