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Teltow-Fläming Feuerwehr-Facebook-Seiten bekommen Zusatz „Freunde“
Lokales Teltow-Fläming Feuerwehr-Facebook-Seiten bekommen Zusatz „Freunde“
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07:22 31.07.2019
Das Feuerwehrgebäude in Mellensee. Quelle: Jutta Abromeit
Klausdorf

Für Empörung in der Facebook-Welt sorgt eine Anordnung von Bürgermeister Frank Broshog (parteilos), dass in der Gemeinde Am Mellensee alle Facebook-Seiten von Ortswehren bis 31. Juli zu entfernen sind. Geschrieben wurde diese „Anordnung zur Nutzung digitaler Medien durch die Feuerwehren der Gemeinde am Mellensee“ (liegt der MAZ vor) am 16. Juli.

Dieses rigorose Vorgehen verstanden im ersten Moment weder Gemeindevertreter noch die engagierten Kameraden in den Ortsteilen wie Rehagen, Sperenberg oder den beiden Kummersdörfern (Gut und Alexanderdorf). Sie berichteten auf eigenen FB-Seiten bisher ganz aktuell über Löscheinsätze oder Besuche in Kitas und Schulen, Texte und Bilder erschienen dort meist früher als auf der Seite der Gemeinde.

Dennis C. Krüger, Co-Administrator der Mellenseer Ortswehr-Seite, erklärt, dass diese Seiten in Eigeninitiative entstanden waren, weil es auf Gemeinde-Ebene nichts Vergleichbares gab und wohl auch nicht geplant sei. Per Mail schrieb Krüger, man wolle die Bürger jedoch gerne weiter über das zeitgemäße Medium Social Media informieren.

Krüger: In anderen Orten Vergleichbares

„Es gibt in vielen anderen Gemeinden und Städten gute Lösungen, die allen Datenschutzbestimmungen und anderen gesetzlichen Vorgaben entsprechen“, so der Mellenseer. Seine Hoffnung dabei ist, dass die Kameraden mit dieser Öffentlichkeitsarbeit für ihre Gemeinde etwas erreichen können und künftig zum Beispiel mit einer offiziellen Seite der Gemeinde – „vielleicht mit uns als ,Redakteuren’ eine Pressestelle der Feuerwehr“, so Krüger – weiter berichten können.

Anlass für diese Bürgermeister-Anordnung war ein Foto mit einer Privatperson, in diesem Fall einem minderjährigen Kind. Dessen Eltern hatten das Foto mit Kameraden der Ortswehr erlaubt, jedoch wusste die Kita-Leitung davon nichts. Alle waren zu den neuen Datenschutz-Richtlinien geschult, doch es gab Unsicherheit. Die zog über die Datenschutzbeauftragte der Gemeinde Am Mellensee Kreise, ein Hinweis landete beim Datenschutz des Landes. Von dort kamen dann die konkreten Vorschriften, was korrekt ist und was nicht.

Das Feuerwehrgebäude in Saalow, einem Ortsteil der Gemeinde Am Mellensee. Quelle: Jutta Abromeit

Bei der Nachfrage im Rathaus erklärt Bürgermeister Broshog: „Richtig ist, dass die Facebook-Seiten der Orts- und der Jugendwehren nicht mehr wie bisher zulässig sind. Denn es muss sichergestellt sein, dass nicht der Eindruck entsteht, es würde sich um offizielle Seiten der Gemeinde handeln.“

Das gehe deshalb nicht, weil der Träger des Brandschutzes für die Inhalte gerade zu stehen und deshalb die Pflicht habe, die Inhalte zu kontrollieren. „Das können wir in unserer kleinen Verwaltung gar nicht leisten“, erklärt der Rathauschef. In der Konsequenz, das sei ja inzwischen bekannt, sei für manch juristischem Streit ein dickes Portemonnaie nötig.

Broshog: Toll, dass Bürger Anteil am Feuerwehr-Leben nehmen

Broshog erklärt, weder Fahrzeuge noch Kennzeichen oder Menschen dürften eindeutig erkennbar sein. „Und das kann auch heißen, dass ein Auto mit markantem Detail nicht abgebildet sein darf, weil in einem kleinen Ort alle wissen, wem dieses Fahrzeug gehört.“ In Berlin sei das anders, da lebe man anonymer.

Dennoch sei er keineswegs dafür, die FB-Seiten ganz zu entfernen, sie müssten nur so umbenannt werden, dass sie als Privatseiten erkennbar seien, so der Bürgermeister. Das sei ganz einfach mit dem Zusatz „Freunde der Feuerwehr Mellensee“, Rehagen oder Saalow machbar. Und Broshog erklärt: „Ich finde es ja toll, dass die Bürger solchen Anteil am Leben der Feuerwehren nehmen. Das bringt uns sicher den einen oder anderen Nachwuchs-Kameraden.“

Die Kameraden in den Ortsteilen haben sich das zu Herzen genommen. Dennis C. Krüger sagt gegenüber der MAZ: „Damit alle Wehren in der Gemeinde das Gleiche machen, haben wir uns verständigt: Am Sonntagabend werden Namen umgestellt. Und so viel ich weiß, ist das ein paar Minuten versetzt auch geschehen.“

Die neue Seite heißt jetzt „Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Mellensee“, gleich auf der Startseite steht der Hinweis: „Dies ist keine offizielle Seite der Gemeinde Am Mellensee“.

Marius Freitel (links) ist stellvertretender Gemeindebrandmeister der Gemeinde Am Mellensee, rechts Gemeindebrandmeister Jens Giller. Quelle: Jutta Abromeit

Nun, so Krüger, verständige man sich vor allem mit Gemeindebrandmeister Jens Giller und konsultiere den Landes-Datenschutz; danach wolle man dem Bürgermeister ein schlüssige Konzept für die Feuerwehr der gesamten Gemeinde vorlegen. Und Krüger erklärt: „Wir halten es nach wie vor für wichtig und richtig, über das Geschehen in der Gemeinde schnell und sachlich korrekt zu informieren.“

Von Jutta Abromeit

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