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Teltow-Fläming Andreas Dresen spricht über „Gundermann“
Lokales Teltow-Fläming Andreas Dresen spricht über „Gundermann“
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19:32 14.04.2019
Im Gespräch mit den Zuschauern: Regisseur Andreas Dresen und Dietrich Bicher vom Kulturverein Blankenfelde. Quelle: A.v.Fournier
Blankenfelde

Ein Glücksgriff ist dem Kulturverein Blankenfelde (KV) mit dem Thema der Veranstaltung am Wochenende gelungen. Der Film „Gundermann“ über den ostdeutschen „singenden Baggerführer“ Gerhard Gundermann (1955-1998), seit 2018 in den Kinos, wurde gezeigt und Regisseur Andreas Dresen diskutierte im Anschluss mit dem Publikum. Die Plätze in der „Alten Aula“ waren restlos ausverkauft und wie sich herausstellte, hatte so mancher Besucher den Film mehr als einmal gesehen.

Film über das Leben von Gerhard Gundermann

Dietrich Bicher vom KV moderierte den Abend. Als bekennender „Gundi“-Fan war er einst selbst in der Singebewegung aktiv, wo er auch Gundermann traf. Er hatte einen Bekannten aus dem Erzgebirge, Dieter Popp, eingeladen, der Gundermann-Songs auf der Drehorgel spielte. Popp war Studentenclub-Leiter in Freiberg, wo auch Bicher studierte und Gerhard Gundermann öfter zu Gast war.

Dieter Popp aus dem Erzgebirge spielte auf seiner Gundermann-Orgel. Quelle: A.v.Fournier

Der Film beleuchtet zwei Zeitfenster in dessen Leben: Von Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre sowie 1992 bis 1995 springt die Erzählung hin und her. Das Publikum erlebte einen aufgeweckten jungen Mann, der in der Lausitz als Hilfsarbeiter in der Kohle arbeitet, die Liebe findet und sich intensiv mit dem sozialistischen Alltag auseinandersetzt. Er macht Musik, schreibt Songs und nutzt sie als Ventil seiner Gefühle, Fragen und gesellschaftlichen Kritik.

DDR-Biografie

Gundermann ist innerlich zerrissen, wird „IM“ und später selbst bespitzelt. Er versucht, gradlinig und konsequent zu sein, in der Liebe, der Arbeit und der Politik. Aufstand gegen die Obrigkeit ist vorprogrammiert, Parteirauswurf zwangsläufig. Der Stoff, der dazu neigen könnte, ins Triviale abzudriften, schwarz-weiße Liebes- und Lebensgeschichten mit Stasi-Touch im Sozialismus zu erzählen, ist auf behutsame Weise auch zur gesellschaftskritischen Biografie der DDR gelungen.

Dass Andreas Dresen Details der Filmentstehung beschrieb, war erhellend. Das Publikum stellte viele Fragen. Drehbuchautorin Leila Stieler, mit Dresen seit der Studienzeit in Babelsberg verbunden, hat zehn Jahre am Buch gefeilt, acht Fassungen geliefert. Es wurde ungewöhnlich tief recherchiert: In der „Täterakte“ Gundermanns, bei Ehefrau Conny, der Familie, Freunden, Kollegen und Bandmitgliedern. Man merkte die Empathie der Filmemacher, eine selbst gelebte Zeit an einem Menschen wie „Gundi“, der so viele Extreme auf sich vereint, auf die Leinwand zu bringen.

Fundierte Recherchen für den Film

Der Regisseur sprach über die Dreharbeiten an Originalschauplätzen wie dem Tagebau Nochten und die unerwartete Resonanz: „Keiner meiner Filme hat so viel Feedback gebracht“. Der Streifen ist unter anderem mit Peter Sodann, Axel Prahl und Milan Peschel besetzt. Die Leistung Alexander Scheers als Gundermann ist phänomenal: Dresen beschrieb, was der Schauspieler mit falschen Zähnen, Nasenklammer und Perücke auf sich nahm, Mimik und Gestik erfassen und über ein Dutzend Lieder singen und spielen lernte musste wie „Gundi“. Dafür gab es extra Applaus in der Aula.

Von Andrea von Fournier

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