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Lokales Stippvisite bei der Feuerwehr
Lokales Stippvisite bei der Feuerwehr
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08:03 22.07.2017
Victoria Krieg hatte ihren Spaß  im Feuerwehrfahrzeug.  Die Kelle kennt man eher von der Polizei.
Victoria Krieg hatte ihren Spaß im Feuerwehrfahrzeug. Die Kelle kennt man eher von der Polizei. Quelle: Fotos: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Victoria Krieg ließ sich nicht lange bitte. Ruck, zuck saß die Luckenwalderin im Feuerwehrauto und schaute sich an, wie ein Tanklöschfahrzeug von innen aussieht. „Aus dem Auto klettert man dann aber wieder rückwärts. Genau wie bei einem Kellerbrand“, erklärt der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr und stellvertretende Stadtbrandmeister René Stephan. „Ich glaube nicht, dass ich bei einem Kellerbrand überhaupt die Treppen hinuntergehen würde“, erwiderte die angehende Industriemechanikerin, die sich im dritten Ausbildungsjahr befindet. Sie und die anderen Schaeffler-Azubis statteten gestern zuerst dem Luckenwalder Feuerwehrhersteller Rosenbauer und anschließend der neuen Luckenwalder Feuerwehrwache einen Besuch ab.

In der Einsatzzentrale in Luckenwalde Quelle: Margrit Hahn

„Wir arbeiten sehr gut mit dem Unternehmen Schaeffler zusammen. 13 Mitarbeiter sind Mitglied in Freiwilligen Feuerwehren. Vier von ihnen in Luckenwalde“, betont René Stephan. Es sei äußerst wichtig, dass Firmen ihre Mitarbeiter für Einsätze freistellen und sie diese Zeit dann auch nicht nacharbeiten müssen. Aber nicht nur die gute Zusammenarbeit war Grund die angehenden Industrie- und Werkzeugmechaniker einzuladen, sondern es ging darum, Interesse für die Feuerwehr zu wecken. Die Besucher erfuhren auch etwas über die Geschichte der Feuerwehr der Stadt. Die nicht sehr rühmlich begann. Es war im Jahr 1867 bei einem größeren Brand in der heutigen Käthe-Kollwitz-Straße als feuerlöschpflichtige Bürger dem Kommandeur den Gehorsam verweigerten und ihn an der Brandstelle im Stich ließen und einfach nach Hause gingen. Das führte zu einer Beschwerde der Bürger an den Landrat. Durch dieses Ereignis wurde die Feuerwehr in Luckenwalde gegründet.

Bei der Führung durch das Gebäude schauten sich die jungen Leute alles genau an – vom Fitnessraum bis zum Lager. Und Stephan erklärte auch, warum es so wichtig sei, dass Einsatzkräfte fit sind. Einmal im Jahr müssen die Kameraden einen Leistungstest absolvieren und dabei sind Disziplinen wie Hindernislauf mit schwerem Atemschutz, durch Hindernisse kriechen, eine Endlosleiter besteigen, Radfahren, laufen, und letztendlich eine 80-Kilogramm schwere Puppe aus einem verqualmten Raum holen. Die Azubis waren enttäuscht dass es keine Rutschstangen in der Wache gibt. „Dafür haben wir aber eine Kletterwand, die hat es in sich“, erklärte der stellvertretende Stadtbrandmeister.

Die Fahrzeugflotte in der Halle beeindruckte die Jugendlichen. Neben einem Kommandowagen gibt es einen Vorausrüstwagen, einen Einsatzleitwagen, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, einen Gerätewagen-Gefahrgut sowie Tanklöschfahrzeuge.

Für Matthias Schlickeisen und Lukas Niendorf war das alles nichts Neues. Die beiden Lehrlinge sind seit vielen Jahren in ihren Orten – in Paplitz und in Dümde – Mitglieder der Feuerwehr. „Ich bin jetzt seit zehn Jahren dabei. Mit acht habe ich begonnen“, erzählt Matthias Schlickeisen. Im Gegensatz zu Lukas Niendorf kannte er die neue Feuerwache in Luckenwalder noch nicht.

Von Margrit Hahn

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