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Teltow-Fläming Aufstand gegen den Bürgermeister
Lokales Teltow-Fläming Aufstand gegen den Bürgermeister
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11:15 19.05.2014
Mit diesem Transparent fordern die Stadtverordneten öffentlich den Bürgermeister zu mehr Respekt auf.
Mit diesem Transparent fordern die Stadtverordneten öffentlich den Bürgermeister zu mehr Respekt auf. Quelle: Elinor Wenke
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Jüterbog

Ihren Appell an Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) für eine bessere Zusammenarbeit haben die Stadtverordneten nun auch rot und schwarz auf weiß in die Öffentlichkeit getragen. Sie enthüllten Sonntagvormittag vor dem Rathaus ein fünf Quadratmeter großes Transparent mit der Aufschrift „Wir fordern von Arne Raue Respekt und Toleranz für unser Jüterbog“. Etwa 40 Stadtverordnete, Bürger und Mitglieder von Vereinen und Verbänden waren im strömenden Regen bei der fraktionsübergreifenden Aktion dabei. Lediglich die CDU hielt sich gestern zurück.

Die Stadtverordneten werfen Raue Alleingänge, Arroganz und Respektlosigkeit vor. „In den vergangenen drei Monaten ist die Situation eskaliert“, sagte Stadtverordnetenvorsitzender Falk Kubitza (SPD). „Er erscheint nicht, wenn die Tagesordnung für die Stadtverordnetensitzung beraten wird, und verstößt gegen unsere Beschlüsse.“ So soll Raue eigenmächtig und gegen den Willen der Stadtverordneten den traditionellen Adventsmarkt der Stadt gekippt und als Advents-Event in kommerzielle Hände gegeben haben. „Er drohte uns, wenn wir seinem Vorschlag nicht zustimmen, wird es gar keinen Adventsmarkt geben“, so Kubitza. Weiterhin soll Raue ohne Absprache einem Gaststättenbetreiber am Freibad gekündigt und damit dessen Existenz aufs Spiel gesetzt haben. Laut SPD-Fraktionsvorsitzender Gabriele Schröder hat er Firmennamen bei Leistungsangeboten geschwärzt. „Wie sollen wir da entscheiden?“, fragte sie.

„Herr Raue braucht keine Stadtverordneten, sondern Abnicker“, monierte Anette Rückert von der Fraktion FDP/Bauern, „wenn das so weitergeht, wird Jüterbog entmündigt“. Ihr Fraktionsvorsitzender Wilfried Krieg beklagte, dass Raue „Regularien nicht einhält“ und andere Menschen beleidigt und verhöhnt. Besonders betroffen zeigte sich Jürgen Arndt (SPD): „Mir hat er indirekt unterstellt, für die Stasi gearbeitet zu haben, als ich mich bei den geschwärzten Namen an meine eigene Stasi-Akte erinnerte“, sagte er. Maritta Böttcher, Fraktionschefin der Linken, ist ratlos: „Ich weiß nicht, warum Herr Raue die Zusammenarbeit ablehnt. Fast alle Beschlüsse wurden mit großer Mehrheit oder einstimmig gefasst, auch seine Anträge.“ Sie vermisst noch immer Antworten zu einer Personalstelle für ein Familienzentrum. Raue selbst war bis gestern krank. Die Plakataktion blieb nicht unumstritten. „Ich bin kein Freund von Arne Raue, aber was hier abläuft, blamiert die Stadt Jüterbog“, sagte Rudolf Popp. Nach seiner Ansicht gehört die Auseinandersetzung über interne Querelen in den Sitzungssaal und nicht auf den Marktplatz. „Sie lassen sich da vor den Karren spannen“, warf er den Akteuren vor. „Außerdem ärgere ich mich als sparsamer Mensch darüber, was das alles kostet“, so Popp.

„Streit bietet auch die Chance für beide Seiten, nachzudenken“, sagte Martina Jäger. „Herr Raue ist heute nicht hier und man darf nicht immer nur einen Schuldigen suchen“, ergänzte sie. Für Helmut Dietlitz kommt die Auseinandersetzung zu spät. „Man hätte viel früher agieren müssen“, sagte er.

Die Aktion verlief friedlich. „Wir haben umdisponiert“, sagte Maritta Böttcher, „am Markt wäre das Plakat nach zwei Stunden weg.“ Es hängt nun für jedermann sichtbar an einem Haus in der Großen Straße, direkt an der B102.

Von Elinor Wenke

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