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Spree-Neiße Nach schweren Vorwürfen: Heimaufsicht besucht Projekt „Neustart“
Lokales Spree-Neiße Nach schweren Vorwürfen: Heimaufsicht besucht Projekt „Neustart“
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20:09 25.09.2019
Das Gelände des intensivpädagogischen Projekts «Neustart». Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg prüft Vorwürfe, nach denen Kinder und Jugendliche in einem Heim schikaniert und fragwürdigen Erziehungsmethoden ausgesetzt worden sein sollen. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
Jänschwalde

Nach schweren Vorwürfen gegen das Heim „Neustart“ in Jänschwalde (Spree-Neiße) hat die Heimaufsicht die Einrichtung unangekündigt besucht. Die Prüfung am Mittwoch habe gezeigt, dass die kritisierte Milchglasfolie an den Fenstern durch Gardinen ersetzt wurde, wie das Bildungsministerium mitteilte. Die Stühle seien nicht mehr fest im Boden verankert und die Schränke in den Aufnahmezimmern frei zugänglich. Auch die Türen seien nicht verschlossen gewesen. Außerdem hätten Pädagogen bestätigt, dass das bisherige Aufnahmeverfahren nicht mehr durchgeführt werde.

Mehrere ehemalige Bewohner des Heims hatten der Zeitung „taz“ von Isolation, abgeklebten Fenstern, Frageritualen und gewaltsamen Fixierungen berichtet. Das Bildungsministerium betonte in seiner Mitteilung, dass mit dem Besuch die Prüfung der Vorwürfe nicht abgeschlossen sei.

Bewohner der Einrichtung sind zwischen zehn und 18 Jahren

Das Heim wird vom Kreisverband Lübben des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) betrieben. In der Einrichtung sei es nicht gestattet und werde auch nicht „in natura gelebt“, dass die intensivpädagogische Tätigkeit von Gewalt, körperlichen Bestrafungen oder ähnlichem begleitet werde, heißt es in einer Stellungnahme des ASB vom Mittwoch. Das sogenannte Aufnahmeverfahren in speziellen Aufnahmezimmern sei bis zum Abschluss der Überprüfungen ausgesetzt, da es in der Presse „problematisiert“ wurde. Auch künftig soll das Aufnahmeverfahren den Angaben nach nicht mehr Teil der Arbeit werden.

In dem Intensivpädagogischen Projekt „Neustart“ werden Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren untergebracht. Nach Angaben des Ministeriums dürfen dort Kinder und Jugendliche aufgenommen werden, die besonders schwierige und herausfordernde Verhaltensweisen zeigten.

Von RND/dpa

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