Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittenberge Müll auf der Straße: Wittenberger kämpft für die gelbe Tonne
Lokales Prignitz Wittenberge Müll auf der Straße: Wittenberger kämpft für die gelbe Tonne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 25.03.2019
Kein seltenes Bild: Gelbe Säcke stapeln sich am Straßenrand und fliegen bei stärkerem Wind schnell durch die Gegend. Quelle: dpa
Wittenberge

Müll liegt auf dem Bürgersteig. Tiere wühlen in den Abfällen. Beinahe hätte ein Pkw-Fahrer den gelben Sack überfahren, der mitten auf der Straße liegt. Diese Szenarien sind keine Seltenheit, wie Benjamin Schlitter aus Wittenberge erzählt. Bei etwas stärkerem Wind sei das Chaos schnell groß.

Die letzten Wochen haben ihm gereicht. Der junge Mann will etwas dagegen unternehmen und startete eine Unterschriftenaktion im Internet gegen die gelben Säcke, für die gelbe Tonne. „Ich möchte so viele wie möglich auf das Problem aufmerksam machen“, sagt Benjamin Schlitter. Dafür erstellte er auch Seiten in den sozialen Medien.

„Die gelben Säcke sind nicht robust genug“

Mehr als 200 Unterschriften kamen bis Freitag schon zusammen. Viele weitere sollen, wenn es nach dem Initiator geht, folgen. Neben vielen Prignitzern haben auch schon Einwohner aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mitgemacht, wie in der Petition zu sehen ist. Alle von ihnen begrüßen den ersten Schritt gegen den gelben Sack.

„Die gelben Säcke sind nicht robust genug“, kommentiert eine Frau aus Bad Wilsnack. „Gelbe Säcke produzieren noch mehr Müll“, meint eine Frau aus Brüsenhagen bei Gumtow. Laut Benjamin Schlitter spreche vieles für eine gelbe Tonne. „Mit den gelben Säcken schmeißen wir den Müll auf die Straßen“, sagt er.

Das Konzept gilt noch bis 2025

Für den gelben Sack ist der Landkreis verantwortlich. Im sogenannten „Kommunalen Abfallwirtschaftskonzept“ ist das Prozedere verankert. Nach der Verpackungsverordnung gibt es einen externen Systembetreiber, der den Müll der gelben Säcke erfassen und alle 14 Tage abholen und entsorgen muss.

Das Konzept gilt noch bis 2025. Erst vor drei Jahren kam es neu heraus. Die Verantwortlichen scheinen damit sehr zufrieden zu sein. „Generell denken wir, dass sich der gelbe Sack bewährt hat“, schreibt Norbert Völl von Der grüne Punkt, dem dualen System in Deutschland, die für Entsorgung und Recycling des Mülls verantwortlich sind.

Vor- und Nachteile auf beiden Seiten

Die Sammelaufträge werden durch das duale System alle drei Jahre neu ausgeschrieben und vergeben. Aktuell erfolgt das in der Prignitz durch Alba Nord. Norbert Völl gibt jedoch zu, dass sowohl der gelbe Sack als auch die gelbe Tonne Vor- und Nachteile haben. Er schließt nicht aus, dass sich in Zukunft an dem momentanen System etwas ändert.

Aber: „Das kommt auf die Bedingungen an und ist eine Frage der Positionierung durch den Landkreis“, so Norbert Völl. Doch auch die Tonne hat ihre Schattenseiten. „In der Gelben Tonne finden wir generell mehr Fehlwürfe, weil sie aufwändiger durch die Müllwerker zu kontrollieren ist.“ Das könne dann ganz schön teuer werden und somit auch die Haushalte mehr belasten.

Kaum ein Pro und Contra überwiegt

„Was macht man, wenn die Tonne voll ist?“, fragt ein junger Mann auf der Facebook-Seite von Benjamin Schlitter. Eine berechtigte Frage, denn es würde für jeden Haushalt wohl nur eine geben. Gelbe Säcke gibt es in Hülle und Fülle. Sie sind fast überall zu haben – im Rathaus oder beim Landkreis.

Kaum ein Pro und Contra überwiegt. Für Benjamin Schlitter ist es der Umweltschutz, der ihm sehr am Herzen liegt. Der gelbe Sack bestehe schließlich auch aus Plastik. Mit seiner Petition steht er jedoch erst am Anfang. „Ich möchte weitermachen und noch mehr Menschen erreichen, die sich auch für eine gelbe Tonne einsetzen wollen“, sagt er.

Umfrage zeigt klare Meinung

Seine Online-Petition ist zu erreichen unter www.openpetition.de/!gqbjl oder auch über Facebook. Bei seiner dortigen Umfrage haben mehr als 500 Leute mitgemacht, über 80 Prozent sind für die gelbe Tonne. Benjamin Schlitter freut sich sehr, wie erfolgreich seine Aktion gestartet ist. An ein Aufgeben denkt er nicht.

Von Marcus J. Pfeiffer

Rote Ampeln und Stoppschilder ignoriert, zu schnell gefahren – die Liste der Verkehrssünder während der Kontrollen in Pritzwalk und Wittenberge ist lang.

21.03.2019

Brandenburgs Staatssekretärin im Finanzministerium, Daniela Trochowski, besuchte gestern drei Betriebe in Wittenberge. Sie war beeindruckt von dem, was hier seit der Wende entstanden ist. Eine Station ihrer Visite war die Firma Adecco, die heute 200 Mitarbeiter hat und mit nur fünf angefangen hatte.

20.03.2019

Ein laufendes Verfahren gab den Polizisten den Anlass, mehrere Wohnungen in Perleberg und Wittenberge am Dienstag zu durchsuchen. Dabei fanden sie große Mengen an Drogen. Es gab zwei Festnahmen.

20.03.2019