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Wittenberge Unternehmer des Jahres beim Prignitzer Ball der Wirtschaft ausgezeichnet
Lokales Prignitz Wittenberge Unternehmer des Jahres beim Prignitzer Ball der Wirtschaft ausgezeichnet
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19:02 24.03.2019
Kirsten Schönharting und Detlef Möhr (Mitte) nahmen die Ehrung von Lutz Lange, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westprignitz, Dietmar Woidke und Martin Brödder (v.l.) entgegen.
Kirsten Schönharting und Detlef Möhr (Mitte) nahmen die Ehrung von Lutz Lange, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westprignitz, Dietmar Woidke und Martin Brödder (v.l.) entgegen. Quelle: Jens Wegner
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Wittenberge

Mit einem Gesangsstück begrüßte Opernsänger Angelo Raciti am Sonnabend die rund 200 Gäste beim 15. Ball der Prignitzer Wirtschaft im Speicher der Alten Ölmühle Wittenberge.

„Seit 20 Jahren leite ich die Lotte-Lehmann-Woche in Perleberg und seit zehn Jahren die Lotte-Lehman-Akademie”, stellte er sich vor und begrüßte Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke, die Bundestagsangeordneten Dagmar Ziegler, Sebastian Steineke, die Landtagsabgeordneten Holger Rupprecht, Thomas Domres und Gordon Hoffmann, den Prignitzer Landrat Torsten Uhe und weitere Gäste. „Es ist mir eine große Freude wieder hier zu sein”, sagte Dietmar Woidke in seinen Grußworten. Selten habe er es zweimal pro Woche geschafft, die Prignitz zu besuchen.

Er berichtete kurz von der Tagung der Landeskabinette von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Dienstag in Wittenberge. „Wir haben besprochen, wie wir die Region weiter stärken können. Meine liebe Amtskollegin Manuela Schwesig war überrascht über die positive Stimmung, die hier herrscht”, berichtete er.

Kleines Wunder Prignitz

Was in der Prignitz gewachsen sei, grenze an ein kleines Wunder. „Die Prignitz lag in den vergangenen zehn Jahren immer über dem Durchschnitt des Bruttoinlandsprodukts in Brandenburg. Die Menschen sind wieder stolz auf ihre Heimat”, so Woidke.

Dietmar Woidke lobt die wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Quelle: Jens Wegner

Als eine Herausforderung für die kommenden Jahre nannte er den Ausbau der Infrastruktur. Dabei betonte er die Wichtigkeit des Baus der Bundesautobahn 14. In Kürze werde er sich mit Vertretern des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) treffen und über die vom BUND vorliegende Klage gegen den Bau sprechen. „Wir werden uns das Projekt nicht durch das Klagerecht kaputt machen lassen und so schnell wie möglich die A 14 bauen”, betonte er mit Nachdruck. Von den Gästen erntetet dafür einen stürmischen Applaus.

Unternehmer des Jahres ausgezeichnet

Wieder wurden zwei Prignitzer Firmenchefs als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. Die erste Laudatio trug Martin Brödder vom Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz vor. „Kennen Sie ein Unternehmen in der Prignitz, das mit einer Genauigkeit von 0,1 Millimeter arbeitet, eine Badewanne mit einem Gewicht von 97 Tonnen erstellt oder mit einem 1200-Tonnen-Mobilkran ein Einzelteil mit einem Gewicht von 41 Tonnen heben und einsetzen kann?”, fragte er das Publikum und löste es gleich auf.

„Das ist die Unternehmensgruppe Schorisch mit ihrem Hauptunternehmen, der Schorisch Magis GmbH.” Der Hauptstandort des Unternehmens sei Karstädt. Rund 100 Mitarbeiter stünden bei Schorisch Magis und 40 weitere in der Unternehmensgruppe im Beschäftigungsverhältnis. Die Auszeichnung des Unternehmens erfolgte aufgrund der hervorragenden Gesamtentwicklung des Unternehmens der letzten fünf Jahre mit dem Arbeitstitel „Digitalisierte Handwerkskunst in der Prignitz – für Deutschland”.

Angelo Raciti begrüßte die Gäste mit Gesang. Quelle: Jens Wegner

„Das Unternehmen ermöglicht es Menschen in unserer schönen Region Prignitz zu bleiben. Es müssen nicht alle in den Straßenstaus der Hauptstädte ihre Zeit verbringen. Es geht besser und gesünder in unserer schönen Prignitz”, so Brödder. Die geschäftsführende Gesellschafterin, Kirsten Schönharting, und Detlef Möhr, Geschäftsführer bei Schorisch Magis in Karstädt, nahmen die Ehrung von Martin Brödder, Dietmar Woidke und Lutz Lange, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westprignitz entgegen.

Dietmar Woidke und der Prignitzer Landrat Torsten Uhe gratulierten Detlef und Birgit Runge (v.r.). Quelle: Jens Wegner

Die zweite Auszeichnung ging an Moderne Augenoptik Tautenhahn aus Wittenberge. Im Jahr 1980 qualifizierte sich Birgit Runge zur Augenoptikerin. Von 1982 bis 1985 folgte das Studium in Jena mit dem Abschluss als staatlich geprüfte Augenoptikerin und Augenoptikermeisterin. Dort lernte dort sie ihren Mann beim Studium kennen. Ab 1985 arbeitete sie wieder in Wittenberge im väterlichen Betrieb.

Im Jahr 1990 wurde das Geschäft, damals noch in der Bahnstraße 24, komplett nach neuestem Standard umgebaut. 1992 wurde eine Filiale in Pritzwalk eröffnet, die Ehemann Detlef seitdem leitet. 1999 übernahm Birgit Runge beide Geschäfte.

Top 100 Optiker

2002 erfolgte ein Umzug des Wittenberger Geschäftes in die Bahnstraße 31, weil größere Geschäftsräume und Werkstatt benötigt wurden. Im Jahr 2007 erfolgte ein kompletter Umbau und eine Vergrößerung der Ladenfläche. Tochter Anja begann 2005 ihr fünfjähriges duales Studium zum Bachelor of Science für Augenoptik. Ende 2013 erfolgte die erste Bewerbung für den Wettbewerb „Top 100 Optiker”. In den Jahren 2014 bis 2019 hatten sie es geschafft. Die Urkunde dazu wurde von Persönlichkeiten wie Senta Berger, Sky du Mont und Markus Lanz überreicht.

Am 5. März 2017 beschädigte ein Brand das Geschäftshaus in Wittenberge stark. „Doch das ließ Birgit und Detlef Runge nicht resignieren. Bereits vier Tage später wurde der Übergangsladen, genau gegenüber, eröffnet. Im September 2017 war die Sanierung des Hauses abgeschlossen und der neue Laden am gewohnten Platz im neuesten Design wieder eröffnet”, lobte Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann in der Laudatio.

Von Jens Wegner