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Teltow-Fläming Süßmost- und Weinkelterei feiert Jubiläum
Lokales Teltow-Fläming Süßmost- und Weinkelterei feiert Jubiläum
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18:10 29.08.2019
Auch, wenn viel automatisiert abläuft, müssen die Mitarbeiter an der Heiß-Abfüllanlage immer ein wachsames Auge haben. Quelle: Uwe Klemens
Hohenseefeld

Wenn jemand „Saftladen“ sagt, ist das wohl meistens abfällig gemeint. Ganz anders in Hohenseefeld, wo der Begriff für die Süßmost- und Weinkelterei steht. 60 Jahre ist es her, dass deren Namen erstmals auf dem Etikett einer Saftflasche auftauchte. Mit einem Tag der offenen Tür und vielen Gästen soll das Jubiläum am 7. September zwischen 11 und 18 Uhr gebührend gefeiert werden.

Saft statt Milch

Dass der offiziell 1959 gegründete Betrieb einen Vorgänger hatte, wissen heute nur noch wenige. Ende der 20er Jahre, also vor rund 90 Jahren, wurde auf dem heutigen Kelterei-Gelände eine Molkerei errichtet. „Wem sie gehörte und bis wann sie arbeitete, haben wir nicht herausfinden können“, sagt Jana Memmert, die 2016 als Betriebswirtin und Tochter des damaligen Geschäftsführers Manfred Memmert ins Unternehmen kam und ein Jahr später die Leitung übernahm.

Geschäftsführerin Jana Memmert. Quelle: Uwe Klemens

Fest steht, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges statt Milch einheimisches Obst zu Saft und Most verarbeitet wurde. Als Inhaber Johannes Wolter in den Westen floh, übernahm Artur Reichard den Betrieb. 1968 übernahm sein Sohn Hans-Jürgen.

Verstaatlichung kam in den 70ern

Auch wenn der Betrieb 1972 verstaatlicht wurde, blieb der Name Reichard bis weit nach der Wende ein Begriff. Hauptgeschäftsfelder bis zur Wende waren die Lohnmosterei und die Belieferung des privaten, regionalen Handels. Bis zu 1.200 0,65-Liter-Flaschen liefen in der Hochsaison pro Stunde vom Band.

In der 80er Jahren wurde der VEB dem Jüterboger Dienstleistungskombinat zugeordnet und erhielt eine zusätzliche Lagerhalle, die noch heute genutzt wird. Im Wende-Jahr 1989 wurde mit der Erneuerung des Kelterhauses, sowie des Pressenraumes begonnen. Ein Jahr später erfolgte die Reprivatisierung. VEB-Direktor und Alteigentümer Hans-Jürgen Reichard war wieder Chef im eigenen Hause.

Fit für die neue Ära

Mit der Anschaffung einer innovativen Bandpresse, der Sanierung des Produktions- und damaligen Verwaltungsgebäudes und der Erneuerung der Heizungsanlage erfolgte der Start in die neue Ära. Vor allem die neuen, weitaus strengeren Hygiene-Vorschriften schlugen als Rieseninvestition durch. 34 Aluminium-Tanks, von denen jeder zwischen 10.000 und 15.000 Liter fasst, mussten durch Edelstahltanks ersetzt werden. Zwei Millionen D-Mark verschlang die Maßnahme.

Auf der anderen Seite machte das Wegbrechen des Marktes den Hohenseefeldern schwer zu schaffen. „Anfang der 90er Jahre wollte doch niemand Ostprodukte haben“, weiß Jana Memmert von ihrem Vater, der 1992 als kaufmännischer und Vertriebsleiter, sowie als Mitgesellschafter ins Unternehmen kam.

Nach dem Spülgang werden die leeren Pfandflaschen durchleuchtet. Quelle: Uwe Klemens

Unter Manfred Memmerts Regie erschloss sich die mittelständige Saft- und Weinbude durch intensive Suche nach Produkt-Nischen neue und auch den alten Absatzmarkt. Zahlreiche Preise, sei es für Sanddorn- und ACE-Produkte, Pina Colada, Apfel-Cidre und ähnlichem, künden von der spannenden „Goldgräber-Zeit“, wie Manfred Memmert, inzwischen Rentner, noch heute sagt. Auch seine Tochter weiß, dass nur die Suche nach Innovationen das Überleben des heute 19 Mitarbeiter starken Unternehmens sichert. 1,9 Millionen Liter Säfte, Weine und Spirituosen werden jährlich produziert.

Präsent für den ältesten Beleg

Zum Fest am 7. September sind alle geladen, die Anteil am Erfolg haben. Kunden, ehemalige und jetzige Mitarbeiter, sowie Geschäftspartner werden erwartet. Neben einem Kinderprogramm, Chorgesang und Blasmusik wird es Führungen durch die Produktionsanlagen geben. Partner-Unternehmen und natürlich der Jubilar laden zur Produktverkostung. Demjenigen, der den ältesten Beleg zu Firmengeschichte mitbringt, zum Beispiel ein altes Etikett oder einen Lieferschein, winkt ein Präsentkorb.

Von Uwe Klemens

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