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Teltow-Fläming Die Hebamme ganzer Familien-Generationen
Lokales Teltow-Fläming Die Hebamme ganzer Familien-Generationen
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06:00 22.07.2014
Am liebsten verbringt Hildegard Wöhrmann ihre Zeit im Garten. Sie feierte am Montag ihren 95. Geburtstag. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Tausenden von Babys hat Hildegard Wöhrmann in ihrem Leben auf die Welt geholfen, jetzt genießt sie ihren Ruhestand. Die älteste Hebamme in Luckenwalde feierte am Montag bei guter Gesundheit ihren 95. Geburtstag.

„Ich werde zwar immer kleiner“, sagt die fitte Seniorin mit einem Schmunzeln, aber dann läuft sie flink wie ein Wiesel los. Sie wohnt noch zu Hause bei Sohn Harri Wöhrmann, dessen Lebensgefährtin Krimhild Baum und den Enkeln Saskia und Henry Wöhrmann. „Vor fünf Jahren brauchte sie zum Laufen einen Stock, damit der Rücken nicht weh tut. Heute braucht sie den Rollator, damit sie mehr Gepäck transportieren kann“, witzelt Harri Wöhrmann. Ihr geliebtes Fahrrad musste er jedoch nach zwei Unfällen konfiszieren. „Da war sie ein bisschen sauer“, räumt er ein.

Frische Luft als Geheimrezept für Gesundheit

Als Geheimrezept für ihre stabile Gesundheit nennt Hildegard Wöhrmann einen geregelten Tagesablauf und frische Luft. Beim Thema Garten leuchten ihre Augen. Sie baut allerlei Gemüse wie Kartoffeln, Tomaten, Mangold, Spinat und Bohnen an, außerdem Erdbeeren und Brombeeren. Zudem kümmert sie sich um sechs Hühner. „Ich muss jeden Tag gucken, wie alles wächst und ob ich Kommandos geben kann“, erzählt Hildegard Wöhrmann. Die „Kommandos“ gelten dann Krimhild Baum, die sich bereitwillig zur Gartenarbeit anleiten lässt.

Bei der aktuellen Hitze ist Hildegard Wöhrmann schon morgens um 5 Uhr im Garten. Punkt 7 Uhr gibt es Frühstück, dann wird eine Stunde lang MAZ gelesen. Die Seniorin kocht noch regelmäßig für die Familie. „Jeden Tag, man will ja schließlich auch jeden Tag essen“, begründet sie. Ihren Humor hat sie trotz mancher schwerer Jahre nie verloren.

40 Jahre als Hebamme gearbeitet

Hildegard Wöhrmann wurde in Polen geboren und wollte Krankenschwester werden. Ein Patient lenkte sie um. „Werde Hebamme“ sagte er zu ihr. Nach dem Krieg wurde Hildegard Wöhrmann von den Russen verschleppt und war vier Jahre lang in Sibirien. Nach ihrer Rückkehr verschlug es sie nach Frankenfelde zu ihrer Schwester. 40 Jahre lang hat die heute 95-Jährige als Hebamme gearbeitet, davon 30 Jahre im Luckenwalder Krankenhaus.

Noch heute stellen sich ganze Familien vor, die sie über mehrere Generationen ans Licht der Welt geholt hat. Irgendwann hörte sie auf, die Kinder zu zählen. Ihren Beruf hat sie geliebt, dennoch sagt sie: „Und wenn ich zehn Töchter hätte, keine sollte Hebamme werden. Wenn andere tanzen gingen, saß ich als selbstständige Heb amme zu Hause und wartete.“

Eine richtige Wehmutter

Früher hätten es die Gebärenden schwerer gehabt als heute. „Damals wurde kaum ein Kaiserschnitt gemacht, die Frauen mussten zum Teil viel zu lange liegen und warten“, erinnert sich die Seniorin. Ihren Geburtstag verbrachte sie am Montag im Kreis der Familie und ehemaliger Kollegen. Magdalena Partetzke (67), Rosemarie Tepper (60) und Helga Franke (60) schwärmen noch heute von ihr. „Sie war so ausgeglichen, so fröhlich, eben eine richtige Wehmutter“, erzählt Magdalena Partetzke.

Früher gab es mehr Geburten

  • Bis zu 1000 Kinder jährlich kamen früher auf der Luckenwalder Entbindungsstation zur Welt, heute im Durchschnitt täglich eins. Laut Hildegard Wöhrmann musste die Hebamme bis zu drei Gebärende zeitgleich betreuen.
  • 352 Babys wurden im vergangenen Jahr im DRK-Krankenhaus geboren, davon 182 Jungs und 170 Mädchen.
  • 6 Hebammen (eine im Schwangerschaftsurlaub) arbeiten heute im Luckenwalder DRK-Krankenhaus.
  • Sie betreuen Schwangere und junge Mütter in den Regionen Luckenwalde und Jüterbog und sichern auch Hausgeburten ab. Die nächste freiberufliche Hebamme gibt es in Treuenbrietzen sowie eine Kollegin in Stangenhagen (ausschließlich für die Nachsorge).

Von Elinor Wenke

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