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Teltow-Fläming Auf Wanderschaft mit Fontane
Lokales Teltow-Fläming Auf Wanderschaft mit Fontane
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15:15 14.01.2019
In Mittenwalde begeisterte sich Fontane für die Sankt-Moritz-Kirche, gerade weil Paul Gerhardt dort wirkte. Er erwähnte auch den prachtvollen Altar, der die heilige Anna mit Jesus und Maria zeigt. Quelle: Karen Grunow
Dahmeland-Fläming

Fontane hat in vielen, teils noch so versteckten Winkeln Brandenburgs Spuren hinterlassen und diesen eine literarische Form gegeben, natürlich auch in der Region. Das ist niemandem neu, gewiss. Immer wieder mal wird Fontane deshalb Thema, die hiesigen Routen seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ wurden längst und immer wieder Anregungen für eine Vielzahl von Aktivitäten. Diese nehmen aber nun in diesem Jahr aus gutem Grund zu, denn Theodor Fontanes Geburtstag jährt sich zum 200. Mal.

Genaugenommen zwar erst am 30. Dezember, aber die cleveren Tourismusmarketingspezialisten des Landes haben einfach mal neun Monate zurückgerechnet und damit wird am vermeintlichen Tag der Zeugung des kleinen Theodor – womöglich also war’s der 30. März – das Festjahr offiziell eröffnet. In der Dahmeland-Fläming-Region hindert das erfreulicherweise niemanden daran, schon vorab munter loszulegen mit dem Fontane gewidmeten Veranstaltungsreigen.

Musikalisch-literarisches Fontane-Programm und Ausstellungen

So wird Andreas Hüttner, Leiter der Musikschule Teltow-Fläming und seit einiger Zeit erfolgreich unterwegs als Liedermacher, sein gemeinsam mit Saxofonist Matthias Wacker konzipiertes Fontane-Programm mehrfach in der Region vorstellen. Auftakt ist am 14. Februar in Altes Lager. „Es ist ein weites Feld – Verabredung mit Fontane“ heißt es, und Texte Fontanes werden darin den Liedern Hüttners gegenübergestellt. Im Sommer wird er damit bei der beliebten Wasserkultur Zeuthen vom Kulturverein Zeuthen dabei sein.

Einige der Veranstaltungen zu Fontane

Ab 5. März: Ausstellung im Dahmelandmuseum Königs Wusterhausen.

15. März, 19 Uhr: Film „Schach von Wuthenow“ und Gespräch mit Regisseur Richard Engel und Darstellerin Petra Kelling, Stadtbibliothek Königs Wusterhausen.

22. März, 19 Uhr: Robert Rauh liest aus „Fontanes Frauen“ in Königs Wusterhausen, Stadtbuchhandlung Radwer.

22. März, 19 Uhr: Christine von Brühl liest aus „Gerade dadurch sind sie mir lieb – Theodor Fontanes Frauen“ im Bürgerhaus in Königs Wusterhausen.

29. März, 18 Uhr: Start der 24-Stunden-Wanderung in Wildau.

5. bis 28. April: Schüler-Ausstellung im Bürgerhaus „Hanns Eisler“.

9. April, 17 Uhr: Bildervortrag „Auf Spuren Fontanes im Ruppiner Land“ im Bürgerhaus Königs Wusterhausen.

1. Juni bis 21. September: Kunstfestival Aquamediale in Straupitz.

2. Juni, 11 Uhr: „Das verzauberte Schloss – Eine Pfingstfahrt mit Theodor Fontane in den Teltow“, Führung im Schloss Königs Wusterhausen.

22. Juni: 21. Zeuthener Fontanetag mit kommentierter Lesung aus Theodor Fontanes Theaterkritiken.

Außerdem: Songpoet Andreas Hüttner und Saxofonist Matthias Wacker gastieren mehrfach mit ihrem Fontane Programm in der Region.

„Wir stellen Fontanes Aufenthalte in Königs Wusterhausen 1862 und 1874 dar“, berichtet Barbara Münzer vom Fontane-Kreis Zeuthen über die ab 5. März geöffnete Ausstellung „Fontane im Dahmeland“ im Königs Wusterhausener Dahmelandmuseum. Vor etwa zwei Jahren, berichtet sie, habe sie die Idee dazu gehabt. „Frau Berger hatte gleich ein offenes Ohr“, erzählt sie über den Kontakt zur Leiterin des Museums, Margitta Berger. Mit mehreren Mitstreiterinnen, mit Hilfe des Heimatvereins und der Ortschronisten ist die Ausstellung entstanden, die Fontanes Begegnung mit der Region, insbesondere Königs Wusterhausen, Mittenwalde und Teupitz dokumentieren wird. „Wir haben auch ein Rahmenprogramm zusammengestellt“, so Barbara Münzer. Dazu gehört eine Buchvorstellung von Robert Rauh, der über „Fontanes Frauen“ geschrieben hat.

Fontane reiste auch nach Teupitz und schwärmte vom dortigen See. Quelle: Karen Grunow

Diesem Thema hat sich auch Christine von Brühl gewidmet, die mit „Gerade dadurch sind sie mir lieb. Theodor Fontanes Frauen“ ein ebenso gelobtes Buch vorgelegt hat und dieses in Königs Wusterhausen präsentieren wird. Ihre Lesung gehört zu den im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ geplanten Veranstaltungen. Schüler der Paul-Dessau-Schule Zeuthen und des Königs Wusterhausener Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums werden sich in einer Ausstellung dort im April mit Fontanes Wanderungen und seinen Werken auseinandersetzen.

Viele derjenigen, die im Dahmeland Fontane würdigen wollen, sind eng vernetzt. Zeuthener Schüler gehören auch zu den Akteuren, die kleine Spielszenen entwickeln für eine Fontane-App, die für die Region an der Technischen Hochschule Wildau geplant wird. Die TH kooperiert außerdem für eine Wanderung auf dem Fontane-Wanderweg im Dahmeland eng mit Wanderwegewart Norman Siehl. Er hatte die Idee, mit anderen Wanderlustigen 100 Kilometer am Stück zu laufen. „Es gibt sehr reges Interesse“, erzählt Norman Siehl. Die offizielle Anmeldefrist beginnt in einigen Tagen. Wer will, kann auch nur 25 oder 50 Kilometer mitwandern. Die Planungen für die extreme Tour laufen gut; Norman Siehl möchte jetzt noch mal Kontakt aufnehmen zu den einzelnen Kommunen, die an der Wegstrecke liegen. Alles ist durchorganisiert, damit auch eventuellen Abbrechern gut geholfen werden kann und die Wanderer unterwegs immer wieder gut versorgt und motiviert werden.

Künstler arbeiten für Aquamediale zu Fontane

Sogar die Aquamediale, das alle zwei Jahre stattfindende internationale Kunstfestival des Landkreises Dahme-Spreewald, wird sich diesmal an Fontane anlehnen. In Straupitz werden unter dem Motto „„Spreeland trifft ...“ Künstler in offenen Ateliers dafür ihre Beiträge erarbeiten.

Das Gestern im Heute, Fontanes Blick einst und die heutige Wahrnehmung spielen bei all diesen Aktivitäten eine entscheidende Rolle. Fontane schrieb in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ nicht immer erbaulich über die Orte der Region, schimpfte zum Beispiel über Trebbin – „die Kirche so trist wie die Stadt“ –, lobte dagegen Mittenwalde – „Es ist sehenswert, weil es alt genug ist, um eine Geschichte zu haben“. All dies und mehr gilt es (neu) zu entdecken.

Von Karen Grunow

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