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Teltow-Fläming Löscheinsatz: Der Mann im Hintergrund
Lokales Teltow-Fläming Löscheinsatz: Der Mann im Hintergrund
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20:21 11.06.2019
René Mydaß ist Gemeindebrandmeister von Baruth und arbeitet hauptberuflich im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises Teltow-Fläming. Quelle: Hartmut F. Reck
Baruth/Luckenwalde

Kaum war er aus dem Urlaub zurückgekehrt, musste René Mydaß aus Baruth am Montag vergangener Woche gleich mit seinen Kameraden ausrücken. Nicht etwa nach Frankenförde zu dem großen Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog-West, sondern nach Mückendorf. „Da hatten wir unseren eigenen Waldbrand“, sagt der 37-jährige Stadtbrandmeister von Baruth. Der Brand wurde noch am selben Tag gelöscht.

Erst Mückendorf, dann Hennickendorf

Gleichzeitig war auch noch bei Hennickendorf und Märtensmühle ein Waldbrand ausgebrochen. Das hieß für Mydaß am Dienstag, dass er mit einem Wechsellader einen Abrollbehälter vom Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) des Landkreises Teltow-Fläming von Luckenwalde nach Hennickendorf fahren musste. Denn hauptberuflich ist Mydaß im FTZ beschäftigt. Ein Abrollbehälter wird dabei auf ein Trägerfahrzeug geladen, das ihn am Einsatzort absetzt beziehungsweise abrollen lässt.

In diesen speziell für Waldbrände präparierten Behältern befindet sich Material, über das die Wehren vor Ort normalerweise nicht verfügen, oder es nicht in dem Umfang vorrätig haben, wie weitere Schläuche oder Schlagregner, die wie Sportplatzberegner aussehen, aber viel größer sind.

Täglich nach Frankenförde

Die Woche von René Mydaß gestaltete sich als arbeitsreich: Am Dienstagnachmittag lieferte er einen weiteren Abrollbehälter nach Frankenförde mit der Fireflex-Ausrüstung – einem Wassertank und Wasserkorb für die Hubschrauber der Bundespolizei. Gegen 20 Uhr war erstmal Feierabend.

Am Mittwoch ging es schon wieder um acht Uhr morgens ab dem FTZ erneut nach Frankenförde, wo der Fireflex-Tank wieder installiert wurde. Bis zwei Uhr in der Nacht rüstete Mydaß den Stabsraum in der Feuerwache Frankenförde mit Computertechnik und sonstigem Material ein und assistierte der Einsatzleitung. Diese hatte inzwischen der Landkreis übernommen.

Tragkraftspritzen und Notstromerzeuger

Am Donnerstag übernahm Mydaß ab 8 Uhr die Kraftstoffverteilung für die Tragkraftspritzen an den Wasserentnahmestellen. Später holte er einen weiteren Waldbrand-Abrollbehälter, beladen mit neuem Material aus dem FTZ, und brachte ihn nach Frankenförde. Dort verteilte er Tragkraftspritzen und Notstromerzeuger an verschiedene Standorte. Zwischendurch ging es wieder zum FTZ, um weitere Dinge nach- und vorzubereiten. Gegen 21.30 Uhr war er dann zuhause.

Der Samstag gehört den Zwillingen

Um sieben Uhr am Freitagmorgen trat er seinen Dienst im FTZ an, wurde nach Frankenförde beordert, um mit einem Kollegen und einem Abrollbehälter einige Pumpen einzusammeln, die nicht mehr benötigt wurden. Zurück im FTZ wurde noch einiges Material vorbereitet, bevor er endlich nach Hause konnte. Dort traf er gegen 16 Uhr ein.

Keine Stunde später sprang dann der Pieper der Baruther Feuerwehr an. Eine Gasleitung war angebaggert worden. Doch nach kurzer Zeit als Einsatzleiter wurde er abgelöst. „Ich hatte doch meinem Sohn versprochen, ihm beim Fußballtraining zuzusehen“, sagt Mydaß. Schließlich hätten seine viereinhalbjährigen Zwillinge, ein Junge, ein Mädchen, in den letzten Tagen so gut wie nichts von ihm gehabt.

Der Samstag gehörte aber ihnen, auch wenn er in Rufbereitschaft für das FTZ war.

Am Sonntag ist Pfingsten wieder vorbei

Am Sonntag war das lange Pfingstwochenende für Mydaß wieder vorbei. Ab 12 Uhr hatte er in der technischen Einsatzleitung in Frankenförde Dienst zu schieben. Und am Montag ebenso.

„Die Familie muss natürlich mächtig darunter leiden“, räumt Mydaß ein. „Wir haben ihn die ganze Woche nicht gesehen“, sagt seine Lebensgefährtin Meike Roschner, „aber ich weiß ja, wie das ist. Schließlich war ich selber lange aktiv in der Feuerwehr, es ist aber trotzdem nicht immer ganz einfach.“ Außerdem ist sie die Vorsitzende der Kreisjugendfeuerwehr. Dann dürften die Zwillinge es ihren Eltern irgendwann mal gleichtun. Dann sehen sie sich vielleicht bei den Einsätzen wieder.

Von Hartmut F. Reck

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