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Teltow-Fläming Libellen und der neue Wohnpark Ludwigsdorf
Lokales Teltow-Fläming Libellen und der neue Wohnpark Ludwigsdorf
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19:32 04.03.2019
2018 sorgten sich Ahrensdorfer um Uferschwalben in Abraum-Bergen, jetzt geht es um Insekten auf dem bisherigen Ackerland. Quelle: Jutta Abromeit
Ahrensdorf

Der Ahrensdorfer Arno Löbe sorgt sich um Insekten, deren Lebensraum mit dem Bau des neuen Ludwigsfelder Stadtteils Ludwigsdorf wohl kleiner wird. Kurz vor Ablauf der Auslegungsfrist für den letzten Rousseau-Park-Bereich Süd – sie endet am Mittwoch, bis dahin kann jedermann Bedenken und Einwände vorbringen – macht er darauf aufmerksam, dass weitere rund 50 Hektar Fläche dem Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern weichen müssen, die bisher vorwiegend im ökologischen Landbau bewirtschaftet würden.

Löbe: Verlust von Naturland

Löbe hatte zu denjenigen gehört, die voriges Jahr die Untere Naturschutzbehörde (UNB) einschalteten, als junge Uferschwalben bedroht waren. Jetzt führt er bei den Folgen der Großbaustelle für insgesamt 2200 Eigenheime neben der Bodenversiegelung den Verlust von Grünflächen und Naturland ins Feld.

Das stört ihn besonders vor dem Hintergrund, dass Insektenzahlen und -vielfalt abnehmen. Und er äußert gegenüber der MAZ: „Dass der Verlust öffentlicher Grünflächen sogar damit begründet wird, den späteren Pflegeaufwand für die Stadt Ludwigsfelde zu mindern, ist schier der Gipfel der Unverfrorenheit.“

Ahrensdorfer meint, Insekten blieben unbeachtet

In dem vom Investor beauftragten Faunistischen Gutachten würden zwar die Vorkommen von Vögeln, Reptilien und Amphibien und die Auswirkungen der geplanten Bebauung bis hin zu notwendigen Schutzmaßnahmen recht umfangreich untersucht, so Löbe; doch „die große Gruppe der Insekten bleibt bis auf einige Libellen-Arten völlig unbeachtet“.

Daniel Jonelat, im Umweltamt der Kreisverwaltung für Naturschutz zuständig, erklärt, warum das so sei und dass der Insektenschutz nicht vergessen wurde. „Wir als UNB hatten in dem B-Plan-Verfahren zu prüfen, ob alle Naturschutz-Belange wie Biotop- und Artenschutz gesetzeskonform berücksichtigt sind.“ Dazu gehörten auch solche Fragen: Welche Lebensräume gehen verloren oder werden eingeschränkt?

„Ein Investor kann nicht alle Gruppen kartieren“

„Aber man kann einem Investor nicht auferlegen, alle erdenklichen Insekten-Gruppen mit allen Arten zu kartieren. Sondern man nähert sich dem Thema Insekten, in dem man Art herausnimmt“, so Jonelat. Dabei hätten sich die Beteiligten die Libellen stellvertretend für die große Gruppe der Insekten gewählt, die werde überschlägig beleuchtet.

Und der UNB-Mann sagt, das Bundesnaturschutzgesetz lege Verbote für besonders geschützte Arten fest, mache aber die Einschränkung, dass bei B-Plan-Verfahren nur europäische Vogelarten und streng geschützte Arten berücksichtigt werden müssen. „Dabei fallen einige in Deutschland lebende besonders geschützte Insekten-Arten durchs Prüfgitter.

Lerchen-Fenster und Blühstreifen

Das ist aber im Rousseau-Park nicht der Fall“, erklärt Daniel Jonelat. Und er sagt: „Mit dieser Bebauung dort gehen zwar bisher ökologisch bewirtschaftete Ackerflächen als Lebensraum verloren. Aber für diesen Lebensraum-Verlust von Vögeln und Insekten hat der Investor großflächig Kompensation zu leisten.“ Das geschehe zum Beispiel in Form von mehreren Hektar Lerchen-Fenstern oder Blühstreifen.

Das alles gleiche nicht nur den geringer werdenden Lebensraum für Vögel aus, sondern sei ja gleichzeitig auch neuer Lebensraum für Insekten, so Jonelat. Außerdem sagt er: „Man sollte bei dieser Diskussion auch nicht vergessen, dass dort keine Industrie entsteht, sondern eine Eigenheim-Siedlung mit Hausgärten. In denen blüht ja dann auch die eine oder andere Blume, die Insekten anlockt.“

Von Jutta Abromeit

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