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Wittenberge Pilotprojekt „Kleinstadtakademie“ geht an den Start
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Wittenberge: Pilotprojekt „Kleinstadtakademie“ geht an den Start

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17:36 11.10.2021
Tobias Kremkau von CoWorkLand e.G. hielt zum Startschuss des Projektes in Wittenberge einen Impulsvortrag.
Tobias Kremkau von CoWorkLand e.G. hielt zum Startschuss des Projektes in Wittenberge einen Impulsvortrag. Quelle: Martin Hahn/Stadt Wittenberge
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Wittenberge

In der vergangenen Woche fand in Wittenberge das erste Präsenztreffen für ein neues Pilotprojekt statt, das den Namen „Kleinstadtakademie“ trägt. Die Stadt hatte als sogenannte „Leadkommune“ die beteiligten Städte Mölln, Dipoldiswalde, Oestrich Winkel und Dießen am Ammersee sowie die Projektpartner und Vertreter des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) als Fördermittelgeber an die Elbe eingalden. Dabei bilden die fünf Städte einen Kleinstadtverbund, der sich mit dem übergeordneten Themenfeld „digitale Arbeitswelten“ beschäftigt.

Weniger Zeit für den Arbeitsweg, mehr Zeit in der Innenstadt

Konkret soll mit Hilfe Projekts erarbeitet werden, welche Chancen sich durch die Digitalisierung der Arbeitswelten für die Entwicklung der Kleinstädte in Deutschland ergeben. Neben Angeboten für Coworking geht es gleichzeitig auch um die Belebung der Innenstadt und die Verminderung von Leerständen. Ein wichtiger Punkt stellt dabei die Entwicklung von Optionen für das Pendeln dar. Denn wer weniger Zeit mit Arbeitswegen verbringt, hat mehr Zeit, diese in den Innenstädten zu verbringen, seine Kaufkraft dort zu lassen, aber auch seine Kreativität und seinen Gestaltungswillen in die Entwicklung der Kleinstadt beziehungsweise des Wohnortes einzubringen.

TGZ Prignitz und TH Lübeck helfen bei der Umsetzung

Mit Unterstützung des Technologie- und Gewerbezentrums Prignitz, der Technischen Hochschule Lübeck, der Coworkland eG und der Firma foresightlab sollen im Rahmen des vom BMI geförderten Projektes in den nächsten eineinhalb Jahren gemeinsam Ideen für den ländlichen Raum entwickelt und vor Ort auch praktisch umgesetzt werden.

Musterbeispiel kommt aus Mölln

Wichtig ist allen Beteiligten, Lösungen zu finden, die sich idealerweise verstetigen lassen, auch wenn die Förderung ausgelaufen ist. In Mölln hat etwa ein Sportverein digitale Arbeitsräume geschaffen und zunächst nur für Mitglieder zur Verfügung gestellt. Schwerpunkt war dabei die Verbindung von Arbeit und Gesundheit – inzwischen steht die Einrichtung allen Bürgern offen und trägt sich von ganz allein – ein Musterbeispiel also.

Städte wollen voneinander lernen

Das übergeordnete Ziel der Kleinstadtakademie besteht darin, voneinander zu lernen und anhand des Erfahrungsaustausches zwischen den fünf beteiligten Kommunen Handlungsempfehlungen für innovative Stadtentwicklungsprozesse abzuleiten.

Der Hintergrund zum Projekt „Pilotphase Kleinstadtakademie“ ist, dass Deutschland mit über 2100 Kleinstädten ein Land der Kleinstädte. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) setzen sich mit der Initiative „Kleinstädte in Deutschland“ und mit der Kleinstadtakademie für eine Stärkung der praxisorientierten Forschungen und den Erkenntnisgewinn durch einen interdisziplinären Akteurskreis zur Entwicklung von Handlungsempfehlungen und -optionen für und von Kleinstädten ein.

Von MAZonline