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Teltow-Fläming Ärztebedarf gedeckt, trotzdem volle Wartezimmer
Lokales Teltow-Fläming Ärztebedarf gedeckt, trotzdem volle Wartezimmer
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14:05 11.06.2019
Weil der Bedarf offiziell gedeckt ist, können aktuell keine Facharzt-Praxen eröffnen. Für 2020 haben die Kassen aber neue Zulassungen genehmigt. Quelle: dpa
Dahmeland-Fläming

Ein Termin beim Augenarzt – erst in drei Monaten zu bekommen. Eine Sitzung beim Psychotherapeuten? Da geht erst gar keiner ans Telefon. Und beim Kinderarzt sind die Wartezimmer in der Erkältungszeit stets übervoll. Die Ärzteversorgung ist ein Problem – gefühlt zumindest.

Schaut man sich aber die reinen Daten zur Gesundheitsversorgung der Region an, ergibt sich ein anderes Bild. Insbesondere der Wachstumsraum steht für Brandenburger Verhältnisse durchaus gut da.

Kurze Wege ins Krankenhaus

Das Netz der Krankenhäuser ist relativ dicht – eins steht in Ludwigsfelde, eins in Königs Wusterhausen, dazu gibt es die psychiatrische Fachklinik in Teupitz. Auch die Krankenhäuser im Südrand Berlins liegen im Einzugsbereich, weshalb die Wege zum nächsten Krankenhaus im Speckgürtel kürzer sind als im Landesschnitt.

Und bei den Fachärzten herrscht in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming nach aktuellem Stand Vollversorgung. In beiden Landkreisen gibt es jeweils neun Augenärzte, sechs HNO-Ärzte, vier Urologen, dazu jeweils mindestens neun Kinderärzte, 14 Frauenärzte und 21 Psychotherapeuten. Laut Plan reicht das. Wenn sich ein weiterer Facharzt niederlassen will, muss er hoffen, dass sich in seiner Berufsgruppe mehrere Kollegen der Rente nähern. Ansonsten bekommt er keine Zulassung.

Dass die Arztsuche trotzdem oft frustrierend ist, weiß auch Christian Wehry von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin-Brandenburg. „Wenn man die Klagen der jungen Mütter über volle Kinderarztpraxen hört, kann man schon fragen, ob der Bedarfsplan stimmt“, sagt er.

Kassen billigen zusätzliche Arztsitze

Da ist man sich offenbar auch bei den Kassen nicht mehr sicher. Deshalb wurden Brandenburg kürzlich 372 zusätzliche Arztsitze zugebilligt. Damit wird es bald mehr Ärzte in der Region geben. Wie viele und welche Fachrichtungen ist noch unklar.

Für eine komplette Entspannung werden aber auch die nicht sorgen. Zum einen könne es immer Engpässe geben, sagt Wehry. Königs Wusterhausen etwa ist mit Kinderärzten so gut versorgt wie keine andere Gemeinde im südlichen Speckgürtel. Trotzdem brach im Februar kurzzeitig das Chaos aus, weil vier der fünf Ärzte zeitgleich im Urlaub oder krank waren. Zum zweiten gehen die Menschen heute deutlich häufiger zum Arzt als früher. Und zum dritten ist es schwierig, überhaupt Ärzte zu finden, die sich in der Region niederlassen wollen.

Viele wollen nicht nach Brandenburg

Das wird bei den Hausärzten deutlich. In beiden Landkreisen könnten sich schon jetzt weitere 15 Hausärzte ansiedeln. Es finden sich aber keine. Weil in den vergangenen Jahrzehnten kaum Ärzte in Brandenburg ausgebildet wurden, müssen sie quasi importiert werden, was schwierig ist, sagt Wehry. „Wer zehn Jahre in Berlin war, der geht da nicht mehr weg.“

Deshalb versuche man derzeit, Berliner Medizinstudenten möglichst früh mit Brandenburg in Kontakt zu bringen. Und LDS hat im vorigen Jahr sogar ein Ärztestipendium aufgelegt. Studenten können Geld vom Landkreis bekommen, müssen sich dafür später aber mindestens vier Jahre im Landkreis niederlassen. Zwei junge Leute haben das Angebot bereits angenommen.

Solche Maßnahmen sind vor allem für den Süden wichtig. Zwar gibt es auch im Bereich Schönefeld-Wildau weniger Hausärzte als möglich wären. Das sei aber kein wirkliches Problem, sagt Christian Wehry. „Die Leute im Speckgürtel sind in der Regel jung und gesund, sie arbeiten in Berlin und gehen bei Bedarf dort zu ihren Ärzten.“

Von Oliver Fischer

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