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Teltow-Fläming Austritt aus der SPD kurz vor der Wahl
Lokales Teltow-Fläming Austritt aus der SPD kurz vor der Wahl
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00:56 15.09.2014
„Mit dieser SPD ist auf Landesebene keine andere Flughafenpolitik möglich.“ Bernd Habermann Quelle: MAZ
Blankenfelde

Schwere Schlappe für die SPD im Landtagswahlkampf: Bernd Habermann, einer der bekanntesten Sozialdemokraten aus dem Kreis Teltow-Fläming ist aus der Partei ausgetreten. Als Grund nennt der ehemalige Bürgermeister von Blankenfelde die Aussagen der SPD im Landtagswahlkampf. Diese halte nach wie vor am falschen Standort Schönefeld fest.

Erleichterung nach Rücktritt

„Ich fühle mich erleichtert“, sagte der 76-Jährige der MAZ. Schon seit Monaten habe er über seinen Austritt nachgedacht. Ihn ärgere die Ignoranz der Landes-SPD. Auf einem Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke im März, in dem es um das Nachtflugverbot ging, kam nie eine Antwort. Anfang der Woche entschied er sich zum Austritt. Sein Resümee nach 16 Jahren Mitgliedschaft: „Mit dieser SPD ist auf Landesebene keine andere Flughafenpolitik möglich.“

MAZ-Spezial zur Landtagswahl

Am 14. September wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Auch in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald hoffen viele Politiker auf einen Sitz im Landtagsschloss in Potsdam.

In den vergangenen Wochen haben MAZ-Leser die Direktkandidaten aus den Wahlkreisen 23, 24, 25, 26, 27 und 28 befragt.

Hier finden Sie eine Übersicht über alle Kreuzverhöre.

Umsiedlung gefordert

In der Fluglärmkommission will er weiter für die Interessen von Blankenfelde-Mahlow streiten. Leid tue es ihm nur für die Direktkandidatin Dietlind Biesterfeld. „Ich habe sie als sehr ehrlich und aufrichtig kennengelernt“, sagt Habermann. Leider stehe sie in der SPD von Blankenfelde-Mahlow zunehmend allein da, beklagt Habermann und verweist auf die Entscheidung aus dem Jahr 2000, als Blankenfelde für den Fall, dass der Flughafen kommt, eine Umsiedlung des ganzen Ortes gefordert hatte. Davon wolle man nun nichts mehr wissen. Auch auf Landesebene drohe sich Biesterfeld in der Flughafenfrage zu isolieren.

Warum sollte man sie wählen - auf diese einfache Frage können Politiker sehr lange und ausführliche Antworten geben. Weil alles, was gesagt werden muss auch auf einen Bierdeckel passt, haben wir die Landtags-Kandidaten für Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald gebeten, ihre Antworten auf einem Bierdeckel zu notieren.

Landtagskandidaten bedauert Rücktritt

Dietlind Biesterfeld bedauert seinen Austritt. „Das macht mich extrem traurig“, sagt sie. Gern hätte sie mit Habermann gemeinsam für eine bessere Flughafenpolitik gekämpft. Sie will sich im Landtag gegen eine dritte Start- und Landebahn am BER sowie für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und großzügigen Schallschutz einsetzen. „Wenn die SPD nicht für die Betroffenen kämpft, wird es niemand tun“, sagt Biesterfeld.

Respekt für drastischen Schritt

Christoph Schulze ist einer der ersten, die von Bernd Habermanns Schritt erfuhren. „Ich war überrascht“, sagt Schulze. Genau wie Habermann war Schulze viele Jahre in der SPD, genau wie Habermann verließ er die Partei im Streit um die Flughafenpolitik. Schulze, der nun für die Freien Wähler in den Landtag will, wirft seiner Ex-Partei „menschenfeindliche Politik“ vor. Habermanns Schritt nötige ihm viel Respekt ab. „Wenn alle Mitglieder von SPD, CDU und Linken, die vom Flughafen betroffen sind, heute aus ihren Parteien austräten, gäbe es morgen eine andere Politik.“

Von Christian Zielke

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