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Teltow-Fläming Auszeichnung für Ausbildung
Lokales Teltow-Fläming Auszeichnung für Ausbildung
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00:29 13.05.2018
Die Azubis der Agrargenossenschaft Trebbin (AGT) in Klein Schulzendorf blicken zuversichtlich in die Zukunft. Sie werden in verschiedenen Berufen ausgebildet. Quelle: FOTO: AGT
Blönsdorf/Ludwigsfelde/Trebbin

Gegessen und getrunken wird immer. Doch Milch und Honig fließen nicht aus Wasserhähnen, Käse und Fleisch gedeihen nicht im Kühlfach, Gemüse und Obst wachsen nicht im Supermarktregal. Ohne professionelle Landwirtschaft am Beginn der Ernährungskette passiert überhaupt nichts. Insofern haben landwirtschaftliche Berufe immer eine Zukunft. Aber auch hier nimmt der Fachkräftemangel zu und die Lehrlingszahlen sinken. Laut Brandenburger Agrarministerium sank die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in der Landwirtschaft von 412 im Jahr 2016 auf 363 im Jahr 2017.

Es könnten mehr Bewerber sein

„Es könnten wirklich deutlich mehr sein“, sagt André Landwehr, Niederlassungsleiter der Alpina AG in Ludwigsfelde. Er und sein etwa 50-köpfiges Team bilden derzeit nur drei Azubis als Garten- und Landschaftsbauer aus. Mit dem nächsten Ausbildungsjahr sollen noch zwei weitere Lehrlinge dazukommen, „wenn sie denn kommen“, so Landwehr. „Und es könnte ruhig noch ein dritter sein“, sagt er.

Drei von sieben Betrieben kommen aus dem Kreis Teltow-Fläming

Bei der 28. Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala) in Paaren/Glien überreicht Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Donnerstag um 14.30 Uhr die Ehrungen an vorbildliche Ausbildungsbetriebe in den so genannten Grünen Berufen.

Gewürdigt wird das besondere Engagement brandenburgischer Ausbildungsbetriebe bei der Sicherung des Fachkräftebedarfs für den Agrarbereich.

Entscheidungsgründe für die Auswahl waren sowohl Kontinuität und Qualität der Ausbildung als auch ehrenamtliches Engagement in der Berufsausbildung und Weiterbildungsbereitschaft der Mitarbeiter.

Sieben brandenburgische Betriebe werden erstmals ausgezeichnet. Drei davon sind aus dem Landkreis Teltow-Fläming.

Weil die Ausbildung in Ludwigsfelde als gut erachtet wird, erhält der Gala-Betrieb ebenso wie die Agrargenossenschaft Trebbin und die Agrar GmbH Flämingland Blönsdorf am Donnerstag bei der Eröffnung der Brala in Paaren/Glien eine Plakette als Auszeichnung für erfolgreiche Berufsausbildung. „Wir bilden immerhin aus“, so Landwehr, was bei weitem nicht alle machen. Daran hat vor allem eine ehemalige Auszubildende ihren Anteil, die jetzt aufs Berufsschullehramt studiert und nebenbei die Ausbildung der Ludwigsfelder Lehrlinge begleitet und koordiniert.

Die Konkurrenz der Ausbildungsbetriebe ist groß

Doch die Konkurrenz um den Nachwuchs in der Industriestadt ist groß und viele entscheiden sich in letzter Minute dann doch noch für einen ganz anderen Berufsweg. Aber je weiter man in den ländlichen Süden des Kreises Teltow-Fläming vorrückt, desto entspannter wird der Ausbildungsmarkt. „Wir haben immer genügend Bewerber gehabt“, sagt Ronny Homuth, Personalchef bei der Agrargenossenschaft Trebbin (AGT) in Klein Schulzendorf. Das liegt sicherlich an den vielen Vergünstigungen, die der landwirtschaftliche Großbetrieb mit 140 Mitarbeitern seinen derzeit 18 Azubis bietet, und an der engagierten Arbeit der Ausbildungsleiterin Carmen Meinke.

Eine Reihe von Vergünstigungen für die Azubis

„Wir haben dank Frau Meinke einen guten Ruf als Ausbildungsbetrieb“, sagt Homuth, „Sie macht das seit 1991, sie hat regelmäßig gute Absolventen vorzuweisen, sie nimmt sich Zeit und setzt sich hin, wenn die Azubis beispielsweise Nachhilfe brauchen.“ Außerdem unterstützt die AGT ihre Lehrlinge bei den Schulkosten (30 Euro netto), der Traktor-Führerschein wird zu 60 Prozent finanziert. Die restlichen 40 Prozent gibt’s als Darlehn, das erlassen wird, wenn die Azubis einen guten Abschluss mit der Note 1 oder 2 machen. Außerdem kann sie die betriebseigene Immobiliengesellschaft mit Zimmern in Azubi-Wohngemeinschaften versorgen, so dass einige Nachwuchskräfte auch von weiter her kommen. Denn in Klein Schulzendorf können sie die verschiedensten Berufe erlernen. So gibt es allein vier Mechatronikerausbildungen und neben Land- und Tierwirtschaftslehren bildet die AGT auch Köche und sogar Fahrzeuglackierer aus.

Azubi-Tag und Lehrlingsprojekte

Um auf all diese Ausbildungsmöglichkeiten hinzuweisen, veranstaltet die AGT jedes Jahr in den Herbstferien einen Azubi-Tag für Schüler. Und die Azubis selbst organisieren jedes Jahr ein eigenes Projekt und dürfen trotz fehlenden Betriebsrats einen Azubi-Sprecher wählen, der ihre Interessen vertritt.

Ausbildung sogar mit Abitur

Ähnlich breit ist die Ausbildungspalette der Agrar GmbH Flämingland Blönsdorf. Auch hier wird seit der politischen Wende ausgebildet. Zurzeit, so Ausbildungsleiter Fred Schade, gibt es sieben Azubis, die Landwirt, Landwirtschaftshelfer, Tierwirt und Mechatroniker lernen. Darunter gibt es sogar zwei sogenannte Doppelqualifizierer, die den Abschluss als Landwirt mit Abitur am Oberstufenzentrum in Pritzwalk anstreben.

Nachhaltige Landwirtschaft

„Die Suche nach Auszubildenden ist zwar schwierig“, sagt Fred Schade, „aber wir sind in der komfortablem Situation, dass wir schon die ersten Bewerbungen für das nächste Jahr haben.“ Der Grund dafür? „Bei uns stimmt das soziale Umfeld“, sagt der Ausbildungsleiter. Als konventioneller Betrieb achte man auf eine nachhaltige Landwirtschaft und lege hohe Standards an.

Der Mischbetrieb mit Rinder- und Schweinehaltung sowie allein 750 Hektar Kartoffelanbau von insgesamt 4300 bewirtschafteten Hektar hat zusätzlich zu den sieben Azubis 74 Mitarbeiter.

Bürokratische Hürden

Schwierig zu überwinden seien einige bürokratische Hürden, kritisiert Schade. So sei es zum Beispiel nicht leicht, für die Ausbildung der Helfer in der Landwirtschaft eine Förderung zu bekommen. Außerdem müssten die Azubis vier verschiedene Oberstufenzentren besuchen. Das sind neben Pritzwalk noch Werder, Elsterwerda und Wittenberg. Die Zusammenarbeit funktioniere zwar, da aber Wittenberg zu Sachsen-Anhalt gehöre, würden dort ganz andere Bedingungen herrschen.

Landwirtschaft ist ein Generationsprozess

Das Prinzip der Nachhaltigkeit, dem sich der Blönsdorfer Agrarbetrieb verschrieben hat, versuche man den Jugendlichen im Rahmen der Ausbildung zu vermitteln, betont Fred Schade. „Denn“, so der Ausbildungsleiter, „die Landwirtschaft ist ein Generationsprozess. Den darf man nicht einfach so unterbrechen.“

Von Hartmut F. Reck

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