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Teltow-Fläming A10 bald ohne Naht und Fugen
Lokales Teltow-Fläming A10 bald ohne Naht und Fugen
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19:32 07.11.2014
Der Straßenbau-Gigant am Autobahn-Südring: Am Wochenende bauen die Männer ihn zusammen, ab Dienstag wird asphaltiert.
Der Straßenbau-Gigant am Autobahn-Südring: Am Wochenende bauen die Männer ihn zusammen, ab Dienstag wird asphaltiert. Quelle: Jutta Abromeit
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Ludwigsfelde

Noch nie ist in Deutschland eine Straßenfahrbahn so breit fugen- und nahtlos gefertigt worden. Das sagen Thomas Mattuschka vom Landesbetrieb Straßenwesen, Sachgebietsleiter Bauüberwachung Autobahn Süd, und Oberbauleiter Dirk Lohne von der Oevermann-Niederlassung Mittenwalde. Die beiden Straßenbau-Fachleute stehen am Autobahn-Anschluss Ludwigsfelde West. Neben ihnen montieren sechs Männer einen Asphaltfertiger, der 14 bis 16 Meter breite Fahrbahnen in einem Zug schafft. Diese Supermaschine fertigt ab Dienstag 15,50 Meter breit den neuen Belag für die drei Fahrspuren mit Standstreifen Richtung Osten. Die sechs Kilometer zwischen Ludwigsfelde West und Ost wollen die Straßenbauer perfekt abliefern. Der neue Belag soll ähnlich lange wie der alte halten, möglichst wieder 15 Jahre.

An dieser Nadelöhr-Baustelle wurde seit Juni gearbeitet und es gab anderthalb Monate Verzug. Die Vorarbeiten waren nicht pünktlich fertig, so musste der Landesbetrieb auf einen neuen Termin warten für den Großasphaltierer. Davon gibt es in Deutschland derzeit nur einen.

Vor diesem Einsatz war er auf 14 Meter Fahrbahnbreite eingerichtet. Deshalb müssen die sechs Mechaniker, Servicemänner, Straßenbauer und Kfz-Meister vom Straßenbaumaschinen-Hersteller Vögele, vom Vermieter Werwie und vom Straßenbauer Oevermann den Giganten nicht nur zusammenbauen. Sie müssen auch seine Verteilspindel und seine „Bohle“– den Vorbau zum Verdichten und Glätten von Asphalt– an beiden Seiten verlängern. Ein Riesenpuzzle. Mechanische Module und Schrauben liegen zu hunderten neben den Männern. Andreas Barnack, Michael Herrmann, Michael Kölsch, Dirk Dannenbrink, Stephan Wolf und Sven Arnold hantieren mit Maulschlüsseln und Zangen, verschwinden im Inneren der Maschine, schließen Hydraulik und Elektrik an.

Den Premierenasphalt fährt Andreas Barnack. Aufgeregt ist er nicht: „Ich sitze seit 22 Jahren auf verschiedensten Geräten. Aber was besonderes ist es schon. Denn der Fertiger ist eben extrem breit. Da alles im Blick zu behalten, ist schon eine Herausforderung.“ Solche Fahrbahnbreiten werden sonst nur für Start- und Landebahnen von Flugplätzen gebraucht; „aber dann nicht in einem Ritt. Da kann man durchaus mit mehreren Spuren arbeiten“, sagt Lohne.
Thomas Mattuschka erklärt, dass die 330 Meter lange Brücke im Stadtgebiet Ludwigsfelde Belag bekommt: „Dort bringen wir Gussasphalt auf. Der ist beim Fertigen dünner, aber hinterher absolut wasserdicht.“ Mit diesem teureren Material will man verhindern, dass Feuchtigkeit in die Brückenkonstruktion fließt.

Straßenbauer von der Arbeitsgemeinschaft Oevermann Mittenwalde und Faber Trebbin bringen ab Dienstag je nach Wetter zwei oder drei Tage lang fünf Zentimeter Asphaltbinder auf die fertigen zwei Zentimeter Profilausgleich auf, anschließend eine vier Zentimeter starke Deckschicht. Spätestens am 17. November soll der Verkehr  dort wieder ungehindert rollen. Bis nach Ostern 2015 die Gegenrichtung erneuert wird.

Von Jutta Abromeit

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