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Teltow-Fläming Beringungsaktion für die jungen Wiesenweihen
Lokales Teltow-Fläming Beringungsaktion für die jungen Wiesenweihen
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17:26 11.07.2019
Einer der Elternvögel umkreist das Nest, während die Jungvögel von den Helfern zurückgetragen werden. Quelle: Uwe Klemens
Schönefeld

Mäusebussard, Adler, Falke und Milan kennt hierzulande fast jeder. Wer sich die Zeit nimmt und den Himmel über der Landschaft betrachtet, kann sie auf ihren Beutezügen entdecken, auch wenn den meisten Laien das Auseinanderhalten schwer fällt. Die Wiesenweihe zählt zu den weniger bekannten heimischen Greifvogelarten. Nicht nur, weil sie vergleichsweise klein, sondern vor allem, weil ihr Bestand stark rückläufig ist. Die seltenen, in Brandenburg vom Aussterben bedrohten Vögel zu schützen, haben sich Antje Drangusch und Helmut Brücher zur Aufgabe gemacht. Unterstützt von Hobby-Ornithologen aus Berlin und begleitet von einer Handvoll Zuschauer, machten sich die beiden Wahl-Rohrbecker am Mittwoch auf den Weg zu einer Beringungs-Aktion von Jungvögeln.

Auf den Schutz durch Menschen angewiesen

„Die Wiesenweihe ist der Vogel, der am dringendsten auf die Hilfe des Menschen angewiesen ist“, sagt Drangusch. Denn ihre Anpassungsfähigkeit wird den Vögeln mehr und mehr zum Verhängnis. Wild- und Feuchtwiesen, der eigentliche Lebensraum der von April bis September hier lebenden Zugvögel, gibt es praktisch nicht mehr, so dass sie jetzt in den Getreidefeldern ihre Nester bauen. Wenn die Mähdrescher kommen, sind die Jungvögel noch nicht flugfähig und werden „ausgemäht“, wie der beschönigende Fachbegriff für das Schreddern bei lebendigem Leib lautet.

Der Neunjährige Junus freut sich, dass er die von Antje Drangusch aus dem Nest geholte Wiesenweihe von so nah beäugen darf. Quelle: Uwe Klemens

Da sich Brandenburg, anders als beispielsweise Bayern, beim Schutz der Tiere ausschließlich auf Ehrenamtler verlässt, geht die Zahl der gesichteten Tiere von Jahr zu Jahr zurück. „350 bis 450 Paare gibt es nur noch in ganz Deutschland, im Flächenland Brandenburg waren es vor zwei Jahren 25 Paare, im Vorjahr 16 und in diesem Jahr werden wir wohl unter zehn bleiben“, schildert Brücher den Ernst der Lage.

Sisyphus-Leistung der Lebensretter

Als ausgebildete Ornithologen sind Drangusch und ihr Lebenspartner ehrenamtlich für den Wiesenweihe-Schutz in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming zuständig. „Aber ab und an gibt es auch einen Hilferuf aus der Prignitz und zunehmend auch aus dem Bereich südliches Sachsen-Anhalt, den wir wohl auch übernehmen werden“, sagt Drangusch. Etwa 800 Stunden sind die beiden jährlich in Sachen Wiesenweihe unterwegs und legen dabei bis zu 8000 Kilometer zurück.

Umringt von Helfern und Zuschauern befestigen Helmut Brücher und Antje Drangusch an beiden Beinen jedes Jungvogels eine Ring. Quelle: Uwe Klemens

Dringend angewiesen sind die Ornithologen auf die Hinweise von Vogelfreunden, wo sich Brutplätze befinden könnten, und auf die Kooperation von Landwirten. Rings um das entdeckte Gelege, das aus durchschnittlich vier bis sechs Eiern besteht, wird ein 50 mal 50 Meter großes Schutzareal abgesteckt, das der Landwirt erst mähen darf, wenn der Nachwuchs aus dem Nest ist. 250 Euro Entschädigung zahlt ihm das Land dafür als Entschädigung. Der Nachwuchs in jedem nicht rechtzeitig entdeckten und gesicherten Nest ist verloren.

Knapp 400 Gramm wogen die flauschigen Jungtiere. In etwa drei Wochen werden sie flügge sein. Quelle: Uwe Klemens

Zwei Mal werden die Vögel während der Brut- und Aufzuchtphase von ihren Beschützern gestört. Das erste Mal beim Aufstellen eines Gatters, das das Nest vor Wildschweinen und Füchsen sichert, das zweite Mal zum Beringen und Vermessen, wenn die Jungvögel etwa drei Wochen alt sind. Die ermittelten Daten werden in der Vogelwarte Hiddensee erfasst und darauf für jedes Tier ein Lebenslauf erstellt, der Rückschlüsse auf ihr Ernährungs- und Wanderverhalten ermöglicht.

Eltern warten mit Futter im Schnabel

Behutsam, aber mit sicherem Griff, denn auch die Jungvögel haben schon einen kräftigen Schnabel, holt Drangusch den Nachwuchs aus dem Nest und steckt ihn in ein kleines Säckchen. Die Neun-bis 15-jährigen Jungs Moritz, Anselm, Kimo und Junus, die aus Neugierde mitgekommen waren, durften die zappelnden Säckchen zum Auto tragen, wo sie von Helmut Brücher und den Berliner Greifvogelfreunden Marianne Berthold und Axel Goldau gewogen, vermessen und beringt wurden. Wenige Augenblicke nach dem Zurücksetzen ins Nest kamen die Elternvögel mit Futter im Schnabel zurück.

Von Uwe Klemens

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