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Lokales Reetdächer aus Schilf für Trebbins Perle
Lokales Reetdächer aus Schilf für Trebbins Perle
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16:14 22.12.2017
Fachleute einer Reetdachdeckerei haben das Museumsdach neu eingedeckt.
Blankensee

Was länge währt, wird gut: Für die Dächer vom Blankenseer Bauernmuseum trifft das auf jeden Fall zu. Seit die Schutzfolien in dieser Woche entfernt wurden, sind die Neueindeckung zu sehen.

Die Dächer vom Museum und der Scheune waren marode und die Sanierung seit Jahren überfällig. Ein Großteil des Schilfs war lose, die Giebel wiesen Löcher auf, sodass Wasser in das Bauwerk aus dem Jahr 1649 eindringen konnte, was weitere Schäden verursachte.

Ende der 1970er Jahre stand es um das Bauernmuseum schon einmal sehr schlecht. Mit 130 000 DDR-Mark und dem Fleiß der Blankenseer konnte das älteste Haus des Ortes gerettet und 1981 die Wiedereröffnung gefeiert werden. Doch das Material, das damals verwendet wurde, war nicht so hochwertig, wie heute. Außerdem nagte der Zahn der Zeit an den Dächern.

Finanzierung

Die Gesamtkosten für die Dachsanierung betragen 69 000 Euro.

Die Maßnahme wurde zu 75 Prozent durch das brandenburgische Ministerium für ländliche Entwicklung gefördert.

Die Erneuerung der Giebelverkleidung des Märkischen Mittelflurhauses, in dem das Bauernmuseum beheimatet ist, wurde erst dank der finanziellen Unterstützung durch den Blankenseer Dorfverein möglich.

Bevor die Finanzierung nicht geklärt war, konnte kein Unternehmen beauftragt werden. Als die Stadt Trebbin die Förderzusage erhielt, war die Freude groß. Im Oktober begannen die Arbeiten. Nach den Gerüstbauern entfernten die Fachleute vom Unternehmen Weichert Reetbedachungen und Ökobau das alte Dach, erneuerten die Unterkonstruktion und deckten das Dach neu ein.

Währenddessen kam Carola Hansche, Chefin des Blankenseer Bauernmuseums, mit Firmenchef Marco Weichert und seinen Mitarbeitern ins Gespräch. Diese hatten die Idee, die Schornsteinabdeckung durch ein Sicherheitsglas zu ersetzen. So kann man jetzt aus der „Schwarzen Küche“ des Museums in den Himmel schauen. Der Vorteil ist, genau wie es früher, dass es in der Küche viel heller ist. „Das hat keiner: Ein tolles Museum mit einem neu gedeckten Reetdach und dazu eine Schornsteinabdeckung aus Glas“, sagt Carola Hansche.

Beate Rantzsch, Carola Hansche, Marco Weichert, Thomas Berger und Karsten Bartoll (v.l.) freue sich über die Fertigstellung der Dacharbeiten.   Quelle: Margrit Hahn

Sie hat die Bauarbeiten in den vergangenen Wochen begleitet und ist sehr zufrieden, dass auch die Blankenseer einen solches Interesse an ihrem Museum haben. Zum Teil mussten die Gerüste für das Museum und die Scheune auf Nachbargrundstücken aufgestellt werden. „Und niemand hat sich darüber beklagt. Im Gegenteil alle haben Anteil genommen und sich über den Baufortschritt gefreut“, berichtet die Museumsleiterin.

Einzige Reetdachdeckerei in Berlin

Erste Absprachen für dieses Projekt hatte ihr Vorgänger Karsten Bartoll vorgenommen, der den Job aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Das hielt ihn aber nicht davon ab, regelmäßig auf dem Museumshof zu kommen, um zu sehen, wie weit Marco Weichert und seine Männer sind. „Wir sind die einzige Reetdachdeckerei in Berlin“, berichtet der Unternehmer. Und zu tun gibt es genug, vor allem im Berliner Umland und im Spreewald. Die Auftragsbücher für die kommenden drei Jahre sind gefüllt.

Heute werden in Blankensee noch die Restarbeiten vorgenommen und dann können die Gerüstbauer kommen, um abzubauen. Ab Januar ist der Museumshof dann keine Baustelle mehr.

Karsten Bartoll lobt das Engagement der Stadt Trebbin, die Fördermittel beantragt und Eigenmittel zur Verfügung stellte. „1997 ist Blankensee zur Stadt Trebbin gekommen. Somit ist das Museum auch ein Teil der Stadt. Es ist eine Perle, die es zu erhalten gilt“, sagt Bürgermeister Thomas Berger. Seiner Ansicht nach ist das Decken eine nicht alltägliche Kunst. „Das macht unser Objekt zu einer Rarität“, fügt er hinzu.

Schilf vom Blankensee kam nicht zu Einsatz

Eigentlich hätte man für die beiden Dächer Schilf vom Blankensee verwenden können und das würde Marco Weichert auch viel lieber verwenden. Doch die Fläche steht unter Naturschutz. Und so lässt er das Material vorwiegend aus der Türkei kommen. Das hat einen sehr harten Halm.

Während der Baumaßnahe stellte sich heraus, dass die Bretter der Dielen erneuert werden müssen. Da dies nicht ins Förderprogramm gehörte, wurde die Blankenseer um Spenden gebeten. Jede Veranstaltung im Ort wurde genutzt, um Geld zu sammeln. „Es gab auch einige hohe Einzelspenden. Doch am schönsten ist, dass sich so viele Blankenseer beteiligt haben und damit zum Erhalt des Bauernmuseums beigetragen haben“, fügt Karsten Bartoll hinzu. Dadurch konnte die so genannte Giebelverbretterung erfolgen – sogar mit Verzierung. Während man im Spreewald Schlangen bevorzugt, sind es in Blankensee Pferdeköpfe.

Von Margrit Hahn

Lutz Heimer ist als mobiler Kfz- und Baumaschinenschlosser tätig. Der Stangenhagener absolvierte erst eine Industrie- Meisterausbildung, die nach der Wende nicht anerkannt wurde und setzte sich für den Handwerksmeister noch einmal auf die Schulbank.

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