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Teltow-Fläming 3000 Unterschriften gegen Massentierhaltung
Lokales Teltow-Fläming 3000 Unterschriften gegen Massentierhaltung
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14:41 18.11.2013
Quelle: Gudrun Ott
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Klausdorf

Am Sonnabend traf sich die Klausdorfer Bürgerinitiative (BI) gegen Massentierhaltung zu einem Protestmarsch in Richtung Rathaus, um Bürgermeister Frank Broshog und Vertretern der Gemeinde mehr als 3000 Unterschiften gegen die Erweiterung der Saalower Mastanlage zu übergeben. Angeschlossen hatten sich zahlreiche Sympathisanten.

Rund 200 Demonstranten forderten das Aus für industrielle Tierproduktion und ein Umdenken in der Agrarpolitik. Die BI war im Juli dieses Jahres gegründet worden, um eine in Nähe des Sees geplante Schweinemastanlage zu verhindern. Die neue Mastanlage wird nun nicht errichtet. „Ich kämpfe aber weiter für die Saalower“, sagte Marion Pods.

„Tourismus statt Tierfabrik“ forderte sie auf ihrem Plakat. Auf dem ihres Ehemannes war zu lesen: „Haben Sie heute schon Antibiotika gegessen?“ Tiere, die in Mastställen zu Fleischproduzenten herangezüchtet werden, bekommen vorsorglich oft Antibiotika. Das macht die Produktion von billigem Fleisch erst möglich. Daran verdient der Erzeuger, der Verbraucher ist die melkende Kuh – das wollen die BI-Mitglieder nicht länger sein, hieß es. Weil alles, was der Mensch den Tieren antut, zu ihm zurückkommt, sind mittlerweile rund 6,4 Millionen Deutsche multiresistent gegen viele Antibiotika.

„Wir sind nicht nur das Volk, sondern wir alle sind auch der Staat und laut Grundgesetz ist der Staat nach Artikel 20a verpflichtet, in Verantwortung für die zukünftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung zu schützen“, sagte Jochen Oehler. Eine Agrarpolitik zu Gunsten verantwortungsvoller Landwirte und Agrargenossenschaften forderten die Demonstranten.

Ein Umdenken in den Schaltstellen der Politik wünschte sich Rainer Jänicke, der dem Klausdorfer Heimatverein angehört. Marlies Konzack vom Hotel „Seeblick“ sprach vom Image der Region rund um den Mellensee und vom sanften Tourismus, den man behalten und stärken wolle. Dem schloss sich Elfriede Dowhaluk an. Frank Broshog wies darauf hin, dass er als Bürgermeister auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Region verantwortlich ist und gab zu, die Problematik um die Mastanlage am Mellensee am Anfang nicht überblickt zu haben. Der erste Mann der Großgemeinde bedankte sich bei der BI für die umfassenden Informationen und versprach, am kommenden Mittwoch in der Gemeindevertretersitzung das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Von Gudrun Ott

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