Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming BAM-Gelände nun europaweit einzigartig
Lokales Teltow-Fläming BAM-Gelände nun europaweit einzigartig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:20 07.05.2018
Ein zweiter Sprengplatz auf dem BAM-Testgelände im Baruther Ortsteil Horstwalde ist fertig; der neue Chef auf dem Testgelände „Technische Sicherheit“ ist Kai Holtappels (l.). Er und sein Stellvertreter erklärten, wofür dieser neue Sprengplatz unbedingt gebrucht wird. Quelle: Foto: Abromeit
Horstwalde

Wie kann sensible Infrastruktur in Zeiten von Terroranschlägen mit vertretbarem Aufwand besser als bisher geschützt werden? Oder: Aus welchem Material können Türen und Fenster besser als bisher Explosionen hemmen oder bei Explosionen Menschen und Einrichtungen besser schützen? Auch um solche Fragen geht es für Mitarbeiter der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) auf dem Versuchsgelände im Baruther Ortsteil Horstwalde.

Um all das besser und schneller als bisher herauszufinden, wurden auf dem zwölf Quadratkilometer großen Areal in den zurückliegenden anderthalb Jahren rund 4,5 Millionen Euro investiert. Wie berichtet hat die BAM einen zweiten Sprengplatz gebaut.

Bauwerksteile und Gefahrgutbehälter in Realität untersuchen

„Der ist jetzt so gut wie fertig, nur die Abschlussrechnung liegt noch nicht vor“, sagt Kai Holtappels, seit kurzem der neue Leiter auf dem Horstwalder Testgelände Technische Sicherheit (TTS). Sein Stellvertreter Daniel Krentel ergänzt: „Die Erweiterung der Infrastruktur hier draußen war dringend nötig, damit die BAM ihre gesetzlichen Aufgaben als Ressortforschungseinrichtung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erfüllen kann.“

Die beiden Männer erklären, wofür die Erweiterung gebraucht wird: Bauwerke und Bauwerksteile, Gefahrstoffe oder Gefahrgutbehälter, die nicht nur irgendwo stehen, sondern auch in großen Mengen auf Bahnstrecken oder Straßen unterwegs sind, müssten stets im Realmaßstab geprüft werden, um die Sicherheit der Öffentlichkeit auch künftig zu gewährleisten. Zu den gesetzlichen Aufgaben der BAM gehören die Bereiche Gefahrgutrecht und Sprengstoffgesetz.

Explosionshemmung von Hecken noch nie untersucht

„Mit diesem neuen Sprengplatz, der identisch zum ersten ist, aber ohne Aufbauten für feste Prüfeinrichtungen errichtet wurde, bietet das TTS Untersuchungsmöglichkeiten, die in Europa einzigartig sind“, erklärt Kai Holzappels. Auf dem neuen Sprengplatz sollen unter anderem Explosionsversuche stattfinden.

Solche Tests betreffen nicht nur bereits bekannte Materialien oder Behältnisse. So sagt der TTS-Chef zum Beispiel: „Es hat bisher noch niemand untersucht, ob Hecken explosionshemmend sind. Und wenn, welche Pflanzen eignen sich am besten und wie dicht müssten sie gesetzt werden?“

Feuerwehren kommen besser in schwer erreichbares Waldgebiet

Dieser neue Sprengplatz habe als Erweiterung der TTS-Infrastruktur nicht nur Einfluss auf die Prüfkapazität der BAM, sondern er wirke sich positiv auf das gesamte Gelände aus, erklärt der Fachbereichsleiter: „Mit dem Bau von weiteren asphaltierten Straßen zu diesem neuen Areal haben Feuerwehren im Brandfall schnelleren Zugang zu Waldgebieten, die bisher teils nur schwer erreichbar waren. Und auch die Löschwasserversorgung wurde deutlich verbessert.“

Insgesamt, so Holtappels, achte die BAM sehr genau darauf, mit ihrer Arbeit in Horstwalde Mensch und Umwelt nicht zu gefährden. Wie berichtet wirft Waldeigentümer Erhard Nicklisch der BAM und dem Brandenburgischem Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) Fehler beim Genehmigungsverfahren vor. Darum will er sie verklagen. Beide Behörden hatten die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

Von Jutta Abromeit

Teltow-Fläming Ludwigsfelde/Großbeeren - Zuzugsorte bangen um Millionen

Der Notstand bei Kita- und Schulplätzen in Speckgürtelgemeinden wie Ludwigsfelde und Großbeeren könnte länger dauern – ILB-Förderrichtlinien passen nicht zu schnellem Bauen.

07.05.2018

Seit einem guten Monat ist der Vierseithof wieder im Besitz von Maximilian Hägen. Der Immobilien-Unternehmer sucht nach Ideen für das ehemalige Hotel und Restaurant, dem einst ersten Haus am Platz.

07.05.2018

Nuthe und Nieplitz können aus Arbeitsschutzgründen nicht entkrautet werden, weil die Pappeln umzustürzen drohen. Die Folge: Hochwassergefahr. Das Land sieht sich für die Fällung der Bäume nicht zuständig.

07.05.2018