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Teltow-Fläming 20 Jahre konstante Gebühren beim SBAZV
Lokales Teltow-Fläming 20 Jahre konstante Gebühren beim SBAZV
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02:34 27.04.2018
Ein Müllauto des Abfallzweckverbandes SBAZV auf einer Tour in einem Ludwigsfelder Wohngebiet. In diesem Jahr kauft der Verband fünf neue Fahrzeuge. Quelle: Jutta Abromeit
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Ludwigsfelde

Immer mehr Müll, immer mehr Menschen in der Region, die Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens bekommen höhere Löhne und zudem steigen die Entsorgungspreise bundesweit  – dennoch bleiben die Gebühren im Gebiet des hiesigen Abfallzweckverbandes SBAZV seit 1996 weiter konstant. Das steht mit den Beschlüssen der jüngsten Verbandsversammlung fest. Die wichtigsten betreffen den Wirtschaftsplan für 2017, die Gebühren- und Abfallgebührenordnung sowie die Entgeltordnung für die Recyclinghöfe in Luckenwalde, Niederlehme und Ludwigsfelde.

Auch nach den neuen Beschlüssen zahlen Haushalte im Verbandsgebiet mit den Altkreisen Zossen, Luckenwalde, Jüterbog und Königs Wusterhausen weiterhin pro Jahr und Person auf einem Grundstück 18,48 Euro sowie je nach Abfalltonne (80 bis 1100 Liter) bei vier Pflichtleerungen im Jahr zwischen 2,40 und 20,90 Euro pro Leerung. Allein im zweiten Halbjahr 2015 waren in den beiden Kreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald Abfälle von 2945 Einwohnern mehr zu entsorgen. Und im Vergleich zu 2016 steigen die Entsorgungspreise für eine Tonne Hausmüll 2017 von 77 auf 80 Euro, für eine Tonne Sperrmüll von 80 auf 85 Euro. Gewendet hat sich der Umgang mit Altholz. Gab es 2016 noch eine Vergütung, muss nun für jede zu entsorgende Tonne gezahlt werden. Hinzu kommt bei Schrott eine sinkende Vergütung.

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Wirtschaftlichkeit ist ständiges Thema

Wie die Gebührenkonstanz über zwei Jahrzehnte dennoch gelingt, das erklärt Lutz-Rainer Pätzold, Vorsteher des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbandes. Das sei zwar alles nicht erfreulich, sagt er, doch es gehe allen so. Zum einen prüfe man im Haus alle Vorgänge ständig auf Wirtschaftlichkeit. Seit November zum Beispiel könnten Haushalte Abholtermine für Sperrmüll, Schrott, Elektroschrott und Altreifen auch online anmelden. „Es gibt dann mehrere Vorschläge, von denen man sich den passenden aussucht. Das vereinfacht auch uns die Arbeit erheblich“, sagt Pätzold und fügt hinzu: „Die Fixkosten in der Verwaltung sind ja relativ konstant. Wenn dieselbe Zahl Mitarbeiter mehr Vorgänge bearbeitet, wird jeder Vorgang preiswerter.“

2,1 Millionen Euro für sieben neue Fahrzeuge

In einem Bereich aber gibt es mehr Mitarbeiter – bei den Müllfahrern. Sechs Kollegen sollen für die zusätzlichen Touren in die neuen Wohngebiete dieses Jahr eingestellt werden. Außerdem werden neue Müllfahrzeuge gebraucht, sagt der Verbandsvorsteher: „Fünf neue Sammelfahrzeuge sowie ein Bagger und ein Spezialfahrzeug sind nötig.“ Man habe sich die Daten zum Fuhrpark genau angeschaut. Dabei wurde deutlich: „Seit der Verband ab 2010 den Abfall wieder selbst einsammelt, ist jedes unserer Fahrzeuge im Durchschnitt 280 000 Kilometer gefahren, um 35 000 Tonnen Müll einzusammeln. Das verschleißt, denn das sind ja keine langen, gleichmäßigen Strecken, sondern Stop-and-go-Touren“,sagt Pätzold. Damit steige der Wartungsaufwand jetzt permanent. 2,1 Millionen Euro gebe der Verband für die sieben neuen Fahrzeuge aus.

Hintergrund

Das Verbandsgebiet des SBAZV (Südbrandenburgischer Abfallzweckverband) umfasst 2848 Quadratkilometer.

Mitglieder sind die beiden Kreise Teltow-Fläming (mit Altkreisen Zossen, Luckenwalde und Jüterbog) und Dahme-Spreewald (mit Altkreis Königs Wusterhausen). Sie haben in der Verbandsversammlung zehn (TF) und sieben (LDS) Stimmen.

Im Kreis Teltow-Fläming entsorgt der SBAZV den Müll von 163 553 Einwohnern, im Kreis Dahme-Spreewald von 117 228 Einwohnern (Ende 2015). Das ist ein Zuwachs seit Verbandsgründung im August 1993 von knapp 50 000 Einwohnern; hinzu kommen neue Firmen sowie Industrie- und Gewerbegebiete.

Begonnen hatte der Verband seine Arbeit 1994 mit 16 Angestellten, seit Jahresbeginn 2017 zählt der SBAZV 150 Mitarbeiter.

Änderungen gibt es bei Gebühren für größere Abgabemengen auf den Recyclinghöfen. „Die pauschalen Annahmepreise für bis zu einem Kubikmeter sind unverändert. Was darüber hinausgeht und gewogen wird, ist etwas teurer“, so Pätzold.

Hinweise unter www.sbazv.de

Von Jutta Abromeit