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Teltow-Fläming Mongolische Landschaften in Glashütte
Lokales Teltow-Fläming Mongolische Landschaften in Glashütte
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21:11 21.05.2019
Für seine Ausstellung hat sich Karsten Wittke eine besondere Architektur überlegt, die den Besucher leiten kann. Quelle: Karen Grunow
Glashütte

Die Reihe sei abgeschlossen, sagt Karsten Wittke zwar, wenn er in seiner Ausstellung im Hüttenbahnhof im Baruther Museumsdorf Glashütte steht und den Blick über die von der Mongolei inspirierten Landschaften schweifen lässt. Er zeichne aber schon fleißig an neuen Bildern, sagt der Künstler auch. Das große Thema Landschaft und vor allem eben die der Mongolei lässt ihn nicht los; gerade war er wieder dort und wird in Kürze erneut in jenes Land reisen. Das tut er meist berufsbedingt, denn Karsten Wittke ist Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik in Baruth und hat dadurch häufiger in der mongolischen Partnerstadt Murun zu tun.

Die Veränderung des Lichts

„Mittlerweile bin ich schon zehnmal dort gewesen“, erzählt er. „Da sehe ich dann auch immer mehr Details.“ Was manchen öd und gleichförmig erscheinen mag, ist für ihn in stetigem Wandel. Er spürt jede Veränderung, das eigentümliche Licht, wenn sich plötzlich ein Gewitter ankündigt oder jahreszeitlich bedingt alles kontrastreicher zu wirken scheint, Flächen aufleuchten, die eben noch stumpf und grau die Ferne markierten.

2017 hat er mit seiner Reihe „entfernte berge“ begonnen. 46 Bilder sind es geworden, fast alle haben unterschiedliche Formate. Die Idee einer Serie soll sich bei ihm nicht durch Gleichmaß erschließen, sondern durch die Verbindung von Farben, Formen, die den Blick des Betrachters weiterlenken wie der sich unüberwindbar vielteilende Fluss. Wittke hat sich überlegt, dass die Besucher der Ausstellung wie in einen kleinen Tempel eintreten.

Meditative Landschaften

Wer hineinkommt, steht zunächst vor einer Wand, wird um diesen in typischem Tempelrot gestrichenen Einbau durch die ersten Bilder im schmalen Gang herumgeleitet, bevor sich der Blick in dem hoch verglasten Raum weiten kann. Es ist ein anderer Weg als gewohnt, um Kunst zu betrachten, nicht alles ist gleich zu sehen, sondern man ist in gewisser Weise aufgefordert zur Kontemplation. Diese Art des Sich-Einlassens auf Karsten Wittkes Bilder ist ein schöner Nebeneffekt, denn der Betrachter fällt sowieso hinein in diese meditativen Landschaften.

Der Hüttenbahnhof, der zum Museum in Glashütte gehört, ist für Ausstellungen kein leicht handhabbarer Ort. Aber bei Karsten Wittkes Bildern funktioniert er gut, da durch die großen Fenster auch ein sich permanent änderndes Licht hineindringt und so dieses märkische Leuchten Wittkes Faszination für das mongolische noch spürbarer werden lässt. Der Künstler genießt in der Mongolei beim Unterwegssein jeden Blick aus dem Autofenster. Sitzt er abends in seinem Hotel, dann rotieren die Bilder des Tages weiter. Auf dem IPad zeichnet er Skizzen, Ideen. Nie einen konkreten Anblick, sondern immer so etwas wie ein Substrat aus allem, was er wahrgenommen hat.

Ausstellung „Mongolien“ in Glashütte. Quelle: Karen Grunow

Als er 2017 mit der Reihe begann, sah alles noch ein bisschen anders aus. Wohin er möchte mit seinen Bildern, konkretisierte sich erst beim Malen; noch in diesem Jahr sind Teile der Reihe entstanden. Einige dieser Arbeiten zeigt er derzeit in Bielefeld, in Glashütte ist – auch platzbedingt – auch nur eine Auswahl zu sehen. Bereits 2010 hat Karsten Wittke schon mal im Museum ausgestellt.

Verweis auf Glasbild im Luckenwalder Hospiz

Dessen Leiter Georg Goes hat für den zu „Mongolien“ erschienenen Katalog ein Vorwort verfasst. „Die farbgewaltigen Gemälde Karsten Wittkes zeigen den nach mongolischem Verständnis ewigen Kreislauf des Lebens“, schreibt Goes dort. Vorgestellt wird im Katalog auch ein anderes von den mongolischen Landschaften inspiriertes Projekt: Das Glaskunstwerk, das Karsten Wittke im vergangenen Jahr für den Raum der Stille des Luckenwalder Hospizes schuf. Er hat es den berühmten Derix-Glasstudios im hessischen Taunusstein realisieren können. Zwei Glasstudien dazu sind nun ebenfalls in seiner Glashütter Ausstellung zu sehen.

Karsten Wittke, der seit 2001 in Baruth lebt, mischt seine Farben mittels Pigmenten selbst. Studiert hat der gebürtige Wuppertaler an der Berliner Hochschule der Künste bei Marwan, über den Berliner Senat hatte Wittke 1989 bis 1990 ein Stipendium am PS-1 in New York. Dort, in den USA, habe er zum ersten Mal so eine irrsinnige Weite gespürt wie dann später in der Mongolei, sagte er mal. Für die „entfernten Berge“ jedenfalls gilt, was Florian Goldberg in seinem Beitrag im Katalog klar formuliert:„Die Landkarte ist nicht die Landschaft.“

Die Ausstellung ist bis zum 14. Juli zu sehen. Geöffnet ist das Ausstellungshaus Hüttenbahnhof dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Von Karen Grunow

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