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Teltow-Fläming Hoffnung für Holzdorf
Lokales Teltow-Fläming Hoffnung für Holzdorf
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12:44 03.03.2018
Bei der Bundeswehr in Holzdorf werden sowohl Militär- als auch Zivilbeschäftigte an der Hubschraubertechnik ausgebildet.
Bei der Bundeswehr in Holzdorf werden sowohl Militär- als auch Zivilbeschäftigte an der Hubschraubertechnik ausgebildet. Quelle: Sven Gückel
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Holzdorf

Der Fliegerhorst Holzdorf ist ein Paradebeispiel für die turbulenten Strukturveränderungen bei der Bundeswehr in den letzten Jahren. Das Hubschraubergeschwader 64 wurde dort aufgestellt, der Stab dann doch nach Laupheim verlegt. Der viel gepriesene Hubschrauber NH90 eingeführt, aber letztlich doch abgezogen. Im Tausch dafür bekam Holzdorf den betagten Transporthubschrauber CH53, der nun modernisiert wird. Personal kam und ging, Perspektiven wurden gezeichnet und wieder relativiert. Ein Grund ist die Konkurrenz mit den Standorten Rheine, Laupheim und Diepholz. Dort wehrt man sich gegen die Pläne, Personal oder Material an Holzdorf abzugeben. Teilweise, so heißt es hinter vorgehaltener Hand, wurde der Ost-Standort schlecht geredet, beispielsweise was Infrastruktur oder die personellen Qualifikationen anbelangt. Naskent räumte Schwierigkeiten bei der Verlagerung einzelner Teilbereiche ein.

Zufriedene Kommandeure

„Holzdorf hat das erforderliche Know-how“, stellte der General nun klar, „an der Entscheidung und Realisierung des Ministerbefehls von 2012 wird nicht gerüttelt.“ Die Kommandeure vernahmen es mit sichtlicher Zufriedenheit. Zumal Naskent mehr zu bieten hatte. Wie alle Arbeitgeber hat die Bundeswehr derzeit Probleme damit Nachwuchs zu gewinnen. Besonders Stellen der Feldwebeldienstgrade bleiben vielfach unbesetzt.

Chronik

Von 1968 bis 1974 schuf die Nationale Volksarmee der DDR einen Feldflugplatz in Holzdorf.

1980 folgte der Ausbau zum Einsatzflugplatz für Jagdflieger.

1991 zog die Bundeswehr mit einem Lufttransportgeschwader und einem Luftwaffenausbildungsregiment ein.

Seit 2002 ist der Einsatzführungsbereich mit seiner Radar-Luftraumüberwachung im Nato-Auftrag vor Ort. Ihre „Einsatzgruppe verlegefähig“ ist global in Einsätzen.

Daher soll die Ausbildung der dringend benötigten Fachkräfte forciert werden, so Naskent, und ihnen sollen Übernahmeangebote unterbreitet werden. Eine herausragende Stelle weist er den Ausbildungswerkstätten in Holzdorf zu. Dort bildet die Bundeswehr Elektroniker für Geräte und Systeme aus – zwölf Ausbildungsplätze jährlich. Doch die geschrumpften Jahrgänge, der Rückgang des Leistungspotenzials unter Bewerbern sowie fehlende Zukunftsperspektiven innerhalb der Streitkräfte machen es schwer, die Stellen zu besetzen. Darüber hinaus, beklagt Ausbildungsleiter Hans-Jürgen Wichmann, sei das Ausbildungsangebot noch zu wenig bekannt.

130 zivile Stellen unter insgesamt 236 Dienstposten

Wenn, wie Naskent sagte, der Standort Holzdorf bis 2021 seine Zielstruktur erreichen soll, muss sich auch auf diesem Sektor etwas ändern. Zu den aktuellen Azubis sagte er: „Wir brauchen Leute wie Sie.“ Er warb für den Arbeitgeber Bundeswehr. Patrice Gulla aus Holzdorf, der nach Abschluss der Lehre eine Beamtenlaufbahn im Bereich Wehrtechnik angeht, oder Felix Mann aus Doberlug-Kirchhain, der als Feldwebel Mechaniker an der CH53 arbeiten wird, erfüllen dieses Ansinnen bereits. „Die Bundeswehr hätte bei der Nachwuchsgewinnung in der Vergangenheit deutlich mehr tun können“, räumte Naskent ein.

Konkret sind die Vorstellungen zur Zukunft der Ausbildungsstätten. In Holzdorf ließ der General sich mehrere Gebäude zeigen, in denen bald auch Fluggerätemechaniker ausgebildet werden könnten. Deren berufliche Zukunft wurde im sogenannten Systemzentrum liegen. Dieses wird in den kommenden Jahren schrittweise aus Rheine und Diepholz nach Holzdorf verlegt. Unter den geplanten 236 Dienstposten wären allein 130 zivile Stellen. Eher unwahrscheinlich ist, dass alle zivilen Mitarbeiter den Umzug nach Holzdorf mitmachen werden. Die frei werdenden Stellen sind dann eine Chance für Interessenten aus dem Fläming.

„Wir müssen den Ausschöpfungsgrad bei den Azubis und bei den Zeitsoldaten so schnell wie möglich erhöhen“, ergänzte Brigadegeneral Lutz Kohlhaus, zuständig für Personal, Organisation und Infrastruktur beim Kommando der Luftwaffe in Köln. Das verlange ein Umdenken, so Kohlhaus weiter: „Künftig lassen wir keine Fachkraft mehr gehen, ohne ihnen ein Angebot zu unterbreiten.“

Von Sven Gückel

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